leere Ränge im Hinspiel Hoffenheim gegen Hertha BSC (Quelle: Wagner/Witters/Pool/Witters)
Audio: Inforadio | 19.01.2021 | Jakob Rüger | Bild: Witters GmbH

Hertha BSC gegen Hoffenheim - Krisenduell der Enttäuschenden

Hertha BSC schließt eine wieder einmal enttäuschende Hinrunde ab. Gegen Hoffenheim (Dienstag, 20:30 Uhr) plagen die Berliner Verletzungssorgen - und sie treffen auf einen alten Bekannten, der um seinen Job kämpft. Von Jakob Rüger

Das Personal

Die gute Nachricht nach der Nullnummer gegen Köln: Es gibt keine neuen Verletzungen im Team von Hertha BSC. Trainer Bruno Labbadia muss weiterhin auf sechs Spieler verzichten. Youngster Luca Netz überzeugte zuletzt im Training und bei seinen Joker-Einsätzen, vielleicht ist er eine Alternative auf der Linksverteidiger-Position. Die Personaldecke vor allem in der Offensive ist extrem dünn. Labbadia fehlt es an Alternativen. So wird der gegen Köln enttäuschende Dodi Lukebakio gegen Hoffenheim (Dienstag, 20:30 Uhr) wieder von Beginn an spielen, weil es auf der Bank keine gleichwertigen Alternativen gibt.

Für Spielmacher Matheus Cunha, der das Hertha-Spiel in Köln nach seiner Einwechslung sichtbar belebte, kommt ein Startelf-Einsatz gegen Hoffenheim noch zu früh. "Wir müssen schauen, was in der englischen Woche für ihn geht", erklärt Labbadia vor dem Spiel. "Wir wissen um seine Stärken, er hat am Montag leicht trainiert, aber wir werden ihn bis zum Hoffenheim-Spiel nicht fitter bekommen." Immerhin: Cunha bleibt eine Option als Joker, sollte das Berliner Spiel mehr offensive Qualität benötigen.

Es fehlen: Dedryck Boyata (Fuß), und Javairo Dilrosun (Knie), Marvin Plattenhardt, Eduard Löwen, Jessic Ngankam und Marton Dardai (alle muskuläre Probleme).

Die Form

Hertha feierte nur einen Sieg (3:0 gegen Schalke 04) in den vergangenen sechs Spielen. Dabei wollten die Berliner doch gerade gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte zum Ende der Hinrunde punkten. "Die Probleme liegen auf der Hand, nämlich dass wir keine Konstanz hinbekommen haben", so Labbadia über die erste Saisonhälfte. "Immer wenn man das Gefühl hatte, wir gehen jetzt den Schritt über diesen Berg, haben wir wieder einen Rückschritt gemacht. Es fehlte die Konstanz bei mehreren Spielern."

Das interne Ziel Europapokal ist in weite Ferne gerückt. "Erstmal tun wir gut daran, die Situation anzunehmen, die wir haben. Natürlich haben wir uns mehr erhofft", so Labbadia. Hertha zeigte am Wochenende in Köln (0:0) eine Reaktion auf die schwache Leistung in Bielefeld (0:1). Doch offensiv geht derzeit nichts bei den Berlinern. Hertha fehlt ein klarer Plan in der Offensive, wie man sich Torchancen erarbeiten kann. Das Thema Torabschluss stand zu Beginn der Woche auf dem Trainingsplan.

Der Gegner

Die TSG Hoffenheim weist eine ähnliche Bilanz wie Hertha BSC auf. Auch die Sinsheimer holten nur einen Sieg aus den vergangenen sechs Bundesligaspielen. "Sie sind sicherlich unter den Erwartungen geblieben, wie wir", sagt Labbadia mit Blick auf den Tabellennachbarn. "Sie haben das eine oder andere Spiel verloren, wo sie mehr Chancen gehabt haben als der Gegner. Das ist eine gut besetzte Mannschaft mit guten Einzelspielern." Hoffenheim hat das Verletzungspech voll erwischt. Gleich neun Spieler fehlen für das Spiel in Berlin. Nun droht auch Abwehrchef Kevin Vogt, nach der Nullnummer in Bielefeld, mit einer Daumenverletzung auszufallen.

Die Besonderheiten

Zehn Jahre spielte Sebastian Hoeneß für die Hertha-Amateure (1999 bis 2006 und 2007 bis 2010). Seit Sommer ist der Sohn von Ex-Hertha-Manager Dieter Hoeneß Bundesliga-Trainer in Hoffenheim. "Als er hier war, war er noch ein junger Kerl", erinnert sich Herthas Manager Michael Preetz. "Von hier aus hat er seine Trainerlaufbahn aufgebaut. Ich glaube, er hatte einen guten Einstand in Hoffenheim." Über die Jugend von RB Leipzig und den Münchener Bayern ging es für Hoeneß auf die Trainerbank von Hoffenheim.

Am zweiten Spieltag schlug die TSG den frischgekürten Triple-Gewinner FC Bayern sensationell mit 4:1. Doch danach steckten sich reihenweise Spieler mit Corona an. Der frisch gebackene Bundesligatrainer Hoeneß musste das Team immer wieder umbauen. Nun steht der 38-Jährige ausgerechnet gegen Hertha BSC unter Druck. In Hoffenheim wird offen über die Zukunft des Trainers diskutiert. Das Duell Hertha BSC gegen Hoffenheim ist ein Krisenduell zweier Teams, die deutlich höhere Ansprüche haben.

Sendung: Inforadio, 19. Januar 2021, 06:15 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

5 Kommentare

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  1. 5.

    Tennor-Windhorst zu Gast bei Corona-Gewinnler Hopp.
    Plastikfußball.

  2. 4.

    Was bedeutet denn BCC?
    Hertha BSC heißt der Verein. Hertha BSC hatte
    Immer wieder unterschiedliche Zeiten. Das ist
    bei der langen Bestehenszeit seit 1892 normal.
    Da gibt es Aufs und Abs. Bei längerer Erfolg-
    Losigkeit Trennung.

  3. 3.

    Na da treffen zwei Lahme aufeinander. Mal abwarten wer von denen einen Tick schneller ist.

  4. 2.

    Und Michael Preetz ist immer noch nicht beurlaubt! Soll wohl mit dem Neuanfang in der 2. Liga erfolgen?! Na servus.

  5. 1.

    Vorm Spiel eine kurze Bilanz des BCC unter Cheftrainer Labadia und Manager Preetz !
    25 Spiele ; 30 Punkte ; 39:36 Tore / BL
    Stellt diese Bilanz , die Fan‘s des BCC zufrieden ?! Ist diese Bilanz eines BCC würdig ?!
    Der BCC , Herr Preetz und Herr Labadia müssen gegen Hoffenheim liefern !

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