FC Bayern hängt am BER fest - "In Brandenburg mag irgendeiner den FC Bayern nicht"

Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge (FC Bayern Muenchen) schaut auf die Uhr
Bild: kolbert-press/Christian Kolbert

So ganz hat der deutsche Rekordmeister seinen Kurzaufenthalt in Berlin noch nicht verarbeitet: Jedenfalls ist Vereinsvorstand Karl-Heinz Rummenigge auch einen Tag nach der verpatzten Abreise vom Flughafen BER sauer auf Brandenburgs Behörden.

Der Vorstandschef des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, zeigt sich auch mit etwas Abstand schwer verärgert wegen des Flug-Chaos bei der Reise der Münchner zur Club-WM nach Katar. Der stark verzögerte Abflug des Teams aus Berlin sei "ein Slapstick, eine lächerliche Nummer, an der sich irgendeiner abgearbeitet hat, der jetzt hoffentlich zuhause sitzt und mal darüber nachdenken sollte", sagte Rummenigge der "Bild" nach der Ankunft in Doha.

Zuvor hatte die Deutsche Flugsicherung dem Flugzeug mit dem FC Bayern an Bord mit Blick auf die Nachtflugbeschränkungen am Flughafen BER die Startfreigabe nicht erteilt. Deshalb konnten die Münchner nicht wie geplant direkt nach dem 1:0-Bundesligasieg bei Hertha BSC am Freitagabend nach Katar fliegen, sondern erst mit mehreren Stunden Verspätung und einer Zwischenlandung in München die Reise antreten.

"Wir waren alle aufgebracht"

"Man hatte immer den Eindruck, in Brandenburg ist irgendeiner, der den FC Bayern nicht mag oder irgendein Problem mit dem FC Bayern hat und dementsprechend uns Hürden in den Weg gestellt hat", sagte Rummenigge. Nach Angaben des für den BER zuständigen Brandenburger Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung erfolgte die Bitte um Startfreigabe für den Flug um 0:03 Uhr. Ab Mitternacht herrscht auf dem Flughafen der Hauptstadt ein fünfstündiges Flugverbot.

"Wir waren alle aufgebracht", sagte Rummenigge. Die Mannschaft, die im Flieger übernachtete, habe auch dank der guten Laune wegen des Erfolgs bei der Hertha aber "überhaupt keinen Zirkus gemacht" und das "Chaos gut weggesteckt", fügte der Vorstandsvorsitzende hinzu. Von den Verantwortlichen habe er sich mehr Rücksicht auf den FC Bayern erwartet. Die Münchner würden schließlich bei der Club-WM in Katar "als deutscher Verein für unser Land" antreten. Der Titelgewinn "würde der Bundesliga und damit auch unserem Land nicht schlecht zu Gesicht stehen", sagte Rummenigge.

Zuvor hatte der frühere Bayern-Präsident Uli Hoeneß den Vorfall am Flughafen BER als "Skandal ohne Ende" kritisiert. Es handle sich um eine "Unverschämtheit der Verantwortlichen" und einen "Schildbürgerstreich", wetterte Hoeneß im Bayerischen Rundfunk.

Flugsicherung weist Kritik zurück

Ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung wies die Kritik auf rbb-Nachfrage am Samstag zurück. Die Maschine der Qatar Airways habe um zwei Minuten vor Mitternacht noch auf der Rollbahn gestanden statt auf der Startbahn. Die Fluglotsen hätten daraufhin den Piloten angeboten, eine verkürzte Startbahn zu fliegen, doch das habe das Cockpit abgelehnt. Da absehbar gewesen sei, dass die Maschine nicht mehr vor Mitternacht abheben könne, hätten die Fluglotsen wegen des Nachtflugverbots ab null Uhr keine Starterlaubnis erteilt.

Der deutsche Rekordmeister kam erst am Samstagnachmittag in Doha an. Die Eingewöhnungszeit vor Ort ist für die Bayern durch die massive Abflugverspätung knapp geworden. Für Sonntag ist ein Training angesetzt. Bereits am Montag treffen die Münchner bei der Club-WM als europäischer Champions-League-Sieger im Halbfinale auf Al Ahly SC aus Ägypten. Am Donnerstag kommender Woche wird das Endspiel ausgetragen.

Sendung: Inforadio, 07.02.2021, 07:00 Uhr

169 Kommentare

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  1. 168.

    Ja, und? Wenn man weiß, das Enteisen dauert z.B. etwa 20 Minuten, das Flugzeug auf dem Rollfeld braucht z.B. etwa 15 Minuten bis zur Startbahn und muss damit also spätestens um 23:45 Uhr den Gate verlassen haben, dann fängt man eben spätestens um 23:25 Uhr mit dem Enteisen an. Das wäre dann doch unmittelbar vor Abflug. Wo ist das Problem?

  2. 167.

    Ich korrigiere mich: DFS ist keine Bundesbehörde sondern eine Offenbacher GmbH.
    Deweiteren: Anscheinend wurde NACH Startverbot tatsächlich noch eine Ausnahmegenehmigung beantragt.
    Nicht wahr, oder?
    Wer da jetzt immer noch nicht die Relevanz die Kommentare bzgl. Größenwahn, Selbsüberschätzung, Realitätsverlust etc. sieht ....

  3. 166.

    Dynamo Dreseden wäre umweltfreundlicher mit dem Bus nach Hause gefahren bzw. wenns einfach pünktlich 2 Stunden vor Abflug wie es sich gehört am Flughafen aufgeschlagen, hätte ansonsten versucht, das Spiel noch weiter vorzuverlegen oder hätte von Vornherein ein Hotel genutzt.

  4. 165.

    Nun, u.U. hätte ein anderer (nur eben nicht dieser) genau die Ausnahmegenehmigung ermöglicht

  5. 164.

    Die Herren Rummenigge u. HÖHNES sollen sich mal die Sendung,,Mittendrin -Flugharen Frankfurt " ansehen ,dann wäre ihnen klar warum mit Minuten Präzision gearbeitet werden muss !Das ,,schlampern möge in seinerManndchaft üblich sein !!!!!

  6. 163.

    Was haben die Kosten- und Zeitrahmenexplosionen, die vergleichbar sind mit denem beim Münchne Flughafen mit der gesetzestreuen Arbeit einer Offenbacher Firma zu tun?

  7. 161.

    Ich weiß leider nicht, welchen Beitrag Sie da zitieren. Meinen jedenfalls nicht. Von "man" war darin nie die Rede. Dann: welche Absprachen mit wem?

    Was soll das ganze Gejammer. Die Bayernbosse wollen doch nur von den eigenen Planungsfehlern auf Kosten der Mannschaft ablenken. Man könnte noch spekulieren, was wäre gewesen ohne die 3-Minuten-PK. Alles Quatsch. Ohne Puffer zu spät zum Flieger. Sie haben es riskiert wider besseren Wissens. Selbst verbockt. Punkt.
    BER hat sie schnell abgefertigt und das Enteisungsteam war auch schneller als üblich. Voher noch die übliche Goodwill-Gnadenfrist, denn theoretisch ist schon weit vor 0 Uhr Schluss : Nur Verspätete werden noch abgearbeitet.
    Dann noch der abgelehnte Rettungsanker verkürzte Startbahn ...

    BTW. Es gibt Gründe für das eh zu kurze Nachtflugverbot. Hätte man den BER in Speerenberg gebaut, dem 1. in der Auswahlliste der potentiellen Standorte nach Abwägung aller Kriterien statt am letzten, gäbe es das Dilemma nicht.

  8. 160.

    Wenn beim nächsten Heimspiel der Bayern die Gastmannschaft 3 Minuten nach Abfiff einen Treffer landet, wird der FC Bayern auch nicht so kleinlich sein. Sonst ist das ein "Skandal ohne Ende", eine "Unverschämtheit der Verantwortlichen" und ein "Schildbürgerstreich"

  9. 159.

    Da nunmal am BER ein Nachtflugverbot herrscht und man sich daran strikt zu halten hat, ganz egal ob es sich dabei um eine Fußballmannschaft, einen Politiker oder auch einen "Otto-Normalverbraucher" handelt, war es meines Erachtens schon vertretbar, dass dieses Flugzeug nach 0:00 Uhr nicht mehr starten durfte, auch wenn es hierbei nur um ein paar Minuten gehandelt hat. Was ich aber wirklich nicht verstehen kann, ist die Tatsache, warum man vorher, wenn man das schon weiß, nicht frühzeitig begonnen hat, das Flugzeug startklar zu machen. Ich gehe mal davon aus, dass bei einer durchaus bekannten Profi-Fußballmannschaft doch hierfür Personen zuständig gewesen sein müssen, welche ihren Job nicht erst seit gestern machen. Diese Personen hätten doch ungefähr wissen müssen, wie lange man braucht, um ein Flugzeig zu enteisen, oder hat man dafür etwa irgendwelche Anfänger genommen?

  10. 158.

    Darf ich noch mitspielen?
    Ich bin aus Berlin und mag den FC Bayern auch nicht :)

  11. 157.

    Päpstlicher als der Papst! Dynamo Dresden hätte vielleicht die Starterlaubnis bekommen, gibts die überhaupt noch? Hab keine Ahnung. BER ist die große Lachnummer. Erst bekommt man elektrische Schläge, dann gibts keine Erlaubnis zum starten und es wird weitere Aufreger geben. Hauptstadt ohne Flughafen ist eh schon der Brüller! Weiter so!

  12. 156.

    Das ist aber normaler Alltag, es gibt nunmal ein Nachtflugverbot. Es gibt auch Flüge die umgeleitet werden, weil sie kurz nach Beginn des Nachtflugverbots am Zielflughafen ankommen würden und deswegen nicht mehr landen dürfen. Warum jetzt ein Flugzeug anders behandelt werden soll nur weil da zufällig der FC Bayern drin sitzt erschließt sich mir nicht.
    Außer es besteht ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass der FC Bayern Deutschland verlassen kann, hm eher nicht, leidet die öffentliche Sicherheit darunter? Eigentlich auch nicht.

    Die Regeln beim Nachtflugverbot sind sehr strikt und Verstöße kosten auch richtig Geld. Die meisten Verstöße passieren auch eher bei den Landungen.

  13. 155.

    Wie viele Minuten sind denn tolerabel? Das berühmte akademische Viertel. aber was passiert dann wenn jemand 18 Minuten später losfliegen will, das sind ja dann auch nur 3 Minuten nach den tolerierten 15 Minuten, wer will denn da so kleinlich sein. Sie sehen schon mit ihrem Argument, wer will da schon so kleinlich sein, kann man das Nachtflugverbot auch gleich ganz sein lassen.
    Wahrscheinlich hat der Bayernbus an roten Ampeln gehalten, hätte er einfach durchfahren dürfen, dazu noch mit 70 km/h hätte man gar nicht über die 3 Minuten diskutieren brauchen, da die Spieler 15 Minuten früher dagewesen wären.
    Wir sind wirklich eine spießige Gesellschaft geworden, Regeln aufstellen und diese auch noch einhalten, wo wollen wir damit nur hinkommen.

  14. 154.

    Man bringt die DFS nicht in solch eine Situation, Gesetze zu brechen. Wer ist man? Alle Brandenburger Beteiligten. "Wo ein Wille ist, da ist auch ein Gebüsch". Gastfreundschaft geht anders, hier wurde die "russische Bürokratie" von der brandenburger Gastfreundlichkeit übertroffen. Es geht auch nicht um eine "Bevorzugung" sondern darum, das JEDE Maschine so abgefertigt wird, dass geplante Absprachen zum Start auch stattfinden. Eine Selbstverständlichkeit, die in Brandenburg nicht gilt und für Brb. Konsequenzen hat: meiden, wo es geht; Missgunst in den Kommentaren wird auch wo anders gelesen; der schlechte Ruf ist nicht so schnell zu korrigieren usw. Und der "bayrische Hilferuf" um eine "Teslageschwindigkeit" von Behörden bei knapper Planung ist doch auch berechtigt. Das das schief geht haben die Bayern schon im Vorfeld gespürt, wie "freundlich" man sich verhalten hat.

  15. 153.

    Wegen drei Minuten die Nachtruhe anderer einhalten ist definitiv wichtiger als ein Flieger - egal mit wem auch immer besetzt. Das nennt man auch Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen.

  16. 151.

    Was hat das mit Brandenburg zu tun? Ein Flugzeug mit einem Verein aus München ist zu spät am Start. Eine Firma aus Hessen (Deutsche Flugsicherung), welche Teil der Luftverkehrsverwaltung des Bundes ist setzt geltendes Recht um. Die Luftverkehrsverwaltung gehört zum Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Amtierender Bundesminister und damit höchster Dienstherr ist ein gewisser Andreas Scheuer (CSU). Der kommt zufällig wie der Fußballverein aus Bayern...

  17. 150.

    Ein Motivationsvideo für Killer-Kalle. Der Ausgleich zum 1:1 - kommentiert - 14 Sekunden
    https://www.youtube.com/watch?v=igurdp9fbTM

    Leute lacht mal wieder. Moin

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