Ex-Unioner Ronny Nikol über seine Fußballhalle - "Glaube nicht, dass wir vor März öffnen werden"

Ronny Nikol in seiner Fußballhalle. Quelle: rbb/Baczyk
Video: rbbUM6 | 06.01.2020 | Uri Zahavi | Bild: rbb

In diesem Jahr feiert die Fußballhalle des ehemaligen Union-Profis Ronny Nikol ihren zehnten Geburtstag. Doch wegen der Pandemie ist die Anlage geschlossen. Gerade jetzt schmerzt das Nikol besonders, denn der Januar ist sonst einer der umsatzstärksten Monate.

Anfang Januar im "Bobo-Fuego" in Berlin-Weißensee: Die Halle ist voll, 350 Fußballer sind gekommen. Es sind Mitglieder zahlreicher Fanclubs des 1. FC Union und sie spielen auf den drei Kunstrasenplätzen gegeneinander. In der Lounge wird bei Snacks und Getränken gefachsimpelt. Es geht um Fußball, Beisammensein und einen lustigen Nachmittag. So jedenfalls war es in den vergangenen Jahren.

"Das Fanclub-Turnier ist einer unserer schönsten Events des Jahres", erinnert sich Ronny Nikol. Doch in diesem Jahr ist er alleine mit seinem Sohn Etienne gekommen. Seit dem 2. November 2020 ist die Halle geschlossen, zum zweiten Mal nach dem ersten Lockdown Ende März.

Die leere Fußballhalle von Ronny Nikol /Foto: rbb
Die leere Fußballhalle von Ronny Nikol.

Spinnweben wegfegen statt Fußball spielen

Die erste Unterbrechung hatte das kleine Unternehmen nicht so hart getroffen, jetzt sind die Auswirkungen deutlich schwerer. "Unsere Saison beginnt eigentlich erst im September so richtig und endet dann im März", erklärt Nikol. "Als der Lockdown im März kam, hatten wir schon ein kleines Polster für den Sommer." Auch die staatlichen Finanzhilfen seien schnell geflossen. So nutzte der 46-Jährige die freie Zeit in der leeren Halle, um mal richtig auszumisten. Mit einer Hebebühne befreite er zum Beispiel das große Hallendach von Spinnweben. Mitte August konnte er wieder aufmachen und die Fußballer kamen. "Man hat gemerkt, die Leute wollten wieder etwas machen, wollten raus und Spaß haben. Da lief es für uns eigentlich ganz gut", sagt er.

"Man rennt dem Geld ein wenig hinterher"

Der zweite Lockdown traf Nikol härter. "Jetzt rennt man dem Geld ein wenig hinterher", kritisiert er. "Wir haben die Hilfen für November und inzwischen auch Dezember bereits beantragt und müssen nun warten." 75 Prozent der jeweiligen Vorjahresumsätze stehen Nikol und seinem Geschäftspartner Frank Wascher laut der Hilfsregelungen zu.

Täglich ab 17 Uhr füllt sich in den Herbst- und Wintermonaten sonst die Halle. Schulklassen, Firmen, Kindergeburtstage, es ist ein breites Spektrum an Kickern, das sich in dem 4.000 Quadratmeter großen Gebäude tummelt. "Das tut weh, hierher zu kommen und die Halle ist leer", sagt Nikol. Im Oktober 2011 wurde das "Bobo-Fuego" eröffnet, in diesem Herbst steht also der zehnte Geburtstag im Kalender. "Ich glaube nicht daran, dass wir vor März wieder aufmachen dürfen", sagt Nikol. Bis dahin käme er über die Runden.

Festangestellte in Kurzarbeit

Seine einzige festangestellte Mitarbeiterin ist in Kurzarbeit, doch auch die Betriebskosten laufen weiter. "Wir hatten im Herbst auch Angebote von Dauberbuchern, die ein Spendenkonto eingerichtet haben, um uns zu unterstützen, das tat gut", sagt der ehemalige Fußballprofi. Nun wartet er darauf, dass die staatlichen Hilfen auf dem Konto eingehen. "Auch andere wollen ihr Geld haben, mir ist klar, dass es ein wenig dauert", sagt Nikol. Umso wichtiger wäre es für ihn, spätestens im März wieder öffnen zu können. "Danach geht die Saison für uns ohnehin langsam zu Ende", erklärt er, "und für den Sommer brauchen wir dringend wieder ein kleines Polster."

3 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 3.

    Wir halten die Daumen gedrückt und freuen uns schon auf das Bobo Fuego-Fußballcamp auf Usedom!
    Liebe Grüße vom Juvigo-Team

  2. 2.

    @ Paul.Voss

    Man merkt, dass da jemand vom Fussball und/oder Union keine Ahnung hat. Weder ein Ronny Nikol noch seine damaligen Kollegen (vielleicht mit Ausnahme von Steffen Baumgart) haben je Millionen verdient. Sonst würde er (Ronny Nikol) wohl kaum Geschäftsinhaber einer kleinen Firma mit einer Festangestellen.

    Setzen, 6!

  3. 1.

    Wie wäre es mal bei den Kollegen der Profis um Hilfe zu bitten.. Alles ist zu aber die duerfen weiter ihre Millionen scheffeln... Ego statt Solidarität..

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren