Kingsley Coman (r., FC Bayern München) vor dem 1:0 gegen Hertha BSC (imago images)
Audio: inforadio | 05.02.2021 | Guido Ringel | Bild: imago images

Gegen FC Bayern München - Hertha verliert 0:1 bei rasantem Kampf im Schneetreiben

Gut gespielt und doch verloren. Im ersten Heimspiel von Pal Dardai seit seiner Rückkehr als Trainer von Hertha BSC haben sich die Berliner gegen den deutschen Rekordmeister verbessert. Fast hätte es kurz vor Schluss sogar ein Happy-End gegeben.

Hertha BSC hat zum Auftakt des 20. Spieltags der Fußball-Bundesliga mit 0:1 gegen den FC Bayern München verloren. Das Tor des Tages erzielte Kingsley Coman (21.). Durch die Niederlage bleibt Hertha vorerst auf dem 17. Tabellenplatz, kann aber am Samstag noch von Arminia Bielefeld überholt werden und auf den Relegationsplatz abrutschen.

Der Spielverlauf

Pal Dardai änderte die Startelf im Gegensatz zum Spiel in Frankfurt auf drei Positionen: Statt Lukas Klünter, Luca Netz und Mattéo Guendouzi starteten Peter Pekarik, Maximilian Mittelstädt und Vladimir Darida. Und Hertha insgesamt mutig. Aus einer kompakten Defensive heraus, die ungefähr in Höhe der Mittellinie auf die Bayern-Angriffe wartete, setzte man immer wieder gekonnt Nadelstiche mit schnellem Umschaltspiel. So bereits in der 3. Minute, als Dodi Lukebakio nach schönem Steckpass von Darida an Manuel Neuer scheiterte. Eine Szene, die sich zwei Minuten später quasi seitenverkehrt wiederholte, da Rune Jarstein gegen Leroy Sané klären konnte.

Eben jene beiden standen auch in der zehnten Minuten im Mittelpunkt, da Herthas Torhüter den Flügelstürmer der Münchner im Strafraum von den Beinen holte - Elfmeter. Der verwandelte bis dato 27 seiner 29 Elfmeter für Bayern München, scheiterte diesmal jedoch am glänzend parierenden Jarstein. Das Spiel nahm nun zusehends noch mehr an Geschwindigkeit auf und bot Chancen auf beiden Seiten. Doch während Krzysztof Piątek (14. Minute) noch vergab, machte es Münchens Kingsley Coman in der 21. Minute besser. Nach einer schönen Drehung um Niklas Stark herum kam der Franzose vom linken Strafraumrand zum Schussversuch, den wiederum Stark unhaltbar abfälschte.

In der Folge stand Hertha etwas tiefer. Der Weg nach vorne wurde weiter, weshalb Konterchancen zunehmend ausblieben. Die Ballbesitzphasen der Berliner waren zwar durchaus ansehnlich, blieben aber ohne klare Torchance. Einzig ein Freistoß von Lukebakio (45.) brachte den Gegner nochmals in Gefahr. Die Gäste hingegen hatten mit Coman (24., 45. +3) und Lewandowski (45. +1) weitere Chancen auf einen Torerfolg.

Hertha bemüht, aber ohne Durchschlagskraft

Die zweite Halbzeit begann mit einem personellen Wechsel. Omar Alderete kam für Jordan Torunarigha ins Spiel, der verletzungsbedingt in der Kabine bleiben musste. In der 55. Minute folgte mit Guendouzi für Darida der zweite Berliner Spielertausch. Am Geschehen auf dem Platz änderte sich dadurch jedoch kaum etwas. Bayern hatte nun sehr viel Ballbesitz, Hertha konnte kaum noch für Entlastung sorgen, blieb jedoch defensiv aufmerksam. Chancen blieben so Mangelware.

Pal Dardai reagierte und brachte in der 63. Minute Nemanja Radonjic für Krzysztof Piątek, wodurch Lukebakio in die Sturmspitze rückte. Und vor allem über den flinken Radonjic kam Hertha nun zu Kontermöglichkeiten, scheiterte dabei allerdings entweder an der Abseitsfalle der Bayern oder der eigenen Ungenauigkeit. Doch auch der Rekordmeister wurde bis auf eine Halb-Chance durch einen Kopfball von Thomas Müller (78.) nicht wirklich gefährlich.

Mit seiner letzten Wechseloption brachte Dardai in der 81. Minute noch Matthew Leckie und Sami Khedira für Dodi Lukebakio und Santiago Ascacibar. Die späte und größte Chance auf den Ausgleich hatte jedoch Matheus Cunha, der in der 88. Minute allein auf Manuel Neuer zulief, den Ball aber neben das Tor lupfte.

Die Kurzanalyse

"Wenn wir so arbeiten, so spielen, dann werden wir die nächsten Woche definitiv die Punkte holen", so Sami Khedira nach dem Spiel gegenüber DAZN. Viel zu entgegnen hätte man dem Weltmeister von 2014 nicht.

Hertha versuchte, gegen den deutschen Serienmeister und amtierenden Champions-League-Sieger aus einer kompakten Defensive mit schnellen Kontern zum Erfolg zu kommen. Und machte das defensiv wie offensiv über 90 Minuten gut. Einziger Wehrmutstropen: die mangelnde Chancenverwertung. Aber wie sagte Hertha-Trainer Pal Dardai am DAZN-Mikrofon: "Alles was wir uns vorgenommen haben, haben wir gesehen, deswegen kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen." Auch da hätte man wenig zu entgegnen.

Das sagt das Netz

Elfmeter verschuldet, Elfmeter gehalten, so die Bilanz von Herthas Rune Jarstein. Oder anders gesagt:

90 Minuten in einem Tweet:

Und ein Hoffnungsschimmer:

Das Spiel im Liveticker

Sendung: Inforadio, 05.02.2021, 19:45 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Herrlich, welch geistiger Dünnpfiff hier wieder einmal von einigen Menschen abgesondert wird, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit
    a) das Spiel nicht gesehen haben,
    b) nie selbst Fussball im Verein gespielt haben,
    c) den Bezug zur Realität verloren haben,
    d) nichts besseres zu tun haben derzeit.

  2. 11.

    Hamid, lass gut sein! Petra erwähnte doch, sie habe nur den Spielbericht "gelesen", will heißen sie hat ihn überflogen und das bedeutet ja generell schonmal, dass ihre Kritik sehr fundiert ist. Manchen sei geraten, sich die Spiele anzusehen.

    Klasse Entwicklung unter Dardai! Mit Labadia wäre hier wohl ne starke Klatsche zu erwarten gewesen.

  3. 10.

    Sorry,aber ich weiß nicht,warum Sie hier so vehement Samir Khedira kritisieren.Spielen Sie selbst Fußball in einer Mannschaft? Was soll Herr Khedira nach ein paar Trainingseinheiten mit der Mannschaft Ihrer Meinung nach bei einem Kurzeinsatz über 9 Min. fuer Dinge vollbringen: drei Gegner aussteigen lassen und den Ball in den Torwinkel hämmern?Ist doch total illusorisch von Khedira gleich Wunderdinge zu erwarten.Khedira hat überhaupt keine Spielpraxis , denn er hat Monate nicht gespielt und kennt sein zusammengewürfeltes Team noch gar nicht.Sofern das im Raum stehende Gehalt von 2 Millionen Euro für 15 Spiele stimmt , hat Khedira einen Superdeal für sich geschlossen und Weltmeister war er vor mehr als sechs Jahren, so what?! Nicht Khedira ist das Problem, sondern die Windhorst-Millionen,mit denen die alte Dame im Stile eines"Big-City- Club"nur so um sich schmeißt,ohne einen Ertrag zu erzielen.Abstiegsk.kann man jedenfalls auch günstiger haben,wenn Sie das meinen,stimme ich Ihnen zu.

  4. 9.

    Ein Punkt in sechs Spielen. Ein wahrer BigCityClub :-)

  5. 8.

    Ach du meine Güte,
    Hertha hat gegen die derzeit beste Mannschaft in Deutschland und Europa nach sehr gutem Spiel knapp mit 0:1 verloren und da kommen sofort alle Hassknechte sofort aus ihren Löchern gekrochen.

  6. 7.

    Schon peinlich, wenn man keine Sekunde des Spiels gesehen hat, aber sich zu Wort meldet. Schauen Sie doch lieber Hallenhalma, vielleicht klappt es da mit dem Verständnis besser.

  7. 6.

    Na gut, der "Weltmeister" wurde eingewechselt, taucht aber nur mit einer Gelben Karte im Spielbericht auf. Stand er sonst nur rum?
    Egal, wiedereinmal verloren. Statt gegen Bayern zu spielen, werden es wohl eher die gegen Pauli.

  8. 5.

    Super gespielt, super gefightet! Das Glück kommt bald zurück, da bin ich mir sicher!

  9. 4.

    Hertha hat doch ein gutes Spiel geliefert. Das
    War der 20.Spieltag, also noch genügend Zeit
    zur Umkehr. S.K. wird behutsam an die Mann-
    schaft heran geführt. Er muss sich auch erst
    einleben. Wir sprechen von Menschen.

  10. 3.

    Also bitte, der Königstransfer durfte immerhin 10 spielen.
    Allerdings ist die sonnige Zeit auf Platz 15 wohl nun vorbei.

  11. 2.

    Wurde er nicht eigens dafür eingekauft?
    Nun, somit wird er seinem Ruf, nur ein Schönwetterspieler zu sein, gerecht.

  12. 1.

    Khedira auf der Bank. Soll der denn erst in der2. Liga eingesetzt werden?

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