Herthas Sami Khedira (r.) gegen RB Leipzig (imago images/O. Behrendt)
Audio: inforadio | 21.02.2021 | Lars Becker | Bild: www.imago-images.de

Hertha verliert mit 0:3 gegen Leipzig - Bemüht, aber glücklos

Auch beim Startelf-Debüt von Weltmeister Sami Khedira ist Hertha BSC kein Sieg gelungen. Gegen RB Leipzig unterlag die Mannschaft von Pál Dárdai mit 0:3. Dabei sah es lange nach einem klassischen Unentschieden-Spiel aus.

Hertha BSC bleibt unter Trainer Pál Dárdai sieg- und glücklos in der Fußball-Bundesliga. Am Sonntag unterlagen die Berliner mit 0:3 gegen RB Leipzig. Die Tore für die Gäste erzielten Marcel Sabitzer (28. Minute), Nordi Mukiele (71.) und Willi Orban (83.). In der Tabelle bleibt Hertha damit bei 18 Punkten auf Platz 15, liegt aufgrund des Mainzer Auswärtssieges in Mönchengladbach (2:1) am Samstag aber nur noch einen Punkt vor einem direkten Abstiegsplatz.

Der Spielverlauf

Im Gegensatz zur vorangegangenen Partie in Stuttgart (1:1) wechselte Hertha-Trainer Dárdai auf vier Positionen. Lukas Klünter, Márton Dárdai, Sami Khedira und Mathew Leckie begannen für Peter Pekarik, Omar Alderete, Santiago Ascacíbar und Mattéo Guendouzi. Geschwindigkeit und Kopfballstärke wollte er damit auf den Platz bringen, so Dárdai vor dem Anpfiff der Partie gegenüber dem TV-Sender Sky.

In der ersten Halbzeit benötigten die Hertha-Spieler jedoch vor allem gute Ausdauerwerte. Denn zumeist mussten sie Ball und Gegner hinterherrennen. Eigene Ballbesitzphasen hatten die Berliner kaum. Immerhin ergaben sich auch für die Gäste aus Leipzig keinerlei wirkliche Torchancen. Hertha machte die Räume gut eng. Der Führungstreffer der Leipziger in der 28. Minute durch Marcel Sabitzer fiel dementsprechend unerwartet. Aus circa 30 Metern Entfernung schoss der Österreicher den Ball ansatzlos und unhaltbar in das Tor von Hertha-Keeper Rune Jarstein.

Guendouzi vertändelt

Mit Beginn der zweiten Halbzeit agierte Hertha offensiver. Bei Dodi Lukebakios Schussversuch vom rechten Strafraumraund (50. Minute) neben das Tor war jedoch der Winkel zu spitz. Eine Minute später bekam Matheus Cunha nach schönem Steckpass den Ball nicht gut genug unter Kontrolle, um Leipzigs Tor mit seinem Abschluss nachhaltig in Bedrängnis zu bringen.

In der Folge dominierte Zweikampfgeschehen im Mittelfeld das Geschehen, Torchancen gab es keine. So reagierte Pál Dardai mit mehreren Wechseln. Nemanja Radonjić und Luca Netz kamen für Dodi Lukebakio und Mathew Leckie (60. Minute), Mattéo Guendouzi für Sami Khedira (67.).

Doch statt des Ausgleichstreffers gelang Leipzig das 2:0. Guendouzi vertändelte im eigenen Strafraum den Ball gegen Tyler Adams, Nordi Mukiele schnappte sich den so frei gewordenen Ball und hämmerte ihn aus zehn Metern ins Toreck.

In der Schlussphase warf Hertha nochmals alles nach vorn und kam zu Chancen. Doch sowohl Radonjić (80.) als auch Krzysztof Piątek scheiterten im letzten Moment an Leipziger Abwehrbeinen. Stattdessen köpfte Leipzigs Willi Orban in der Folge eines Eckballs zum 3:0-Endstand für Leipzig ein (83.).

Die Kurzanalyse

Es "war nicht schlecht, denke ich", sagte Hertha-Trainer Pál Dárdai nach Schlusspfiff dem TV-Sender Sky. Und in der Tat agierte seine Mannschaft über weite Strecken der Partie auf Augenhöhe mit dem Tabellenzweiten und Champions-League-Teilnehmer aus Leipzig.

Vor allem defensiv kann sich die Mannschaft dabei kaum einen Vorwurf machen. Mit viel Laufbereitschaft und taktischem Geschick machte sie die Räume eng und ließ so kaum Chancen zu.

Die defensive Stabilität ging allerdings zu Lasten der Offensive. Eine tief stehende Berliner Mannschaft hatte bei den wenigen Umschaltmomenten zu weite Wege in Richtung gegnerisches Tor zu gehen. Gelang es doch einmal, fehlte rund um den Strafraum immer wieder die letzte Präzision.

Die Stimmen zum Spiel

Das sagt das Netz

Zumindest hat es weder an der Ein- noch der Aufstellung gelegen:

Findet auch der Taktik-Experte Tobias Escher:

Und auch die höhere Fußball-Mathematik sagt: Eigentlich ein Unentschieden.

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb UM6, 21.02.2021, 18:15 Uhr

19 Kommentare

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  1. 19.

    Und wenn Sie schwer erkranken gehen Sie bestimmt gleich zum Bestatter. Schalten Sie einfach der Rest der Saison ab.

  2. 18.

    Also für mich war es das, habe die Hoffnung aufgegeben, man sollte jetzt clever sein und direkt für die zweite Liga planen und schon entsprechend junge Spieler mit Willen und Kraft scouten.
    Vielleicht kann man ja mal ansatzweise so was wie Leipzig oder Dortmund auf die Beine stellen, Geld ist ja vorhanden.

  3. 17.

    Machen Sie sich bitte keine Sorgen um die Herthafans!
    Wir kennen es doch nicht anders, sind ein Auf und Ab gewohnt. Und es bleibt doch der Herzensverein. Leiden gehört dazu!
    Bayern und Union-Fan kann jeder!

  4. 16.

    ...wenn bei mir auf dem Zeignis so etwas wie "bemüht" stand, hab ich ziemlichen Ärger mit den Eltern bekommen...
    ...jetzt fehlt noch ein Sieg Bielefelds gegen Werder und schon ist das Klassenziel mehr als in Gefahr!
    Das ist der "Big City Club", achso, neuerdings ja "Club Attacke", der mich schon sooooo viele Jahre amüsiert und n seiner Großmannssucht blendend unterhält...

  5. 15.

    Ein wichtiger Schritt in Richtung Abstieg! Spaß beiseite. Hertha steigt nicht ab. Die Anderen sind noch schlechter. Das ist das Glück für Hertha in dieser Saison. Sonst wäre diesmal tatsächlich Schicht im Schacht.

  6. 13.

    man darf gerne in Köpenick nachfragen, wie man auch "große" Mannschaften schlägt. Entgegen der Kritik der Hertha-Fans hat Union nicht nur aufgrund des günstigeren Terminplans gepunktet. Die noch erforderlichen 20 Punkte für den Klassenerhalt wird Hertha noch schaffen, aber dann auch mal gegen Wolfsburg und Leverkusen punkten.

  7. 12.

    Bravo Leipzig!

  8. 11.

    Ich finde es schlimm, was den Spielern angetan wird. Das defekte Management ist immernoch fest im Sattel! Uuuuund..... Warum eigentlich nicht absteigen???. Was sollen denn diese Strapazen für die Spieler????

  9. 10.

    Ja, ich glaube auch, dass ein Jahr 2. Liga besser wäre. Einfach mal zur inneren Regeneration und gegen diesen ständigen Größenwahn. Ich bin kein Herthaner aber mir tun langsam die Fans und der Verein als solcher leid. Das ist eine üble Durststrecke. Aber mal sehen was die nächsten Spiele bringen. Vielleicht kommt noch was.

  10. 9.

    „ Bemüht , aber glücklos ! „
    „ Eine Niederlage , die Mut macht ! „
    Man könnte noch hinzufügen „ Trotz eines Weltmeister‘s ! „
    Eine Aufbruchstimmung macht sich breit !
    Weiter so BCC !

  11. 8.

    Und nächste Woche gegen Wolfsburg gibt es vermutlich auch keine Punkte ?

  12. 7.

    Und Mainz rückt immer näher! Ganz gefährliche Lage für den selbst ernannten "Big City Club!"

  13. 6.

    stimmt, die großen Sprüche passen nicht zu hertha. Sie stehen aber seit Jahren immer am Anfang der Saison im Raum. Vielleicht wäre ein Jahr 2. Liga wirklich gut für den Verein um sich zu konsolidieren. Aber ich hoffe es nicht, denn dann fehlt das Derby und fraglich ist, ob der große Geldgeber die Geduld dafür aufbringt.

  14. 5.

    Es wird ein schwerer Weg werden die Klasse zu halten. Vielleicht hilft am Ende der Saison noch ein Kraftakt. Alles oder nichts.

  15. 4.

    Ich höre nur immer wir haben Qualität. Jetzt gerade wieder im Interview mit Grünter. Und was kommt dabei heraus? Nichts!
    Überheblichkeit kommt vor dem Fall.

  16. 3.

    Abstieg ist nie eine gute Idee. In der 2. BL wird anders gespielt, da kann man sich nicht für die Bundesliga vorbereiten. Und Hertha hat jetzt die dicken Brocken. Leipzig ist wirklich kein Maßstab. Die kämpfen um die Meisterschaft. Es wird schon noch reichen für Hertha. Und nun ist auch die nötige Ruhe im Verein. Team und Trainer plus Management agieren endlich gemeinsam. Ich bin zuversichtlich. Die nächste Saison kann nur besser werden ;-) Nach vorne blicken und nicht zurück ist die Devise.

  17. 2.

    Es wäre ein Wunder, wenn Hertha ausgerechnet
    gegen Leipzig punkten würde.
    Die Punkte wurden in den vergangenen Spielen
    liegen gelassen.
    Vielleicht wäre ein Abstieg in die 2.Liga das
    Beste um die Mannschaft zu konsolidieren.
    Geld für Spielerkaeufe müsste ja vorhanden
    sein. Und dann aufhören mit den grossspurigen
    Sprüchen. Das passt nicht zu Hertha BSC.
    Alles Gute für die Zukunft. HaHo He.
    Ein langjähriger Fan (seit 1965).

  18. 1.

    Nein ! Hertha wird 3:1 verlieren.

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