Unions Trainer Urs Fischer bei der 1:2-Niederlage in Augsburg (imago images/Anette Foks)
Audio: Inforadio | 24.01.21 | 16:15 Uhr |Stephanie Baczyk | Bild: imago images/Anette Foks

Union nach der Niederlage in Augsburg - Auf der Suche nach der Geduld

Dass der 1. FC Union auch das Rückspiel gegen den FC Augsburg verliert, will nicht recht zum ansonsten so guten Saisonverlauf passen. Auch Trainer Urs Fischer zeigt sich verwundert. Er hat indes besonders eine Ursache ausgemacht. Von Ilja Behnisch

So ganz stimmt es ja ohnehin nicht, das Klischee vom ruhigen Union-Trainer Urs Fischer. Er kann schon auch laut und bestimmt auftreten, der 54-jährige Schweizer. Während der Spiele seiner Mannschaft zum Beispiel. Wenn seine Stürmer sich für seinen Geschmack zu sehr darauf besinnen, auf eine Torchance zu lauern, dann hallt schonmal ein kräftiges "Move" (auf deutsch: Beweg Dich, Anm. d. Red.) über den Rasen.

Und auch allzu forschen Journalistenfragen stellt Fischer zuweilen deutliche Antworten entgegen. "Es ist doof und dumm, über Europa nachzudenken. Erzählen Sie nicht sowas“, sagte Fischer etwa nach dem 2:1-Erfolg seiner Mannschaft in Köln und auf die Frage eines Reporters. Öffentliche Kritik an seinen Spielern jedoch war bisher selten zu vernehmen. Auch, weil es wenig Anlass dazu gab. Schließlich ist Fischers Arbeit in Köpenick eine einzige Erfolgsgeschichte. Eine Erfolgsgeschichte, in die Ergebnis und Leistung der jüngsten 1:2-Niederlage in Augsburg allerdings nicht so recht hineinpassen wollten.

Keine "Lösungen gefunden"

"Wir haben eindeutig zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht. Ich werde der Mannschaft ins Gewissen sprechen müssen", hatte Fischer bereits im Nachgang des Rückrundenauftakts gesagt. Am Sonntag legte er im Rahmen eine virtuellen Medienrunde nach: "In der Pause sprichst Du dann ein, zwei Dinge an kurz darauf liegst Du 1:2 hinten und denkst wieso?"

Welche Sachen genau Unions Trainer angesprochen hatte, verriet er nicht. Es liegt allerdings nahe, dass es dabei auch um Geduld ging. "Das müssen wir erst noch lernen", sagte Fischer. Union hatte die Partie in Augsburg zwar über weite Strecken im Griff, war spielbestimmend. Jedoch ohne dabei wirklich gefährlich zu werden für das Tor von Ex-Unioner Rafał Gikiewicz. 26 Flanken schlugen die Eisernen während der 90 Minuten in den Strafraum der Gastgeber, zumeist jedoch überhastet. Auch deshalb konstatierte Fischer: "Wir haben nicht die Lösungen gefunden, das Spiel auszugleichen."

Hoffnung auf Pohjanpalo-Rückkehr

Gegen die vor allem auf ihre Defensive bedachten Augsburger, bei denen der zweifache Torschütze Florian Niederlechner hinterher von einem "dreckigen Arbeitssieg" sprach, fehlten Union so womöglich auch ganz spezielle Spielertypen. Spielertypen wie Max Kruse (32) oder Joel Pohjanpalo (26). Zumindest der Finne aber könnte bald zurückkehren in die Mannschaft, so Fischer: "Joel hat heute das Mannschaftstraining der Ersatzspieler bestritten. Wir versuchen, ihn so schnell wie möglich an den Kader heranzuführen."

Ob es für Pohjanpalo dann bereits am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach zu einem Startelfeinsatz reichen würde, ist allerdings fraglich. Vor allem auch, da der Finne seine bisher neun Bundesligatore alle nach einer Einwechslung erzielte.

Und überhaupt, so Urs Fischer, würden Veränderungen nicht auf Knopfdruck greifen. Dennoch: "Wir haben heute die Analyse vorgenommen, das gilt es mitzunehmen und in der gleichen Situation umzusetzen. Und auf der Gegenseite steht eine Mannschaft, die was dagegen hat."

Das klang dann fast schon wieder nach dem ruhigen Urs Fischer.

Sendung: rbb24, 24.01.2021, 18:15 Uhr

1 Kommentar

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 1.

    Man kann auch ruhig bleiben in Köpenick, denn mit 28 Punkten ist der Klassenerhalt so gut wie sicher und manch ein Punkt kommt auch noch

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren