0:1-Niederlage - Union verliert in Unterzahl beim Vorletzten Mainz

Sa 06.02.21 | 18:50 Uhr
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Cedric Teuchert im Spiel gegen Mainz 05. Quelle: imago images/Matthias Koch
Audio: Inforadio | 06.02.2021 | Stefan Kersthold | Bild: imago images/Matthias Koch

Bitterer Fußball-Nachmittag für den 1. FC Union: Die Köpenicker verloren nach einer schwachen Leistung mit 0:1 (0:1) beim Tabellen-Vorletzten Mainz. Das Team von Trainer Urs Fischer war offensiv ideenlos - und spielte fast 40 Minuten zu zehnt.

Schwache Leistung, keine Punkte: Der 1. FC Union hat am Samstag beim Tabellenvorletzten Mainz 05 mit 0:1 (0:1) verloren. Es war das vierte Spiel ohne Sieg in Folge für die Köpenicker. Das entscheidende Tor schoss Moussa Niakhaté per Foulelfmeter (22. Minute). Union-Verteidiger Nico Schlotterbeck sah Anfang der zweiten Hälfte Geld-Rot.

Der Spielverlauf

Das Spiel kam zunächst nicht so richtig in Schwung. Beide Teams setzten vor allem auf Fehlervermeidung. Die Folge war offensive Tristesse - oder anders formuliert: Intensives, aber wenig ansehnliches Mittelfeld-Gekicke. So verwunderte es nicht, dass es für die erste Chance des Spiels einen ruhenden Ball brauchte. Gut 20 Minuten waren gespielt, als Union-Verteidiger Nico Schlotterbeck im Strafraum dem Mainzer Karim Onisiwo auf den Fuß trat und Schiedsrichter Sascha Stegemann auf Elfmeter entschied. Moussa Niakhaté trat an und der Ball sprang vom Innenpfosten ins Tor - das 1:0 für Mainz (22.).

Besser wurde die Partie danach nicht. Es wurde viel gekämpft und wenig gespielt - was auch daran lag, dass das Spiel wegen Fouls immer wieder unterbrochen wurde. Mainz fehlten die Gelegenheiten zum 2:0 ebenso wie Union die zum 1:1. Eine der wenigen Ausnahmen: Taiwo Awoniyi kam in der 43. Minute nach einem Freistoß von Christopher Trimmel im Strafraum an den Ball und schoss aus spitzem Winkel - doch Mainz-Keeper Robin Zentner und seine Hintermannschaft blockten den Versuch mit vereinten Kräften (43.).

Kurz nach dem Seitenwechsel gab es dann die erste große Möglichkeit aus dem Spiel heraus. Allerdings hätten beinahe erneut die Mainzer gejubelt: Adam Szalai beförderte eine Flanke von Philipp Mwene per Flugkopfball aufs Tor - und Union konnte sich bei Andreas Luthe bedanken, dass sie nicht mit 0:2 zurücklagen. Der Keeper zeigte einen starken Reflex (49.). Anschließend schien es für kurze Zeit so, als würden die Köpenicker endlich Fahrt aufnehmen. Zuerst forderte Stürmer Cedric Teuchert aus kurzer Distanz Zentner (51.). Dann versuchte es Robert Andrich aus rund 15 Metern, verzog aber deutlich (52.).

Doch der Rückschlag folgte nur zwei Minuten später: Schlotterbeck - seit seinem Foul vor dem Elfmeter mit Gelb verwarnt - hatte im Mittelfeld das Bein im Zweikampf mit Onisiwo deutlich zu hoch und flog mit Gelb-Rot vom Platz (54.). Union war zwar bemüht, den gerade entfachten Druck dennoch aufrechtzuerhalten, aber das ohnehin schon schwere Unterfangen wurde nun noch einmal komplizierter. Die Kontermöglichkeiten spielten sie nicht genau genug aus und hatten Glück, dass Onisiwo nach gut einer Stunde nicht für die (Vor-)Entscheidung sorgte: Luthe parierte seinen gefährlichen Schuss aus 13 Metern (63.). So blieb das Spiel bis zum Schluss offen. Für die Berliner kam noch Sturm-Neuzugang Petar Musa zu seinem Debüt (73.). An der Niederlage konnte aber auch er nichts mehr ändern.

Die Kurzanalyse

"Das war heute ein Stück zu wenig", sagte Christopher Trimmel nach der Partie. Und der Kapitän des 1. FC Union hatte recht. In Leipzig, Augsburg und gegen Gladbach hatten die Köpenicker zuletzt nicht gewonnen, danach aber - mit Fug und Recht - von (sehr) ordentlichen Leistungen sprechen können. In Mainz war das anders. Es fehlten Basics. Die zweiten Bälle, monierte Trimmel, seien fast alle beim Gegner gelandet. Die Standards - sonst die Waffe des Teams, auch wenn spielerisch nicht viel funktioniert - waren weitestgehend ungefährlich.

Es fehlte aber mehr. "Wir waren nach vorne zu schlampig und nicht gefährlich genug", ärgerte sich Mittelfeldspieler Robert Andrich. Es waren - bei allem sichtbaren Bemühen auch nach dem Platzverweis - tatsächlich genau diese offensiven Ideen und ihre Umsetzung, die dem Team von Trainer Urs Fischer komplett abgingen. Konnten die Unioner über viele Wochen den Ausfall ihres Spielmachers Max Kruse gut kompensieren, an diesem Nachmittag in Mainz war es genau die spielerische Gedankenschnelle eines solchen Kreativmannes, die die Berliner gebraucht hätten.

Verunsichern lassen wollen sie sich trotz nunmehr vier sieglosen Spielen in Serie aber nicht. Ob es einen Gründ gebe, nervös zu werden? "Nein. Wir machen weiter. Wir werden auch positiv weitergehen - und lassen uns nicht irgendwo reindrücken. Wir arbeiten hart weiter", sagte Trimmel. Und bei Trainer Urs Fischer hörte es sich ganz ähnlich an: "Ich glaube, wir wissen seit Beginn, für was wir arbeiten und worum es geht. Die Zielsetzung ist immer noch die gleiche: Klassenerhalt. Und dann gilt es eben auch mal solche Phasen zu überstehen."

Das sagt das Netz

Nein, es war wahrlich kein ansehnliches Spiel.

Union spielte schwach. Und konnte - wie schon in den vergangenen drei Spielen - nicht gewinnen.

Mainz dagegen jubelte. Sportlich war es ein ganz wichtiger Schritt im Abstiegskampf - modisch konnten die Gastgeber in ihren Karneval-Sondertrikots jedoch nicht jeden überzeugen.

Der Liveticker zum Nachlesen

Sendung: rbbUM6, 06.02.21, 18:00 Uhr

Fußball Bundesliga

  • Freitag, 26.November, 20.30 Uhr
    VfB Stuttgart - FSV Mainz 052:1(1:1)
    Samstag, 27.November, 15.30 Uhr
    VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund1:3(1:3)
    Hertha BSC - FC Augsburg1:1(1:0)
    1.FC Köln - Borussia Mönchengladbach4:1(0:0)
    VfL Bochum - SC Freiburg2:1(0:0)
    Greuther Fürth - 1899 Hoffenheim3:6(1:2)
    Samstag, 27.November, 18.30 Uhr
    Bayern München - Arminia Bielefeld1:0(0:0)
    Sonntag, 28.November, 15.30 Uhr
    Eintracht Frankfurt - Union Berlin-:-(-:-)
    Sonntag, 28.November, 17.30 Uhr
    RB Leipzig - Bayer Leverkusen-:-(-:-)
    PlVereinSpguvToreDiffPkt
    1.Bayern München13101242:13+2931
    2.Borussia Dortmund13100333:19+1430
    3.SC Freiburg1364319:13+622
    4.Bayer Leverkusen1263325:17+821
    5.1899 Hoffenheim1362527:20+720
    6.Union Berlin1255219:17+220
    7.VfL Wolfsburg1362515:17-220
    8.RB Leipzig1253423:13+1018
    9.FSV Mainz 051353517:14+318
    10.1.FC Köln1346322:22018
    11.Borussia Mönchengladbach1353518:18018
    12.VfL Bochum1351712:20-816
    13.Eintracht Frankfurt1236314:16-215
    14.Hertha BSC1342713:27-1414
    15.VfB Stuttgart1334618:23-513
    16.FC Augsburg1334612:22-1013
    17.Arminia Bielefeld131669:19-109
    18.Greuther Fürth13011211:39-281
    PL
    Platz
    SP
    Spiele
    G
    gewonnen
    U
    unentschieden
    V
    verloren
    DIFF
    Tordifferenz
    PKT
    Punkte

    (ARD Text)

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    • Absteiger

26 Kommentare

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  1. 26.

    Naja, so sexy ist bei euch Förstern auch nicht alles, z.B. Sponsor Aroundtown, Präsident Zingler ...

  2. 24.

    Manch andere waren u. a. aufgrund eines gewissen Jürgen K. schon gedanklich in der CL oder gar auf Meisterkurs. Sie erinnern sich "Harter"? Und dass der absolut überwiegende Teil der Union Fans die Situation ihres Vereins realistisch einschätzt, dürfen Sie gerne als gegeben nehmen.

  3. 23.

    Ach, eine Saison besteht aus Hin- und Rückrunde? Gut, dass die Unionfans das auch mal realisieren. Manche waren ja gedanklich schon im europäischen Wettbewerb.

  4. 22.

    Dem FCU geht nicht die Puste aus, Eberhard. Nach der (kurzen) Winterpause gabs Siege gegen Bremen und Leverkusen, Unentschieden gegen Wolfsburg und Gladbach und eben die (knappen) Niederlagen gegen Leipzig, Augsburg und Mainz. Wobei die beiden letztgenannten eigentlich Unentschiedenspiele waren, nur eben etwas unglücklich liefen - vergebener 11er in Augsburg und die rote Karte in Mainz . . .

    Zudem sind der FCA und der FSV für uns (meist) nicht leicht zu bespielen, da sie ähnlich wie der FCU (als kleine Clubs) eine vergleichbare Strategie fahren und aus einer starken Verteidigung heraus agieren. Da geht ein Spiel schon mal so oder so aus.

    Mit den bisher 29 Punkten steht der FCU sehr gut da. Und bis zum Saisonziel fehlen nur noch 3 oder 4 Siege, die schon noch (mindestens) eingefahren werden, ;-)

  5. 21.

    Haben Sie gesehen worauf sich unsere Kommentare bezogen. Verstehe Ihren Kommentar nicht. Bezog sich auf ein "geklautes" b. Aber schön, das Sie uns aufgeklärt haben. Hat ja mit dem ursprünglichen Thema eigentlich auch nichts zu tun.

  6. 20.

    Vorneweg gesagt: Ich bin absoluter Union-Fan! Leider passiert nun das, was fast zu befürchten war: Nach einer tollen Hinrunde geht nun langsam die Puste aus. 29 Punkte sind ein beruhigendes Polster - es werden sicher noch einige dazukommen. Wenn zum Ende der 12. Platz rauskäme wäre es doch schon ok, oder?

  7. 19.

    Manche denken, Erfolg lässt sich kaufen. Schön, daß das nicht immer so ist. Lieber Sexy, als reich

  8. 18.

    Echt? Das reicht Dir? Du guckst auf Hertha und das ist dir wichtig? Klasse. So wenig Anspruch an den eigenen Verein möchte ich auch haben. Das ist toll, dann muss Schalke unbedingt gewinnen.

  9. 17.

    @Angelika und Köpenickerin:„ geklaubt bzw. klauben“ steht u.a. für sammeln, auflesen. Aber ich gehe davon aus, dass Sie das wissen und Ihre Kommentare ein Scherz waren.

  10. 16.

    Kein gutes Spiel. Seit 3 Wochen läuft es nicht mehr rund. Es gibt solche Phasen. Nichtsdestotrotz kommt hoffentlich Kruse bals wieder.

  11. 15.

    Schadenfreude ist scheinbar immer noch noch die schönste Freude. Ich finde es durchaus positiv, dass 2 Berliner Vereine in der Bundesliga sind. Also schön mal den Ball flach halten, lieber Unioner. Ihr spielt gerade mal das zweite Jahr in der Bundesliga ...

  12. 14.

    Danke, Angelika für den Hinweis, hab mich verguckt (Ostabi) Glaube mit G, Klauen mit K und b völlig übersehen......und dann hatte mich ja Union mit diesem Sch.... .spiel auch noch aufgeregt.......Nachricht an die Eisernen bleibt: Tooooore schießen , gegen den Ball treten und nicht gegen Füße!!!!!!!

  13. 13.

    Eigentlich haben wir von Anfang an zu Zehnt gespielt,denn Awoniyi war Totalausfall. Aber von Krise zu sprechen, ist übertrieben. Und die Niederlage hat doch was Gutes, Hertha noch vier Punkte vom ,Abstieg weg. EISERN

  14. 12.

    Mainz wie es lacht und singt....

  15. 11.

    Da haben die Mainzelmännchen den Blechernen eins eingeschenkt :-D

  16. 9.

    So siehts aus, Lando. Das lief heute irgendwie doof - früher 11er und Platzverweis am Anfang der 2. HZ. - und deshalb war gegen den FSV, der das auch gut gespielt hat, einfach nicht mehr drin. Und natürlich sind in der nächsten Saison Clubs wie Mainz, Bielefeld, Köln, Augsburg, HSV, Bochum (oder wie auch immer sich das bis dahin noch gestaltet) wahrsch. unsere direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt.

  17. 8.

    Dank Union ist Hertha jetzt nur noch 4 Punkte vom Abstieg entfernt.
    Gut gemacht Jungs!

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