Leichtathletin Alina Reh bei den Deutschen Meisterschaften 2020 (Quelle: imago images/Fotostand)
Bild: imago images/Fotostand

Leichtathletin Alina Reh - Das "größte Talent auf der Langstrecke" ist jetzt Berlinerin

Seit Anfang des Jahres ist Alina Reh Berlinerin. Die Langstreckenläuferin gilt als großes Talent und bereitet sich aktuell auf die Olympischen Spiele vor. Mit ihrem Wechsel erhofft sich ihr neuer Verein auch einen Aufschwung für die Laufszene.

Mit ihren Laufschuhen im knalligen Orange fällt Alina Reh sofort auf in der grauen Berliner Winterlandschaft, als sie am Sonntag bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an einem Waldstück vorbeiläuft. Auch in der Läuferszene sticht die 23-Jährige heraus. "Wir glauben, dass Alina in Deutschland das größte Talent auf der Langstrecke ist", sagt Mark Milde, Renndirektor des Berlin-Marathons, vom SCC Berlin. Deswegen holte der Berliner die Läuferin in die Hauptstadt.

Berliner Andre Höhne trainiert Reh seit einem Jahr

"Ich war ja doch sehr verwurzelt mit meinem Zuhause und dem Verein, dem SSV Ulm, aber Ende 2019 habe ich den Trainer gewechselt zu Andre Höhne", sagt Reh. Der ehemalige Geher ist Berliner und wohnt ohnehin schon in der Stadt. "Dann kam Mark Milde Ende letzten Jahres auf mich zu und hat gefragt, ob ich nicht wechseln möchte", erinnert sie sich. "Das hat sich dann alles sehr gut und lukrativ angehört. Da habe ich gesagt, ich wage den Schritt in die große Stadt, weg von der schwäbischen Alb nach Berlin."

Von der Stadt hat sie allerdings noch nicht viel gesehen, stattdessen bereitet sie sich in Trainingslagern auf die Olympischen Spiele vor. Die Pandemie macht der 23-Jährigen aber aktuell einen Strich durch die Rechnung. "Höhentrainingslager in der Wärme sind wegen Corona gerade nicht möglich, aber wir versuchen, das Meiste am Rande von Berlin abzudecken und uns so einigermaßen auf Olympia vorzubereiten", erklärt sie. Auch bei der Regeneration muss sie Abstriche machen, weil Schwimmbäder und Saunen geschlossen sind.

Gute Erinnerungen an Berlin

Dennoch fühlt sie sich bisher wohl in ihrer neuen Heimat und freut sich, "auf das was kommt". Die Vorzeichen stehen gut, denn das Berliner Pflaster war schon immer ein gutes für Alina Reh. "Ich habe viele schöne Erinnerungen an Berlin. Ich bin schon ein paar Mal hier auf der Straße gerannt - immer eine Bestzeit", sagt die Leichtathletin. "Und dann natürlich die Europameisterschaft 2018, ein absolutes Highlight." Denn bei den Wettkämpfen in der Hauptstadt gewann sie die Bronzemedaille über 10.000 Meter, ihr bisher größter Erfolg.

Mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen soll nun der nächste Schritt folgen. "Ich gehe auch davon aus, dass sie stattfinden werden", glaubt die zierliche Läuferin. "Freude ist auf jeden Fall da und es kribbelt, wenn man an die fünf Ringe denkt. Mit dem Gedanken steht man jeden Tag auf und geht zum Training."

Wenn sich Alina Reh auch bei den Olympischen Spielen und in Zukunft weiter in den Fokus läuft, könnte auch der SCC Berlin davon profitieren. "Wenn sie hier in Berlin oder Brandenburg unterwegs ist und trainiert, wird sich das hoffentlich auch ein bisschen auf die Laufszene hier in der Gegend abreiben", hofft Mark Milde. Auffallen wird sie mit ihren knalligen Laufschuhen in jedem Fall.

Sendung: rbb UM6, 18.01.2020, 18 Uhr

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren