Die Stürmung des Kapitols durch gewaltbereite Trump-Anhänger in Washington (Quelle: dpa/Stringer)
Video: Abendschau | 07.01.2020 | Torsten Michels | Bild: dpa/Stringer

Berliner US-Sportler reagieren auf Stürmung des Kapitols - "Donald Trump ist kein Repräsentant Amerikas"

Die Stürmung des Kapitols in der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. hat weltweit für Entsetzen gesorgt. Auch unter Berliner Sportlern mit U.S.-Bezug. Wir haben einige Statements gesammelt.

Benjamin Patch (BR Volleys)

"Ich bin heute Morgen aufgewacht, ganz ohne eine Ahnung, was passiert war. Seither klopft mein Herz die ganze Zeit. Da gibt es so viel, was ich sagen möchte. Einer der Slogans der USA lautet: Land der Freien, Heimat der Tapferen. Und jemand soll mir erklären, was tapfer daran war an dem, was gestern passiert ist. Für mich bedeutet Tapferkeit, wenn "People of Color", wenn schwarze Menschen und Minderheiten friedlich um ihre Rechte kämpfen, und dabei ihr Leben riskieren. Das ist Tapferkeit, das ist Mut. Gestern sind ein paar Feiglinge, ein Haufen Rechtsextremer, ein Haufen Terroristen in ein Regierungsgebäude eingedrungen. (...) Wer immer jetzt noch Donald Trump unterstützt ist ein Rassist und Rechtsextremer. Donald Trump ist kein Repräsentant der Republikaner oder Amerikas. Er ist ein Repräsentant von Rechtsextremen, Rassismus und allem Unmenschlichen, dass es auf der Welt gibt."

Cody Kessel (BR Volleys)

"Das ist natürlich besorgniserregend. Aber mich tröstet der Gedanke, dass es der erbärmliche, letzte Versuch einer Regierung ist, die den Kontakt zur Realität verloren hat. (...) Das Land ist tief gespalten. Und das wird sich auch nicht über Nacht ändern. (...) Für mich ist Donald Trump ganz klar der Unruhestifter, der während der vergangenen vier Jahre Hass gesät hat."

Peyton Siva (Alba Berlin, via Twitter)

"Wenn sie (die Stürmenden, Anm. d. Red.) schwarz gewesen wären, wären sie entweder mit Pfefferspray attackiert, eingesperrt, von Gummigeschossen getroffen worden oder TOT."

Darius Outlaw (ehemals Berlin Adler und Berlin Rebels)

"Das darf nicht passieren. Es ist eine Zeit des Wandels und geschehen viele Dinge auf dieser Welt, über die wir nicht die Kontrolle haben. Aber so etwas? Als Amerikaner bin ich ein wenig schockiert. Es ist so ein großes Land. Es geht nicht nur um uns. Es geht um die ganze Welt. In diesen Tagen ist es schwer, zu sagen: Das ist mein Land. Und es ist hart, aber: Ich fühle mich derzeit sicherer in Deutschland, als ich das in Amerika tun würde."

Satou Sabally (Dallas Wings, via Instagram)

"Aufgrund ihrer Hautfarbe sind sie frei zu tun, was immer sie wollen. (…) Auf BLM-Demonstranten (Black Lives Matter, Anm. d. Red.) wäre geschossen, sie wären verhaftet oder verletzt worden."

Uta Pippig (Ex-Marathon-Star, lebt in den USA)

"Man ist entrüstet, insgesamt. Ich glaube es ist genug. Weil man von einem Präsidenten etwas anderes erwartet."

Sendung: rbb24, 07.01.2020, 21:45 Uhr

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