Antenne Moderator Eric Mickan mit großem Fang, Bild: Antenne Brandenburg/Mickan
Antenne Moderator Eric Mickan mit großem Fang | Bild: Antenne Brandenburg/Mickan

Steigende Mitgliederzahlen im Landesverband - "Brandenburg ist Angelland"

Der Landesanglerverband Brandenburg verzeichnete im letzten Jahr einen Mitgliederzuwachs von fast 7.000 Angelbegeisterten. Darunter befinden sich auch viele Jugendliche - und immer mehr Frauen. Was sind dafür die Gründe? Von Friedrich Rößler

Der Thrill beim Drill zieht immer mehr Menschen in Brandenburg in seinen Bann. Wer schon einmal einen kapitalen Hecht oder Karpfen aus den heimischen Gewässern an der Angel hatte, kann das bestimmt nachvollziehen - wer eher wenige Berührungspunkte mit diesem Hobby hatte und ungern Fisch isst, vielleicht weniger. Doch die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache, wie Andreas Koppetzki, Hauptgeschäftsführer des Landesanglerverbandes (LAV) Brandenburg, auf Nachfrage bestätigt.

So verzeichnete der Anglerverband für 2020 mehr als 91.000 Mitglieder, ein Zuwachs von mehr als 6.800 Angelfans. Unter ihnen befinden sich nicht nur Männer, sondern immer häufiger auch Jugendliche und Frauen. "Brandenburg ist Angelland", sagt Koppetzki und liefert sofort die Begründung hinterher. "Fast jedes Kind in Brandenburg hat irgendwie mal Kontakt mit dem Thema, wir haben elf Prozent der gesamtdeutschen Wasserfläche allein in Brandenburg." Über 3.000 Seen existieren in Brandenburg. Auch die großen Flüsse wie Elbe, Oder, Spree und Havel bieten jede Menge Platz für Fischvorkommen.

Angeln ohne Angelschein

"Die Einstiegsmöglichkeiten in Brandenburg haben wir sehr unbürokratisch gestaltet," so Koppetzki weiter. Demnach müssen Angler keine Pflichtseminare zur Fischereischeinprüfung besuchen wie zum Beispiel in Berlin, und sie dürfen unter bestimmten Voraussetzungen sogar ohne bestandene Prüfung mit der Rute in der Hand ans Wasser. Mit der sogenannten Friedfischabgabe von 12 Euro für Erwachsene oder 2,50 Euro für Kinder plus einer entsprechenden Gewässerkarte je nach Angelort, dürfen Anfänger es auf Karpfen, Brassen, Plötzen oder Schleien versuchen.

Da durch die Hygienebestimmung in der Pandemiezeit Reisen nicht erlaubt sind und Freizeitmöglichkeiten in der Gruppe stark eingeschränkt wurden, haben sich viele Menschen in Brandenburg überlegt, wie sie der häuslichen Enge entfliehen können. Und so unternahmen im Sommer und Herbst - so war zu beobachten - ganze Familien Angelausflüge ans Wasser.

Steigende Zahlen auch in Berlin

Viele Brandenburgerinnen und Brandenburger erinnerten sich an ihr abgelegtes Hobby Angeln und reaktivierten ihre Mitgliedschaft im Verein, andere hätten sich aus Kostengründen für eine Mitgliedschaft in einem Angelverein des LAV Brandenburg entschieden. Nicht organisierte Petrijünger müssen sich für jedes Gewässer eine Erlaubnis tage-, wochen- oder jahresweise beim jeweiligen Pächter besorgen. Wessen Angelverein im LAV Brandenburg organisiert ist, hat Glück. Denn der Landesverband hat rund 15.000 Hektar Gewässerfläche in Pacht und Eigentum plus 18.000 Hektar in Kooperation mit Fischereibetrieben. Da entfällt also die kostenintensive und zeitraubende Dokumentbeschaffung. "Wir haben die niedrigsten Beiträge bei der größten Angelfläche in Deutschland," sagt Andreas Koppetzki.

Und in Berlin? Auch dort verzeichnete der LAV Zuwächse - ganze 18 Prozent. "Wir haben aktuell mehr als 9.500 Mitglieder, das sind 1.500 mehr als 2019", sagt Klaus-Dieter Zimmermann vom LAV Berlin. Zwar habe auch in Berlin das Vereinsleben pandemiebedingt gelitten, da organisierte Touren oder Seminare und Prüfungslehrgänge ausfallen mussten. Aber es gibt auch viele positive Nachrichten. "Viele Menschen wollen der häuslichen Enge der Großstadt entfliehen und haben auch in Berlin Angeln wieder entdeckt," sagt Zimmermann.

Mehr als nur Fische fangen

Ralf Behnke, Präsident vom Anglerverband Berlin Friedrichshain, dem mitgliederstärksten Verein im LAV der Bundeshauptstadt, berichtet ebenfalls von Zuwächsen. "Wir haben jetzt im Februar schon genauso viele Mitgliedsbeiträge online kassieren dürfen wie im kompletten vergangen Jahr." Der ehemalige Angelladenbesitzer betont aber, dass Angeln mehr sei als Fische aus dem Wasser zu holen. "Entspannung, mal rauskommen, die Natur genießen - auch das sind erhebliche Faktoren beim Angeln."

Da pflichtet ihm Andreas Koppetzki vom LAV Brandenburg bei. Er findet, dass der Fischfang mit der eigenen Rute zu den letzten Naturabenteuer einer technisierten und urbanen Gesellschaft gehöre. "Wenn ich mich regional und aus biologisch einwandfreien Nahrungsmitteln ernähren möchte, ist doch klar, dass immer mehr Großstadtmenschen am Wochenende an die Brandenburger Gewässer schwärmen."

Sendung: "Angebissen" - der Angelpodcast vom rbb

Beitrag von Friedrich Rößler

1 Kommentar

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  1. 1.

    Durch die angel könnt ihr ja immer schoen den mindestabstand einhalten zu den Fischen.. Petri heil..

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