Die Spieler von Hertha BSC jubeln (Quelle: imago images/Nordphoto)
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Audio: Inforadio | 10.01.2020 | Dennis Wiese | Bild: imago images/Nordphoto

Nach Herthas 3:0 gegen Schalke - Eine Siegesserie für mehr Selbstvertrauen

Nach einem Erfolg - wie zuletzt gegen Schalke - war bislang Schluss für die Hertha: Zwei Siege in Folge gelangen noch nicht. Vor dem Bielefeld-Spiel spürt Bruno Labbadia eine Leichtigkeit im Team und glaubt an drei Punkte - in seiner alten Heimat. Von Dennis Wiese

Das Personal

Zwischen Plan und Umsetzung klaffte bei Hertha bislang oft eine große Lücke. Gegen Schalke gingen die Ideen von Trainer Labbadia auf: Innenverteidiger Omar Alderete rückte für Jordan Torunarigha in die Startelf und sorgte für Stabilität. Der wiedergenesene Jhon Cordoba machte Herthas Sturm besser und erzielte ein Tor. In der Schlussphase, Hertha lag in Führung, wurde Krzysztof Piatek für Cordoba eingewechselt. Der polnische Stürmer hatte den - für sein Spiel so wichtigen - Raum und traf ebenfalls.

Gut möglich, dass Labbadia auch bei Aufsteiger Bielefeld (Sonntag, 18 Uhr) auf dieselbe Anfangsformation setzt.

Es fehlen: Dedryck Boyata (Fußverletzung), Javairo Dilrosun (Knieverletzung) und Mathew Leckie (Bauchmuskelbeschwerden)

Die Form

Zwei Siege nacheinander. Das gelang Hertha in dieser Saison noch nicht. Nach dem 3:0-Erfolg gegen Schalke haben die Berliner in Bielefeld nun die nächste Chance dazu. Trainer Bruno Labbadia hat bei seiner Mannschaft eine gewisse "Leichtigkeit" ausgemacht. Auch in der Woche vor dem Spiel gegen Schalke sei das gute Gefühl seiner Mannschaft schon deutlich spürbar gewesen. Warum also nicht nachlegen und im Januar eine Serie starten?

Bielefeld, Köln, Hoffenheim, Bremen. Herthas kommende Gegner stehen (wie schon die Gegner der letzten drei Partien) in der Tabelle alle hinter den Blau-Weißen.

Der Gegner

Ausrufezeichen konnte Aufsteiger Arminia nur zu Saisonbeginn setzen. Einem Unentschieden in Frankfurt folgte ein 1:0-Erfolg gegen Köln. Dann war der Überraschungseffekt des Neulings mit Trainer Uwe Neuhaus verpufft: Bielefeld verlor sieben Spiele nacheinander, holte sich mit dem 0:5 beim 1. FC Union die heftigste Abreibung ab. Noch dazu bei Neuhaus‘ langjährigem Arbeitgeber in Köpenick.

Hohe Niederlagen gab es aber nur gegen Union und die Bayern (1:4), ansonsten verlaufen Bielefelds Spiele knapp. Zwei ganz wichtige Partien konnte der Aufsteiger im Dezember gewinnen: 2:1 gegen Mainz und 1:0 bei Schalke. Das sind die beiden Mannschaften, die Bielefeld in der Tabelle damit hinter sich gehalten hat. Nach 14 Spielen stehen die Arminen auf Relegationsplatz 16. Und: Bielefeld gehört (zusammen mit dem 1. FC Union) zu den Bundesligamannschaften, die am meisten laufen.

Arne Maier wechselt für ein Jahr per Leihe zu Arminia Bielefeld. (Quelle: imago images/Bernd König)Von Hertha an Bielefeld ausgeliehen: Arne Maier.

Herthaner im Fokus

Arne Maiers Karriere begann kometenhaft: Im Mai 2018 wurde er, als Herthas Anführer im zentralen Mittelfeld, Deutscher A-Jugendmeister. Nie zuvor konnten die Berliner den Nachwuchstitel gewinnen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Maier schon etliche Bundesligaspiele bei den Profis auf dem Buckel, wurde dann mit 19 Jahren unter Trainer Pal Dardai endgültig Stammspieler. Der Ungar schwärmte vom größten Talent einer "goldenen Hertha-Generation".

Gegen Ende seiner ersten Saison verletzte Maier sich, fiel mit Innenband- und Knieproblemen insgesamt sieben Monate lang aus. Förderer Dardai war dann weg, Jürgen Klinsmann als neuer Trainer da. Der holte für das zentrale Mittelfeld Santiago Ascacibar und (für die folgende Saison) Lucas Tousart. Maier kam nur zu Kurzeinsätzen und drängte wegen der großen Konkurrenz im vergangenen Winter öffentlich auf einen Wechsel.

Hertha wollte sein Kronjuwel unter keinen Umständen ziehen lassen, im Oktober aber ging Maier dann doch, auf Leihbasis zu Aufsteiger Arminia Bielefeld. Der Gedanke: Neues Umfeld, Spielpraxis, Selbstvertrauen. Und dann gestärkt zu Hertha zurückkehren. Maiers Vertrag läuft bis zum Sommer 2023. Doch auch bei Herthas Gegner Bielefeld kommt Maier kaum zum Zug. Eine kleinere Verletzung und ein größeres Formtief stoppten bislang jegliche Weiterentwicklung. Gegen seine Hertha könnte Arne Maier auflaufen.

Besonderheiten

Es war der Sommer des Jahres 2000. Es war in Bielefeld. Bei Bundesliga-Absteiger Arminia stand Stürmer Bruno Labbadia unter Vertrag, im Spätherbst seiner Karriere. Labbadia war 34. Seine Deutschen Meistertitel mit Kaiserslautern und den Bayern lagen lange zurück. Und doch knipste der "schöne Bruno" noch immer regelmäßig: Elf Tore gelangen ihm in der Abstiegssaison. Elf weitere sollten es auch in der folgenden Zweitligasaison werden.

Gemeinsam mit dem erfahrenen Stürmer trug in dieser Saison erstmals ein junger Innenverteidiger das Trikot der Arminen: Ein gewisser Arne Friedrich, damals 21 Jahre jung. Friedrich und Labbadia stiegen mit Bielefeld in die Bundesliga auf. Labbadia wechselte nach Karlsruhe, Friedrich später zu Hertha, wurde dort Führungsfigur, Kapitän und Nationalspieler. Nun kehren Hertha-Trainer Bruno Labbadia und Sportdirektor Arne Friedrich gemeinsam nach Ostwestfalen zurück.

Sendung: Inforadio, 10.01.2020, 10:14 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

5 Kommentare

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  1. 5.

    Die arbeiten. HomeOffice ist da nicht möglich. Und es ist ein getesteter und geschlossener Personenkreis. Zuschauer sind nicht im Stadion. Arbeiten ist wohl eher notwendig, als Verwandte knuddeln

  2. 4.

    Ein unangenehmer Gegner, bei dem es vor allem noch mit dem Toreschießen hapert, der mir im Artikel aber etwas zu sehr unterschätzt wird. Dass nach zuletzt einem Sieg auch schon wieder von einer Serie geschrieben wird und dabei gleich mal die kommenden vier Gegner aufgelistet werden, finde ich aktuell unangebracht und wenig hilfreich. Ist es denn so schwer, mal von Spiel zu Spiel zu denken bzw. zu analysieren? Wenn dann mal ein Lauf kommen sollte, kann man den ja gerne mitnehmen, aber herbeireden oder -schreiben lässt er sich halt nun mal nicht.
    Ich bin gespannt auf das Spiel am Sonntag.

  3. 3.

    Nachtrag, diese Fußballer usw umarmen sich reihenweise ohne Maske, aber die nächsten Verwandten und beste Freunde darf man nicht treffen, völlig unverständlich

  4. 2.

    Alles wird verboten. Müssen diese Sportveranstaltungen jetzt sein? Sollten auch verboten werden, wie im ersten Lockdown

  5. 1.

    Unbedingt nachlegen gegen Bielefeld und nicht mit einem Unentschieden zufrieden geben.

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