Union-Spieler Max Kruse
Bild: imago images / Bernd König

Union in Freiburg - Der Hoffnungsträger ist zurück

Es läuft nicht mehr beim 1. FC Union. Seit nun schon fünf Partien warten die Köpenicker auf einen Sieg. Gegen Freiburg kehrt jedoch ein Hoffnungsträger zurück: Stürmer Max Kruse soll endlich wieder für bessere Ergebnisse sorgen. Von Jakob Rüger

Das Personal

In Köpenick lichtet sich ganz langsam das Lazarett. Die zuletzt angeschlagenen Grischa Prömel und Christopher Lenz sind nach ihren Muskelproblemen wieder Kandidaten für den Kader. Sie geben Trainer Urs Fischer mehr taktischen Spielraum und mehr Optionen gegen Freiburg. Am meisten warten die Union-Fans aber auf ein Comeback von Stürmer Max Kruse. Nach dessen Muskelbündelriss Anfang Dezember im Hauptstadtderby gegen Hertha, schuftete der 32-Jährige für seine Rückkehr. Nun könnte er nach einer guten Trainingswoche gegen Freiburg in den Kader zurückkehren.

Ins Training eingestiegen ist Torhüter Andreas Luthe, er fehlte zuletzt aus familiären Gründen. Trainer Urs Fischer wird sich genau anschauen müssen, ob seine Nummer 1 bereit ist, oder ob er nach der soliden Leistung beim 0:0 gegen Schalke wieder Liverpool-Leihgabe Loris Karius ins Union-Tor stellt.

Es fehlen: Sheraldo Becker (Entzündung im Sprunggelenk) und Anthony Ujah (Arthroskopie im Knie)

Die Form

Der 1. FC Union wartet nun bereits seit fünf Spielen auf einen Sieg. Vor allem auswärts geht gar nichts mehr. Nach drei Pleiten in Folgen droht den Köpenickern ein neuer Negativrekord. Vier Auswärtsniederlagen in Serie gab es in der Bundesliga noch nie. "Obwohl die Punkte-Ausbeute nicht optimal ist, haben wir in den letzten Spielen vieles gut gemacht", nimmt Trainer Urs Fischer sein Team in Schutz. "Wir waren einfach zu wenig effizient. Nun heißt es überzeugt bleiben und vor allem den endlich wieder über die Linie bekommen."

Das Offensivspiel bleibt die größte Baustelle für die Eisernen. Nur zwei Tore in den letzten fünf Spielen, die Mannschaft ist weit von ihrer offensiven Hinrundenform entfernt, wo der 1. FC Union nach den Bayern zeitweise den besten Angriff der Liga stellte. Verletzungen und besser eingestellte Gegner machten den Köpenickern zuletzt zu schaffen. Doch bei all den derzeitigen Problemen: Der Abstand auf einen Europapokalplatz beträgt nur drei Zähler, der Vorsprung auf den Relegationsplatz bleibt bei stabilen zwölf Punkten.

Der Gegner

Bayern München und Wolfsburg – das sind die beiden einzigen Teams, die den SC Freiburg im Jahr 2021 bislang schlagen konnten. Die Breisgauer entwickeln sich zu einer der Überraschungsmannschaften, die nach zwei Drittel der Saison um die Europapokalplätze mitspielt. Seit Trainer Christian Streich seine Mannschaft auf eine Dreierkette umgestellt hat, stehen die Freiburger defensiv kompakter. Vor allem in der letzten Saison im kleinen Schwarzwaldstadion sind die Freiburger stark, seit sieben Heimspielen ist der SC ungeschlagen. "Gerade in den Heimspielen sind sie wirklich stark", warnt Urs Fischer. "Wir sind auf der Hut aber es besteht die Möglichkeit etwas mitzunehmen." Vielleicht kann der Auftritt im DFB-Pokal letzte Saison als Blaupause dienen. Das gewannen die Köpenicker mit einer effizienten und stabilen Leistung 3:1.

Unioner der Woche

Er ist wieder da. Max Kruse ist zurück im Mannschaftstraining und hat grünes Licht für die Partie gegen Freiburg bekommen. Der Stürmer brennt auf einen Einsatz, doch Trainer Urs Fischer lässt sich bislang nicht in die Karten schauen. "Ein Einsatz von Max Kruse wäre möglich, ich möchte allerdings noch das Abschlusstraining abwarten", so Unions Trainer. Kruse ist der Hoffnungsträger für Unions Abschlussschwäche, sowohl als Torschütze, als auch als Vorbereiter. Der Ex-Nationalspieler ist immer noch Unions Topscorer in der Bundesliga (sechs Tore, fünf Assists). Beim seinem Ex-Verein Freiburg war er in der Bundesliga-Saison 2012/13 ebenfalls Topscorer (elf Tore, neun Assists) und schaffte sogar den Sprung in die Nationalmannschaft.

Besonderheiten

Für Union-Verteidiger Nico Schlotterbeck ist das Duell gegen Freiburg eine ganz besondere Partie. Für den Leihspieler geht es nicht nur gegen sein Ex-Team, sondern auch gegen seinen Bruder Keven Schlotterbeck. Der spielte wiederum ebenfalls auf Leihbasis letzte Spielzeit noch beim 1. FC Union. "In dem Spiel ist Keven mein Gegner und nicht mein Freund", so der jüngere Schlotterbeck-Bruder im Union-Trikot. "Wenn es darauf ankommt werde ich ihn schon umhauen, na klar."

Nico und Keven sind beide beim SC Freiburg groß geworden, gegeneinander spielten sie erst ein Mal. Beim letztjährigen 3:1-Heimsieg der Freiburger spielte Keven auf Seiten Unions durch, während Nico beim SC in der Schlussphase eingewechselt wurde. Nun haben sie die Rollen getauscht und kämpfen um Bundesligapunkte.

Sendung: rbb UM6, 18.02.2021, 18 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Mach et Maxe! Hoffentlich können wir Dich bald noch oft im Stadion bejubeln.

  2. 6.

    Ja Union reist durch Deutschland um den Verein am Leben zu halten. Würde Union nicht reisen, wären dann alle Schulen und Kitas offen? Es sind auf allen Ebenen Konzepte gefragt die dann auch praktisch funktionieren. Der Profifußball hat ein Konzept entwickelt und es funktioniert. Wenn schon nicht im Stadion, aber doch wenigstens am Bildschirm eine freudige Abwechslung von den täglichen Sorgen, dafür bin ich sehr dankbar. Wer nun kein Fußballfan ist, muss diesen Ansatz ja nicht teilen, aber er sollte zumindest so tolerant sein und Anderen diese Freude gönnen. Mehr Toleranz wünsche ich mir in unserer Gesellschaft künftig überall, es würde den Alltag ungemein erleichtern. In diesem Sinne geht einfach netter mit euren Mitmenschen um!

  3. 3.

    Bei Union ist die Existenz von 300 Angestellten (ich meine damit vordergründig nicht die Berufsfussballer!) davon abhängig, dass die Fernsehgelder fließen....Und die fließen nur, wenn gespielt wird!! Muss man nicht gut finden, aber so ist es nun einmal....
    Die Idee mit der Impfung von Profifussballern kommt vom bayerischen "Uhrensohn" Rumenigge - an den sollten Sie Ihre Kritik adressieren.

  4. 2.

    Ich verstehe den Ansatz Ihrer Kritik, möchte aber dagegen halten, dass mir die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs im Profibereich durchaus hilft, besser durch diese kargen Zeiten zu kommen. Und ich glaube, dass es vielen anderen Menschen auch so geht, Fußball ist nunmal der Deutschen liebstes Kind im Freizeitbereich.

    Wenn ich z.B. mehr im Bereich von Theater oder klassischer Musik bewandert und interessiert wäre, würde ich deren Angebote, die es ja auch weiterhin gibt (attraktive Livestreams von z.T. großen Aufführungen, die ebenfalls z.B. viele Coronatests verbrauchen und somit z.B. dem Freizeitsänger gegenüber privilegiert sind), ebenfalls nutzen.
    Ich bin froh über solche Angebote, die mithelfen, die Moral aufrecht zu halten.

    Aktionen wie die Ausrichtung des sportlich ohnehin fragwürdigen Turniers kürzlich in Katar sollte man sich derzeit allerdings tatsächlich verkneifen.
    Union fliegt aber nicht lustig durch die Welt, sonder nur durch Deutschland.

    Heja, heja SCF! :-)

  5. 1.

    Den Profifußball brauchen wir „unbedingt“!! Vor allem müssen die Spieler baldmöglichst geimpft werden, denn sonst könnten sie ja erkranken und müssten auf ihre bescheidenen Einkommen verzichten. Ich werde es wohl nie verstehen, Schulen zu, Kitas zu, Kurzarbeit, Insolvenzen und die Clubs fliegen lustig durch die Welt. Aber für Geld macht man alles, es sind ja auch gaaaanz wichtige Arbeitgeber.

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