Herthas Sportdirektor Arne Friedrich und Trainer Pal Dardai (Quelle: dpa / Tom Weller)
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Audio: Inforadio | 21.02.2021 | Astrid Kretschmer | Bild: dpa / Tom Weller

Hertha empfängt Leipzig - Punkten statt Panik

Nur noch ein Rang trennt Hertha BSC vom Relegationsplatz. Trainer Pal Dardai will "alles, nur keine Hektik". Aber um das auch umzusetzen, müssen Punkte her. Als nächstes gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig. Mit Hilfe von Khedira? Von Lynn Kraemer

Das Personal

Pal Dardai setzt auf Kontinuität und das 4-2-3-1-System. Gegen Leipzig wolle er vor allem Standards und “nicht so große Varianten” sehen. Zur langsamen Steigerung gehört auch, dass Sami Khedira noch nicht zu 100 Prozent in der Startelf am Sonntag eingeplant ist. "Es kann sein, dass er von Anfang an spielt, es kann sein, dass er zur zweiten Halbzeit kommt", sagte Dardai. Er solle von Spiel zu Spiel mehr Zeit auf dem Platz bekommen.

Die Verletzungsliste bei Hertha ist immer noch lang. Zu Beginn der Woche hatte ausgerechnet Nemanja Radonjić, im Winter ausgeliehen von Olympique Marseille, mit Adduktorenproblemen zu kämpfen und verzichtete aufs Training. Ihm gehe es aber wieder besser und er trainiere mit, hieß es bei der Pressekonferenz am Freitag. "Wenn er das Training überlebt, ist er dabei", so Dardai.

Es fehlen: Jordan Torunarigha (Muskel- und Sehnenverletzung im Hüftbereich), Dedryck Boyata (Fußverletzung), Javairô Dilrosun (Knieverletzung), Marvin Plattenhardt und Jhon Córdoba (beide muskuläre Probleme)

Die Form

Der Schnee, mit dem sich die Mannschaft beim Training letzte Woche noch so vergnügte, ist weggeschmolzen. Den wiedergewonnenen Elan sollten Herthas Profis aber nicht verlieren. Pal Dardai fordert Teamgeist und Disziplin. Gegen Stuttgart sei das noch nicht optimal gewesen: "Die erste Halbzeit war nicht diszipliniert und hat nicht gut ausgesehen. Die zweite war besser. Nur das Ergebnis nicht."

Die Mannschaft spielt unter Dardai wieder besseren Fußball, aber die Punkte fehlen. Ein Unentschieden, wie gegen Stuttgart, reicht nicht, um sich aus der unteren Tabellenhälfte nach oben zu strampeln. Dafür baut der Tabellenvorletzte Mainz 05 den Abstand zu sehr ab. Zu Beginn des Jahres lagen noch zehn Punkte zwischen den Mannschaften. Jetzt sind es nur noch vier.

Der Gegner

Im Hinspiel am 5. Spieltag gewann RB Leipzig mit 2:1 und auch bei den letzten vier Begegnungen im Olympiastadion ging die Mannschaft von Julian Nagelsmann als Sieger vom Platz. Die Leipziger gelten als besonders abwehrstark. Doch im Champions-League-Spiel am Dienstag gegen Liverpool zeigte die Abwehr ungewohnte Schwächen. Der Bundesliga-Zweite verlor 0:2 gegen die Mannschaft von Jürgen Klopp.

Vom Abstand in der Tabelle will sich Hertha aber nicht einschüchtern lassen. "Es kann jeder gegen jeden gewinnen", so Sportdirektor Arne Friedrich. Die Mannschaft habe mehr Potenzial als sie gerade in der Tabelle ausdrücke. Gegen Leipzig wollen sie vor allem tief stehen und Fehler vermeiden.

Herthaner im Fokus

Gegen Stuttgart war Sami Khedira direkt an der Vorlage zum Ausgleichstreffer beteiligt. Und als er eingewechselt wurde, stiegen die Torschüsse. Zehn von elf gab es mit Khedira auf dem Feld. Seine Erfahrung könnte die benötigte Ruhe in die Aufstellung bringen. "Unter Druck müssen sie besser spielen", sagte Pal Dardai. Und der komme am Wochenende.

Besonderheiten

Wenn RB Leipzig im Olympiastadion aufläuft, hagelt es Tore. In den vier Spielen in Berlin erzielte Leipzig im Schnitt 4,3 Tore. In der gesamten Bundesliga-Geschichte hat kein anderes Gästeteam einen so hohen Torschnitt bei mindestens vier Gastspielen.

Sendung: rbb UM6, 19.02.2021, 18 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    So hart es klingt, aber es müssen mindestens 3 Punkte her, das heißt auf Sieg gehen und entsprechend mit Kampf und Engagement siehe Mainz und Bielefeld !

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