Die E-Sportler des 1. FC Frankfurt (Oder) (Quelle:rbb)
Video: rbb UM6 | 11.02.2021 | Lynn Kraemer | Bild: rbb

Digitales Fußballturnier - 1. FC Frankfurt (Oder) kämpft an Spielkonsole um ePokal

Fußballspielen im Verein geht nicht. Doch E-Sport, das Zocken zu Hause, ist auch in Corona-Zeiten möglich. Der Deutsche Fußball Bund veranstaltet einen eigenen Pokalwettbewerb. Drei Jungs aus Frankfurt (Oder) wollen die Großen ärgern. Von Dennis Wiese

Auf dem Bildschirm liefern sich Matheus Cunha und Robin Knoche einen Zweikampf. Gesteuert werden die Bundesligaprofis von Justin Winkel und Steven Frühauf. Hertha gegen Union als Trainingseinheit beim 1. FC Frankfurt (Oder). Es geht natürlich um E-Sport, gespielt wird Fifa auf der Playstation.

Winkel ist 22, macht eine Ausbildung bei der Sparkasse Oder-Spree, Frühauf ist 23 und Papiertechnologe. Hinzu kommt ihr Kumpel Philipp Drosdek, 23, Student an der TU Dresden. Gemeinsam spielen sie für Frankfurt beim neu aufgelegten DFB-ePokal mit. Die erste von vier Runden haben sie bereits überstanden.

E-Sport ist eigentlich nur zweite Wahl

Eins sagen die drei Konsolenzocker mit voller Überzeugung: Viel lieber würden sie selbst auf dem Platz stehen, den Geruch von nassem Rasen schnuppern, mit ihren Mannschaftskollegen gegen die anderen Brandenburger Teams antreten. Justin Winkel und Steven Frühauf kicken für den 1. FC Frankfurt (Oder) in der sechstklassigen Brandenburgliga, Philipp Drosdek spielt mit dem FC Lokomotive Frankfurt (Oder) ein paar Ligen tiefer. Selbst mit ihren Jungs Fußball spielen, das fehle ihnen. Schon vor Monaten zwang Corona das Vereinsleben der Amateurclubs zur erneuten Vollbremsung.

Fifa hatten die drei bislang nur nebenbei gespielt. Irgendwann mit zehn, elf Jahren gab es die erste Konsole und dann ein bisschen Gedaddel im Kinderzimmer. Aktuell bietet das gemeinsame Zocken zumindest etwas Gesellschaft und Gemeinschaft. Durch den DFB-ePokal sind sie nun auf den Geschmack gekommen.

562 Vereine beim ersten DFB-ePokal am Start

Der gigantische Markt des digitalen Sports wächst in Zeiten des Zuhausebleibens noch rasanter an. Der E-Sport-Markt soll Prognosen zufolge in diesem Jahr rund 1,3 Milliarden Euro umsetzen. Ein Rekordhoch. Und doch tun sich manche der großen Sportverbände noch schwer. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat erst kürzlich verkündet, dass E-Sport nicht unter dem Dach des DOSB aufgenommen werden solle.

Der Deutsche Fußball Bund erkennt offenbar das Potential und hat den DFB-ePokal ins Leben gerufen. Die Zocker der Nation spielten die bisherigen, regionalen Qualifikationsturniere online gegeneinander, 562 Vereine waren insgesamt dabei.

Das ESport Team des 1. FC Frankfurt. Justin Winkel, Philipp Drosdek und Steven Frühauf. Bild: 1. FC Frankfurt (Oder)Das Trio der Frankfurter: Justin Winkel, Philipp Drosdek und Steven Frühauf (von links).

Frankfurt hofft auf RB Leipzig oder Hertha

Für die Zocker vom 1. FC Frankfurt (Oder) hießen die Gegner im Qualifikationsturnier Ost bislang unter anderem SG Maßfeld oder SG Großziethen. Wie beim echten DFB-Pokal hoffen die kleinen Clubs auf das große Los und die noch größere Überraschung. Am 11. Februar wird der Gegner für die Zwischenrunde ausgelost. Die wollen die Frankfurter auf jeden Fall überstehen. In der dann folgenden Hauptrunde kommen die besten 64 Teams zusammen, unter anderem die professionellen E-Sportler von Hertha BSC oder RB Leipzig. "Das wird eine harte Nummer" prognostiziert Justin.

20-30 Stunden Zocken pro Woche

Erst seit Januar haben die drei Konsolenkicker ihre Schlagzahl erhöht, auf 20-30 Stunden Fifa kommt Justin nun pro Woche. Wenn der neueste Teil der Serie, Fifa22, im Herbst auf den Markt kommt, wolle er sogar einen Schritt in Richtung Profi-Karriere unternehmen: "Ich werde versuchen, anzugreifen." Heißt: Noch mehr Training. Auch Steven hat sein Pensum erhöht, spielt mittlerweile rund drei, vier Stunden täglich. Aber: Wenn die Lust fehlt, legt er den Controller aus der Hand. "Man wird leicht gereizt durch das Spiel. Dann höre ich lieber auf. Es ist ein Mentalsport. Wer mental nicht fit ist, ist beim E-Sport falsch."

Für den DFB-ePokal geben sie dennoch alles. Sie wollten dafür sorgen, dass Frankfurt (Oder) durch sie vielleicht sogar einen besseren Namen bekäme, so Steven. Ein Einzug in die vierte und letzte Runde, ins große Finaltunier, könnte dabei womöglich helfen. Dann treffen die sechzehn besten FIFA-Zocker-Teams aus ganz Deutschland aufeinander.

Sendung: UM6, 11.02.2021, 18 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Viel Erfolg, esports sind eine gute Sache.

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