Dodi Lukebakiio im Zweikmapf im Younes. (Quelle: imago images/ Jan Huebner)
Audio: Inforadio | 30.01.2021 | Guido Ringel | Bild: imago images/ Jan Huebner

1:3 in Frankfurt - Hertha BSC kann auch bei Dardai-Comeback nicht punkten

Nächster Rückschlag für Hertha BSC: Bei der Rückkehr von Pal Dardai auf die Trainerbank verloren die Berliner bei Eintracht Frankfurt mit 1:3 (0:0). Die Niederlage war trotz Leistungssteigerung nicht unverdient - aufgrund des Spielverlaufs aber bitter.

Auch mit Pal Dardai an der Seitenlinie geht die Negativserie von Hertha BSC zunächst weiter. Am Samstagnachmittag unterlagen die Berliner beim Comeback des Ungarn mit 1:3 (0:0) bei Eintracht Frankfurt. Krzysztof Piatek hatte den Hauptstadt-Klub zwar in Führung gebracht (66.), doch André Silva (67., 90.+3/Elfmeter) und Martin Hinteregger (85.) drehten die Partie.

Der Spielverlauf

Die Startelf von Hertha BSC hatte nicht mehr viel mit der zu tun, für die sich Ex-Trainer Bruno Labbadia in der Vorwoche gegen Werder Bremen entschieden hatte. Dardai setzte bei seiner Rückkehr vielmehr auf einen Komplett-Umbau. Sechs Neue standen in der der Anfangsformation. Die prominenteste Änderung: Der 36-jährige Rune Jarstein erhielt im Tor den Vorzug vor dem bisherigen Stammkeeper Alexander Schwolow.

Viel zu tun bekam Jarstein zunächst nicht. Hertha war um Stabilität bemüht - und hatte damit auch Erfolg. Es war offenes Spiel ohne größere Höhepunkte. Im Strafraum der Berliner entschärfte Jordan Torunarigha eine Hereingabe von Filip Kostic, ehe es für Jarstein gefährlich werden konnte (11.). Eine Minute später hatte Luca Netz die erste Torannährung für Hertha. Der Youngster schoss jedoch aus spitzem Winkel mit viel Kraft und wenig Präzision am Pfosten vorbei.

Doch in der Folge drängte Frankfurt nach vorne und die Berliner in die eigene Hälfte. Die Entlastung für das Dardai-Team wurde weniger, ja: sie war fast nicht mehr existent - und die Chancen für die Eintracht wurden größer. Jarstein stand immer wieder im Fokus und rechtfertigte mit starken Reflexen gegen Evan N’Dicka (21.), Daichi Kamada (28.) und André Silva (43.) seine Rückkehr.

Nach der Pause gelang es Hertha, sich aus dem Dauerdruck zu befreien. Die Berliner hatten nun mehr Ballbesitz, durch Krzysztof Piatek die erste gefährliche Szene (49.) - und suchten insgesamt selbstbewusster den Weg in die gegnerische Hälfte. Doch wie schon vor der Pause erarbeiteten sich die Hausherren schnell wieder ein Übergewicht und die besseren Möglichkeiten. Beim Schuss von Kostic nach gut einer Stunde hatten die Berliner Glück: Der starke Jarstein wäre chancenlos gewesen, doch der (Außen-)Pfosten klärte.

In Führung ging jedoch kurz darauf überraschend Hertha: Matheus Cunha hatte sich durch den Strafraum gewühlt, Piatek gefunden und der traf zum 1:0 ins lange Eck. (66.) Der Jubel war groß, aber währte nicht lange. Denn nur eine Minute später bremste André Silva die blau-weiße Euphorie wieder. Nach einer Flanke von Kostic traf er zum Ausgleich. (67.)

Und es sollte noch bitterer für die Berliner kommen. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit drehte Frankfurt die Partie komplett. Hertha bekam einen Freistoß nicht gut geklärt, Almamy Touré flankte und Martin Hinteregger traf zum 2:1 für die Eintracht. Erneut André Silva sorgte per Foulfmeter in der Nachspielzeit für den Endstand. (90.+3.)

Die Kurzanalyse

Am Ende mussten die Herthaner die nächste Niederlage erklären, sprich: Das machen, worin sie an den vergangenen Wochenenden allzu viel Erfahrung gesammelt hatten. Neuer Trainer, gleiches - unzufriedenstellendes - Ergebnis, könnte daher das Fazit lauten. Das wäre jedoch zu verknappt. Denn auch wenn beim Dardai-Comeback bei weitem noch nicht alles passte, war es doch eine andere Hertha, die in Frankfurt auf dem Platz stand.

"Für vier Trainingseinheiten war alles ok, nur das Ergebnis nicht", sagte Pal Dardai nach dem Duell. Tatsächlich waren bei den Berlinern zwischenzeitlich verloren gegangene Grundtugenden zurück: Hertha agierte stabiler, das Gesamtgebilde - zuletzt eher ein Hühnerhaufen von formlosen Individualisten - wirkte wieder mehr wie eine Mannschaft. Was jedoch fast gänzlich fehlte, waren Ideen nach vorne. Die Mannschaft tat sich schwer, ins Pressing zu kommen und sah sich so in weiten Phasen des Spiels ohne Entlastung großem Druck der Frankfurter ausgesetzt.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schien das besser zu werden. Es fiel sogar - wenn auch überraschend - das 1:0 für die Blau-Weißen. Dass diese Führung so schnell wieder dahin war, führte Dardai auf fehlende Cleverness zurück. "Das ist eine junge Mannschaft, die sie da zusammengekauft haben. Da haben sie wahrscheinlich einiges vergessen, nicht Führungs-, aber erfahrene Spieler", sagte der Ungar. Fakt ist: Genau mit dieser Mannschaft wird er das schwierige Unterfangen in den kommenden Wochen meistern müssen. Und die Aufgaben werden keinesfalls leichter. Nächste Woche ist Bayern zu Gast im Olympiastadion.

Das sagt das Netz

Hertha BSC macht in der ersten Hälfte vor allem eines: hinten dicht! Und wenn die Frankfurter doch mal durchkommen, ist noch Rune Jarstein da. Diese Berliner bringen so manchen Frankfurt-Fan zur Verzweiflung - auch den Twitter-User 'Johannes Mikula'.

Und dann kommt plötzlich auch noch Krzysztof 'Pistolero' Piatek und sorgt für blau-weißen Jubel zwischen Überraschung und Ekstase.

Danach dreht Frankfurt zwar das Spiel. Aber trotz der Niederlage hat das Spiel für 'Peter Waldborn' Potenzial zum Mutmacher.

Der Liveticker zum Nachlesen

Fußball Bundesliga

  • Freitag, 26.Februar, 20.30 Uhr
    Werder Bremen - Eintracht Frankfurt2:1(0:1)
    Samstag, 27.Februar, 15.30 Uhr
    Bayern München - 1.FC Köln5:1(2:0)
    Borussia Dortmund - Arminia Bielefeld3:0(0:0)
    VfL Wolfsburg - Hertha BSC2:0(1:0)
    VfB Stuttgart - FC Schalke 045:1(3:1)
    Samstag, 27.Februar, 18.30 Uhr
    RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach3:2(0:2)
    Sonntag, 28.Februar, 13.30 Uhr
    Union Berlin - 1899 Hoffenheim1:1(1:1)
    Sonntag, 28.Februar, 15.30 Uhr
    FSV Mainz 05 - FC Augsburg0:1(0:1)
    Sonntag, 28.Februar, 18.00 Uhr
    Bayer Leverkusen - SC Freiburg1:2(0:0)
    PlVereinSpguvToreDiffPkt
    1.Bayern München23164367:32+3552
    2.RB Leipzig23155343:20+2350
    3.VfL Wolfsburg23129237:19+1845
    4.Eintracht Frankfurt23119346:32+1442
    5.Borussia Dortmund23123848:31+1739
    6.Bayer Leverkusen23107641:26+1537
    7.Union Berlin23810536:26+1034
    8.SC Freiburg2397737:35+234
    9.Borussia Mönchengladbach2389640:36+433
    10.VfB Stuttgart2388744:36+832
    11.1899 Hoffenheim23761037:40-327
    12.Werder Bremen2268826:32-626
    13.FC Augsburg23751123:35-1226
    14.1.FC Köln23561221:41-2021
    15.Hertha BSC23461326:42-1618
    16.Arminia Bielefeld22531418:41-2318
    17.FSV Mainz 0523451423:44-2117
    18.FC Schalke 0423161616:61-459
    PL
    Platz
    SP
    Spiele
    G
    gewonnen
    U
    unentschieden
    V
    verloren
    DIFF
    Tordifferenz
    PKT
    Punkte

    (ARD Text)

    • Champions League
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    • Relegation
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Sendung: rbb UM6, 30.01.2021, 18:15 Uhr

36 Kommentare

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  1. 36.

    Jetzt mal ganz ehrlich: Hertha BSC Berlin hat gestern bei Eintracht Frankfurt gespielt, der Mannschaft der Stunde momentan in der Bundesliga. Da ist es doch wahrlich keine Schande zu verlieren. Und alle diejenigen, die Hertha BSC Berlin aus welchem Grund auch immer nicht leiden können und sich ernsthaft Hoffnung machen, dass dieser Verein in dieser Saison in die 2. Liga absteigen wird, muss ich jetzt leider mal ganz böse enttäuschen, denn Mannschaften wie Schalke 04 oder der FSV Mainz 05 oder auch Arminia Bielefeld werden mit Sicherheit am Ende der Saison in der Tabelle hinter Hertha BSC Berlin stehen, da diese ja bekanntlich noch schlechter spielen als Hertha BSC Berlin. Ich bin jetzt auch kein Hertha-Fan, aber ich denke, dass man mir realistisch betrachtet mit dieser Prognose nicht groß widersprechen wird.

  2. 35.

    Süß, wie sich hier einige in Häme, Neid und Unwissenheit ergießen. Aber keine Sorge, Hertha wird auch diese Krise überstehen und daraus gestärkt hervor gehen. Ha Ho He

  3. 34.

    Zitat: "Pal Dardai hat die Situaton der Hertha prima auf den Punkt gebracht: Zusammengekaufte Jungspieler, fehlende Erfahrene."

    Das fand ich auch nicht schlecht von Dardai. Er meinte damit ja durch 'die Blume', dass man wohl nach dem Einstieg von Tennor einer gewissen "Jetzt gehts los!" Mentalität anheim gefallen ist und dabei vergessen hat, Spieler zu holen, die für 'normale Arbeit' auf dem Platz stehen.

  4. 33.

    Tabula,

    Sie liegen in vielem falsch. Das beginnt schon mit Ihrer Unterstellung (oder Annahme), alle, die sich hier nicht gerade positiv zu Hertha geäussert haben seien Union Fans. Das würde ich doch in Zweifel ziehen. Denn ob Sie's glauben oder nicht, es gibt auch jede Menge Berliner (und nicht-Berliner), die keine Unioner sind und trotzdem mit Hertha nichts anfangen können oder den Club sogar sehr wenig schätzen. Weitere Punkte wären der von Ihnen behauptete angebl. Minderwertigkeitskomplex der FCU Fans - weit entfernt davon!; die bislang nur regionale Bekanntheit des FCU; die Annerkennung Herthas als sog. "Big City Club"- die Verwendung dieses Begriffs ist eher ironischer Natur; die einseitige Betrachtung der "Schmähkultur" . . .

    Und dass sich hier in Berlin eine Feindschaft ähnlich der zwischen Dortmund und Schalke entwicklen könnte, sehe ich absolut nicht. Wobei einige Hertha Fans, im Verbund mit Hohenschönhauser Hooligans, beim ersten BL-Derby dafür einiges getan haben . . .

  5. 32.

    Oftmals zeigt es nur einen Minderwertigkeitskomplex auf. Union iShares eben nicht nicht so lange in der Bundesliga und Hertha die ältere und bekanntere Mannschaft. Mit Berlin verbindet man als Außenstehender eben die Hertha. Union war bislang nur regional bekannt. Aber das ist nicht weiter schlimm für Herthaner. Die haben Erfahrung in der Bundesliga und sind mehrmals ab- und wieder aufgestiegen. Solche Durstrecken wie jetzt sind bei Hertha immer wieder normal. Lasst den Unionis doch mal die Freude, wenn es besser läuft als beim etablierteren Verein. Die sog. Eisernen sehen Hertha ja Big City Club. Dadurch anerkennen sie auch, wer eben der Hauptstadtklub ist und wer der Frischling. Was juckt es den Baum, wenn der Eber sich an ihm reibt. Ich freue mich, dass Berlin zwei BL Vereine hat, aber die positive Entwicklung bei Union wird eben durch die Äußerungen einiger Fans echt mit einem üblen Beigeschmack versehen. Evtl. eine entwickelt sich hier eine Fanfeindschaft wie im Ruhrgebiet.

  6. 31.

    Ich denke, wer peinlich ist und wer nicht, ist hier klar zu erkennen.

  7. 29.

    Ich stimme Ihnen zu. Ich bin selber ehrenamtlich im Sport tätig. Solch Äußerungen sind ein absolutes no go. Klar darf's mal ein kleiner Scherz über den Konkurenten sein. Aber gegenseitiger Respekt ist ein Muss. Denke mal, dass diese Kommentatoren eher selber wenig aktiv Sport betreiben.

  8. 27.

    Was hier an "Kommentaren" veröffentlicht wird, ist eigentlich nicht zu fassen. Der sinnlose Hass, gepaart mit völligem Unverstand und gepackt in ansonsten inhaltsleere Einzeiler, wäre deprimierend, käme er von einer Vielzahl von Menschen anstatt von den immer gleichen Figuren.

  9. 26.

    Hertha verdient die zweite Liga ohne wenn und aber ! Einer der schwächsten Vereine der Liga- ein zwei Zweitliga wird das vll wieder mehr Energie bringen. Auch wenn ich denen natürlich Siege gönne und auch Union die erste Liga sehr gönne.

  10. 23.

    Mein Glückwunsch zur nächsten Niederlage HURRA ZWEITE LIGA WIR KOMMEN MIT GROßEN SCHRITTEN.

  11. 21.

    Pal Dardai hat die Situaton der Hertha prima auf den Punkt gebracht: Zusammengekaufte Jungspieler, fehlende Erfahrene.
    Finde es toll, dass er es so unverblümt ausspricht. Er ist nicht der Typ, der rumschwafelt und sich irgendwelche Sachen aus den Fingern saugt in Interviews, sondern sieht die Dinge klar und nüchtern. Guter Mann!

  12. 20.

    Pal Dardai wird es schaffen wieder ein Team zu formen und den Abstieg verhindern.

  13. 19.

    Also ich freu mich, Hertha rückt dem gemeinsamen Abstieg mit Schalke immer näher.

    Ha,ho ich lach mich kaputt BSC. :o)))

  14. 18.

    Herrliches Ergebnis!

  15. 17.

    Süß, wie sich hier einige in Häme, Neid und Unwissenheit ergießen. Aber keine Sorge, Hertha wird auch diese Krise überstehen und daraus gestärkt hervor gehen. Ha Ho He

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