Radsportlerin Trixi Worrack (Quelle: dpa/Augenklick/Roth)
dpa/Augenklick/Roth
Audio: Inforadio | 09.01.2021 | Trixi Worrack | Bild: dpa/Augenklick/Roth

Radsportlerin Trixi Worrack - "Im Kopf hatte ich mit dem Radfahren schon abgeschlossen"

Es kommt nicht häufig vor, dass sich jemand mit fast 40 wieder auf's Rad setzt und eine komplette Profisaison durchzieht. Doch die Cottbuserin Trixi Worrack macht genau das: Mit ihrem US-amerikanischen Team bereitet sie nun ihre letzte Saison vor. Von Andreas Friebel

Eigentlich wollte Trixi Worrack schon in Radsport-Rente sein. 2020 sollte ihr letztes Jahr werden. Dann kam Corona, und ein Angebot für einen Trainerjob platzt. Deswegen passt es der 39-Jährigen ganz gut, dass ihr Rennstall mit ihr noch mal verlängert: "Das hat mir in die Karten gespielt. Und ich habe gesagt: Warum nicht? Bevor ich gar nichts mache, hänge ich noch ein Jahr dran. Aber im Kopf hatte ich mit dem Radfahren schon abgeschlossen."

Locker, statt Olympiadruck

Und so steigt Worrack noch mal für eine Saison in den Sattel. Ganz ohne Stress, ganz ohne Druck und nur mit einem vorsichtigen Blick nach Tokio. "Ich will mich nicht darauf versteifen, dass man nur dieses Olympia-Jahr im Kopf hat. Das macht einen auch nicht besser. Ich will meine Arbeit für das Team gut machen. Lockerheit und etwas Spaß bringen mich einfach weiter."

Siege oder gar Titel stehen für die fünfmalige Weltmeisterin im Mannschaftszeitfahren erst einmal nicht in der Jahresplanung. Aber, nach über 20 Jahren im Nationalteam, hat Worrack eine Menge Erfahrung, auf die das US-amerikanische "Trek-Segafredo"- Team baut. Die Lausitzerin soll die Mannschaft mit ihrer großen Radsport-Erfahrung anführen. "Ich bin die rechte Hand der sportlichen Leitung und übernehme die Taktik im Team. Oder mache Ansagen an die Fahrerinnen, weil die Leitung hinten im Auto nichts sieht."

Am Samstag hebt der Flieger nach Valencia ab

Bevor es aber wieder auf die Straße und in den Rennpulk geht, hebt am Samstag der Flieger in ein zweiwöchiges Trainingscamp nach Valencia ab. Bei vorfrühlingshaften Temperaturen macht das Radfahren doch ein bisschen mehr Spaß, als bei Schmuddelwetter zuhause. "Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal im November oder Dezember nicht irgendwo in der Sonne im Trainingslager war. Das ist bestimmt zehn Jahre her. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so schwerfällt, die Sonne nicht zu sehen."

Worrack hofft, dass es Ende März, Anfang April, mit der neuen Saison losgeht. Dann stehen zunächst die Frühjahrsklassiker auf dem Programm. Ohne regelmäßig auf Corona getestet zu werden, geht aber auch im Radsport nichts. Deshalb macht sich die Cottbuserin dafür stark, dass zum Sommer hin auch Leistungssportler geimpft werden sollten. "Ich könnte mir vorstellen, dass da auch der Weltverband UCI darauf drängt. Das würde auch Sinn machen. Vor Radrennen immer sechs und drei Tage getestet zu werden, ist kompliziert."

40 Corona-Tests in einem Jahr

Denn normalerweise sollte in Deutschland nur derjenige getestet werden, der Symptome hat oder in Kontakt zu Infizierten stand. Weil Worrack zum Auswahlkader gehört und an einem Olympiastützpunkt trainiert, sind Tests leichter möglich. Etwa 40 Mal, schätzt die Cottbuserin, wurde sie im vergangenen Jahr auf Corona getestet. Bis Trixi Worrack Endes des Jahres dann wirklich in ihre Radsport-Rente geht, werden mit Sicherheit noch ein paar dazukommen.

Beitrag von Andreas Friebel

2 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 2.

    Meine Güte, also, wenn man sich den kleinen Infokasten durchliest mit der Nierenentfernung und so ist das Ganze ja noch mal bewundernswerter. Habe mal gehört, dass die Radfahrer unheimlich viel trinken, also Bahnradfahrer beim Training 8-10l oder so in der Richtung. Unwahrscheinliche Massen jedenfalls. Die Straßenradler werdens wohl ähnlich machen, also, was da die eine noch vorhandene Niere so leistet.... puh... Würd ich mich in der Situation nicht trauen. Ich würd gucken, dass die nicht auch noch den Geist aufgibt.

  2. 1.

    Respekt! Ein super Vorbild für unsere Radler-Region Berlin/Brandenburg! Bitte einfach weiter machen :-) dieses Jahr wird vorraussichtlich wieder ganz viel abgesagt werden, geimpft werden wir auch alle leider wohl eher nicht - also bitte 2022 dranhängen. Auch 40 ist kein "Alter" ;-)


    Was mir (leider auch an mir selber...) auffällt, ist frei nach Baz Luhrmann: If I could offer you only one tip for the future, sunscreen would be it...
    Trainingslager in der Sonne - toll. Radeln in Brandenburg ab März - toll. Aber bitte mit Sonnenschutz auf den Unterarmen, Nacken und Gesicht.
    Der Radler ist stets durchgebräunt, und wo ich doch etwas älter bin als Trixi, zeigt sich meine Haut (und der Hautarzt) sehr undankbar fürs Radeln früher - klar, ohne Sonnencreme.

    Jaja, ist draußen Sch... hab gestern das Rad in den Keller getragen... aber irgendwann kommt auch wieder Frühjahr ;-)

Das könnte Sie auch interessieren

Berlins Union-Spieler Christopher Trimmel (l) kämpft gegen Yussuf Poulsen von RB Leipzig um den Ball beim Hinspiel 2019(Bild: dpa)
dpa

Union Berlin zu Gast bei RB Leipzig - Unruhiger Hinrunden-Abschluss

Der 1. FC Union hat intensive Stunden hinter und vor sich: Nach dem Sieg gegen Leverkusen ermittelt der DFB-Kontrollausschuss - wegen des Verdachts einer rassistischen Äußerung eines Union-Profis. Und der nächste Gegner ist Titelkandidat RB Leipzig. Von Stephanie Baczyk

leere Ränge im Hinspiel Hoffenheim gegen Hertha BSC (Quelle: Wagner/Witters/Pool/Witters)
Witters GmbH

Hertha BSC gegen Hoffenheim - Krisenduell der Enttäuschenden

Hertha BSC schließt eine wieder einmal enttäuschende Hinrunde ab. Gegen Hoffenheim (Dienstag, 20:30 Uhr) plagen die Berliner Verletzungssorgen - und sie treffen auf einen alten Bekannten, der um seinen Job kämpft. Von Jakob Rüger