Piatek im Zweikampf mit Voigt. (Quelle: imago images/Contrast)
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Hertha verliert 0:3 gegen Hoffenheim - Überlegen gespielt und doch deutlich verloren

Elfmeter verschossen, Torchancen vergeben: Hertha BSC konnte auch gegen Hoffenheim die eigene Überlegenheit nicht nutzen. Die vierte Heimniederlage der Saison besiegelt Herthas schwächste Hinrunde seit elf Jahren.

Hertha BSC ist auch im dritten Spiel in Folge tor- und sieglos geblieben. Gegen den Tabellenvierzehnten Hoffenheim spielte der Berliner Fußball-Bundesligist über weite Strecken zwar überlegen, nutzte aber seine Chancen nicht. Die Hoffenheimer wiederum spielten extrem effektiv und überholten die Berliner in der Tabelle.

Der Spielverlauf

Die erste Überraschung gab es bereits eine Stunde vor der Partie, als die Mannschaften ihre Startaufstellungen bekannt gaben. Hertha-Topscorer Matheus Cunha tauchte in Herthas erster Elf auf - obwohl Coach Bruno Labbadia am Montag einen Einsatz von Beginn an kategorisch ausgeschlossen hatte.

Die Rückkehr des Berliner Hoffnungsträgers schien dem Team in der Anfangsphase durchaus Rückenwind zu geben. Die Gastgeber waren spielbestimmend und hatten nach einem Foul an Stürmer Jhon Cordoba im Strafraum die große Chance zur Führung. Den berechtigten Elfmeter verschoss Krzysztof Piatek jedoch (12. Minute). Seinen Flachschuss ins linke Eck konnte Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann parieren.

In der Folge entwickelte sich eine Partie, in der Hertha dem Führungstreffer häufig näher war als die Gäste. Die wiederum präsentierten sich deutlich effektiver und gingen mit ihrem ersten gefährlichen Angriff durch Sebastian Rudys abgefälschten Schuss in Führung (32.).

Nach der Pause gingen die Charlottenburger ins Risiko und wurden immer offensiver. Trotz diverser guter Möglichkeiten sprang kein Tor heraus. Die Hoffenheimer blieben sich treu, konterten und trafen: Andrej Kramaric sorgte mit seinem ersten Treffer für die Vorentscheidung (68.). Den Berlinern gelang in der Schlussphase nicht mehr viel. Kramaric wiederum hatte noch Lust auf Tore und erzielte per Freistoß den 3:0-Endstand (88.).

Die Kurzanalyse

Die Rückkehr von Ballkünstler Matheus Cunha belebte die Offensive von Hertha BSC sichtlich. Die Berliner hatten in den ersten 25 Spielminuten beeindruckende 70 Prozent Ballbesitz. Doch wie so oft in dieser Saison nutzten die Gastgeber ihre Chancen nicht.

Von dem verschossenen Elfmeter ließen sich die Blau-Weißen zunächst nicht entmutigen, rannten weiter unerschütterlich an. Der Führungstreffer durch Rudy, so ziemlich aus dem Nichts, war dann aber ein klarer Wirkungstreffer. Hertha wirkte im Anschluss phasenweise unsortiert, wackelte in der Abwehr und ließ sich in der zweiten Hälfte auskontern. Auch die offensiven Einwechslungen von Coach Labbadia konnten am Ende nichts mehr an der Niederlage ändern.

Das sagt das Netz

Twitter-User "Marc Schwitzky" schaut nach der Niederlage in eine mögliche Zukunft ohne Trainer Bruno Labbadia. Was für Qualitäten muss denn der Nachfolger mitbringen?

"Juri Sternburg" freut sich nach dem verschossenen Elfmeter von Piatek schon auf die Analyse nach der Partie.

"Steven 1892" hat keine Lust mehr auf Analysen. Er wirkt doch etwas desillusioniert.

Der Liveticker zum Nachlesen

Sendung: rbb24, 19.01.2021, 22 Uhr

Die Tabelle

Fußball Bundesliga

  • Freitag, 26.Februar, 20.30 Uhr
    Werder Bremen - Eintracht Frankfurt2:1(0:1)
    Samstag, 27.Februar, 15.30 Uhr
    Bayern München - 1.FC Köln5:1(2:0)
    Borussia Dortmund - Arminia Bielefeld3:0(0:0)
    VfL Wolfsburg - Hertha BSC2:0(1:0)
    VfB Stuttgart - FC Schalke 045:1(3:1)
    Samstag, 27.Februar, 18.30 Uhr
    RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach3:2(0:2)
    Sonntag, 28.Februar, 13.30 Uhr
    Union Berlin - 1899 Hoffenheim1:1(1:1)
    Sonntag, 28.Februar, 15.30 Uhr
    FSV Mainz 05 - FC Augsburg0:1(0:1)
    Sonntag, 28.Februar, 18.00 Uhr
    Bayer Leverkusen - SC Freiburg1:2(0:0)
    PlVereinSpguvToreDiffPkt
    1.Bayern München23164367:32+3552
    2.RB Leipzig23155343:20+2350
    3.VfL Wolfsburg23129237:19+1845
    4.Eintracht Frankfurt23119346:32+1442
    5.Borussia Dortmund23123848:31+1739
    6.Bayer Leverkusen23107641:26+1537
    7.Union Berlin23810536:26+1034
    8.SC Freiburg2397737:35+234
    9.Borussia Mönchengladbach2389640:36+433
    10.VfB Stuttgart2388744:36+832
    11.1899 Hoffenheim23761037:40-327
    12.Werder Bremen2268826:32-626
    13.FC Augsburg23751123:35-1226
    14.1.FC Köln23561221:41-2021
    15.Hertha BSC23461326:42-1618
    16.Arminia Bielefeld22531418:41-2318
    17.FSV Mainz 0523451423:44-2117
    18.FC Schalke 0423161616:61-459
    PL
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46 Kommentare

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  1. 46.

    Sorry, dass meine Meinung (und persönliche Erfahrung) nicht zum Selbstbild der alten Unioner passt. Liegt aber nicht daran, dass ich irgendwas nicht kapiere. Ich habe durchaus großen Respekt vor der sportlichen Leistung, die ist derzeit herausragend. Und ich bin auch sicher, dass es viele junge Fans gibt, die nicht intolerant gegeüber allem Fremden sind. Ansonsten wird wohl die Zeit den Mief von Ostalgie und Xenophobie vertreiben.

  2. 45.

    Sie kapieren es einfach nicht.
    Niemand bei Union verleugnet die Geschichte des Vereins, im Gegenteil, wir können stolz darauf sein und sind es auch. u.a. dies ist attraktiv für Menschen mit offenem Geist ohne Betonmauer vor dem Kopf. Einige meiner Freunde aus den "alten" Ländern, wie auch meine Frau, sind inzwischen Unioner mit Herzblut. Ja, Union ist ein Kind der DDR und wenn Sie den Unterschied zu einer Staatsgründung nicht selbst erkennen, dann tun sie mir echt leid.

  3. 44.

    Zitat: "Union ist ein Kind der DDR und kann das auch bis heute nicht verleugnen."

    Ähem, Millionen Deutsche, die vor 1990 in den sog. neuen Bundesländern und Ost-Berlin geboren wurden, sind 'Kinder der DDR', Stefan. Und zu Union Berlin: Erkennen Sie im Verein DDR Strukturen oder unter den Anhängern eine besondere Affinität zum A&B Staat? Oder wie ist Ihr Spruch gemeint?

  4. 43.

    Ist schon erstaunlich, wie sich einige hier echauffieren. Einfach mal bei Wikipedia nachlesen, wie es zur Gründung von Union kam. Und dass es zahllose Vorgängervereine gab, weil die ganze Sportlandschaft der DDR von den Staatsbürokraten dauernd durchgemischt wurde, ist mir durchaus geläufig. Da gab es alles, nur keine Kontinuität. Union ist ein Kind der DDR und kann das auch bis heute nicht verleugnen.

  5. 42.

    . . . ich meinte natürlich, dass bei Freistößen für Union diese Sprechchöre erschallten - sonst machts ja keinen Sinn. ;-)

  6. 41.

    @Stefan H.
    Haben sie überhaupt auch nur ein klein wenig Ahnung von Fußball ?

  7. 40.

    Die Gründung der Clubs 65/66 sollte den DDR Fussball szgn. professionalisieren und international anschlußfähig machen, was natürlich eine sportpolitische Entscheidung war.

    Trotdem ist der FCU ist keine "Staatsgründung", Stefan. Er ging aus der Fussballsektion des TSC Berlin hervor und sollte auf Anregung des FDGB-Vorsitzenden Warnke als ziviler Club ein Gegenstück zum BFC (Stasi) und Vorwärts (NVA) darstellen. Natürlich saßen im ersten Vorstand auch Politiker wie bspw. Hans Modrow, da ohne "die Partei" in der DDR gar nichts ging. Allerdings stand die Anhängerschaft des FCU dem Staat schon immer sehr kritisch gegenüber - und Sprechchöre wie z. B. "Die Mauer muss weg!" bei Freistößen für den Gegner, waren Usus.

  8. 39.

    Falsch! Bitte erst informieren, dann irgendwelche absurden Behauptungen aufstellen! 1920 gab es die Deutsche Demokratische Republik noch nicht.

  9. 38.

    Wollen Sie sich nicht doch lieber erst mal klug machen, bevor Sie wiederholt dummes Zeug von sich geben?

    Zufällig heute feiert der 1.FC Union Berlin seinen 55. Geburtstag. Über die Gründungsveranstaltung am 20.01.1966 kann man u.a. aktuell auf der Website etwas nachlesen. Im Zweifel hilft auch Wiki oder eben ein tieferes Belesen in der Vereinshistorie auf o.g. Vereinswebsite. Ev. stoßen Sie dabei auf die Vorgängervereine wie u.a. Union Oberschöneweide oder SC Union 06 oder TSC Berlin.

  10. 37.

    Oh, danke, Union!!! Fühle mich gar nicht mehr als Versager!
    Danke, Wolfi, nur nicht vergessen : Im Fußball zählt nur der Augenblick, genießt ihn, ihr Köpenicker, es kommt dann auch wieder anders...

  11. 36.

    Nein, ich fürchte, da liegen Sie falsch. Union ist eine Staatsgründung der DDR, die Legende vom subversiven Freiheitsclub klingt schön, ist aber völlig falsch.

  12. 35.

    Das viele Geld was Hertha angeblich besitzt wird wieder einmal mit solchen teuren Spielern aus dem Fenster geworfen!

  13. 34.

    Hi, ich bin 57 geworden, kenne die alte Dame ziemlich lange;;; Was ich in der Zeit erlebt habe in so einer grossen Weltstadt wir Berlin ist." Berlin kann alles" nur keinen Fußball!!!! Ist schon krass!!! Und was meine alte Dame anzubieten hatte war eigentlich zum größten Teil "Schrott" sorry Hertha .Mittlerweile schaue ich rüber zu Union und sehe wie man aus Klein Groß machen kann!!Und das mit einem wesentlich kleineren Etat wie die alte Dame! Also insgesamt alles zusammengerechnet waren wir nie richtig mal oben mit dabei. nie richtig Anwärter für die Deutsche Meisterschaft, schon gar nicht Favorit für Europameisterschaft und erst recht nicht richtig Kandidat für die Champions Liga .Sorry Preets, aber als Manager hast du zwar Hertha am Leben erhalten, aber mehr auch nicht. Das zählt auch für alle Manager davor. Und für die Trainer nehme ich auch alle ins Boot. Außer Röber, der war der einzigste der es geschafft hat.. Ha ha ha

  14. 33.

    Auf den Punkt gebracht. Leider wird von einigen immer noch mit zweierlei Maß gemessen. Was solls, das Leben geht weiter. Und wenn die Mannschaft wieder absteigen sollte ist das auch kein Beinbruch, liegt im Vereinssystem. Im Moment ist das keine homogene Mannschaft, jedenfalls sieht es so aus.

  15. 32.

    Hi,bin jetzt 57 geworden ,kenne die alte Dame schon ziemlich lange !!! Was ich in der Zeit erlebt habe in so einer grossen Weltstadt wie Berlin ist," BERLIN KANN ALLES " nur kein fussball !!!!!!!!?! Ist schon krass !!!!!? Und was meine alte Dame anzubieten hatte war eigentlich zum größten Teil nur "Schrott " sorry Hertha. Mittlerweile schaue ich rüber zu Union ,und sehe wie mann aus klein gross machen kann !!! Und das mit einen wesentlichen kleineren etat wie die alte Dame!!!!! Also insgesamt alles mal zusammen gerechnet waren wir nie richtig mal oben mit dabei,nie richtiger Anwärter für die deutsche Meisterschaft, schon gar nicht Favorit für euromeisterschaft , und erst recht nicht richtiger Kandidat für die Champions Liga!!! Sorry Preets,aber als Manager hast du zwar Hertha am Leben gehalten ,aber mehr auch nicht!!! Das zählt auch für alle Manager davor!!! Und für die Trainer nehme ich auch alle ins Boot !!! Ausser röber, der war der einzigste der es geschafft hat!!! ..ha ha he

  16. 31.

    Es lohnt sich einfach nicht mehr über diesen Verein nachzudenken oder zu schreiben. Abgehakt das Ganze. Geht's so weiter, dann demnächst 2.BuLi.

  17. 30.

    Stefan, schwer erträgliche Anhängerschaft?! Wer hat denn beim jüngsten Derby schwere Körperverletzungen mi Pyro in die Zuschauer und auf den Rasen in Kauf genommen? Doch wohl die Ultras ohne Ehre aus dem Gästeblock. Und wer verbündet sich zum Teil mit den Fascho- Kampfsportlern aus Hohenschönhausen? Das ist schwer erträglich!!

  18. 29.

    Tolle Analyse - einer teilweise schwer erträglichen Anhängerschaft-
    Wenn ich mir überlege was Sogenannte Herta Fans abgelassen haben-Na Danke.
    Alles schon vergessen ?

  19. 28.

    na, Sie müssen schon arg verzweifelt sein, bei diesen Fehleinschätzungen ;-) Irgendwie scheint das aus dem Management der Windbeutel GmbH & Co. KGaA. abzufärben.

    Die Headline dieses Artikels brachte mich heute morgen wieder zum Schmunzeln. "Überlegen gespielt"... wenn man das Spiel verfolgt hat und sich die Zweikampfwerte und die Laufleistungen beider Mannschaften im Detail ansieht, sieht man massive Unterschiede und man erkennt, wer mit Herz und Einsatz dabei war.
    Da schenkt man schon solidarisch drei Punkte für den Klassenerhalt und was machen die? zeigen Spitzenleistungen gegen so übermächtige Gegner wie Bielefeld, Köln, Hoffenheim... Europa wird wohl noch ne ganze Weile ohne den Big Shitty Club auskommen müssen.

  20. 27.

    "Überlegen gespielt, aber trotzdem verloren" - klingt wie lautes Pfeifen im dunklen Wald.
    "Überlegen" heißt aber auch, dass es ein Siegt hätte werden müssen. Was ist aber passiert? Das "Überlegen" steht jetzt auf Platz 14 und trennt nur zwei Plätze vor dem Abstieg.
    Ich sehe den Big-City-Club in der nächsten Saison in der 2.Liga - leistungsgerechte.

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