Union-Trainer Urs Fischer greift sich an den Kopf (Quelle: imago images/Contrast)
Audio: Inforadio | 14.12.2021 | Stephanie Baczyk | Bild: imago images/Contrast

Union nach dem Remis gegen Schalke - "Mit so vielen Möglichkeiten musst du gewinnen"

Das Remis von Union gegen Schalke war für die Köpenicker bereits das fünfte sieglose Spiel in Folge. Trainer Urs Fischer haderte vor allem mit der Chancenverwertung, sieht aber dennoch keinen Grund zur Sorge.

Gegen Ende der virtuellen Medienrunde am Sonntagmittag musste Urs Fischer noch einmal herzlich lachen. Es hätte ja auch etwas Gutes, dass die Köpenicker seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen haben, merkte ein Journalist an. Denn so würde der Schweizer nicht mehr mit den Fragen nach der Europaleague konfrontiert werden. "Es war ja vorher nichts Schlechtes", entgegnete der Union-Coach lächelnd. "Nur musste ich mich einfach immer wieder wiederholen."

"Wir waren nicht effizient genug, um zu gewinnen"

Und so bekräftigte der 54-Jährige auch am Tag nach dem Spiel gegen Schalke noch einmal das Ziel von Union: den Klassenerhalt. Für diesen hatten die Köpenicker am Samstag zu Hause mit dem 0:0 gegen Schalke einen weiteren Punkt gesammelt - oder doch zwei verloren? "Am Schluss, mit so vielen Möglichkeiten, musst du so ein Spiel gewinnen", analysierte Trainer Fischer.

Denn die Berliner hatten das Spiel über weite Strecken im Griff und mehrere aussichtsreiche Gelegenheiten. Aber sowohl Marcus Ingvartsen (85.) als auch zuvor zwei Mal Taiwo Awonyi (4.+ 58.) scheiterten. "Wir waren nicht effizient genug, um zu gewinnen", urteilte daher Urs Fischer. Dass nur drei der insgesamt 16 Torschüsse auch tatsächlich auf das Tor von Schalke-Keeper Ralf Fährmann gingen, ärgerte den Schweizer. "In erster Linie gilt es, das Tor zu treffen, um Tore zu erzielen."

Kaum Arbeit für Keeper Karius

In puncto Effizienz muss sich seine Mannschaft also steigern, um die Serie von fünf sieglosen Spielen in Folge zu durchbrechen. Es brauche "eine Mischung aus Leichtigkeit, Gier und Entschlossenheit, um wieder aus den Möglichkeiten, die wir uns erarbeiten, Tore zu erzielen", hielt Fischer fest, der sich sonst aber zufrieden mit der Leistung seines Teams zeigte.

"Die Mannschaft versucht, und wenn eine Mannschaft es versucht, wird es auch schwierig, irgendwo einen Grund zu suchen, um etwas schlecht zu reden, wenn es nicht schlecht ist", so der Schweizer. "Wir haben es über 90 Minuten sehr gut verteidigt. Loris musste bis auf die letzte Aktion eigentlich keinen Ball halten."

Rückkehr mehrerer Spieler gegen Freiburg in Aussicht

Karius kam zu seinem Startelf-Debüt für Union in der Bundesliga, weil Stammtorhüter Andreas Luthe aus persönlichen Gründen nicht im Kader stand. Ob er gegen Freiburg wieder in das Aufgebot zurückkehrt, konnte Fischer nicht beantworten.

Auf den gegen die Königsblauen gelb-rot-gesperrten Nico Schlotterbeck wird er am kommenden Samstag gegen Freiburg dagegen wieder zurückgreifen können. Und auch für die bisher verletzten Christopher Lenz und Max Kruse scheint eine Rückkehr möglich. Beide haben am Sonntag wieder Teile des Mannschaftstrainings absolviert, berichtete der Coach. Schlüsselspieler Max Kruse hatte bereits unter der Woche seine Rückkehr für das Freiburg-Spiel in Aussicht gestellt. "Natürlich könnte das helfen", so Fischer auf die Frage, ob mit seinem Comeback auch die Entschlossenheit ins Spiel seiner Mannschaft zurückkehren könnte. "Aber das jetzt an Max aufzuhängen, wäre aus meiner Sicht falsch. Wenn wir ein paar Spiele zurückgehen, haben wir auch das Tor getroffen und aus unseren Möglichkeiten Kapital geschlagen." Wenn das auch in den nächsten Spielen wieder gelingt, könnte es schon bald sein, dass Fischer wieder mehr Fragen zum Europapokal gestellt bekommt. Außer Reichweite ist das internationale Geschäft nämlich noch lange nicht.

Sendung: Inforadio, 14.02.2021, 17:24 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Die aktuell 30 Punkte sind ein fettes Pfund; noch zwei drei Siege und das Saisonziel ist erreicht. Der Rest ist Bonus. :-)

  2. 14.

    Und aufgrund des einen Kommentars von KlausBaerbel 'analysieren' Sie, dass die bei den FCU Fans die Euphorie weg ist und nur noch auf Hertha geschaut wird?! Ich bitte Sie, "Yes".

  3. 13.

    An meine „Kritiker“. Lest Kommentar 3 und Ihr wisst was ich meinte.

  4. 12.

    Saisonziel hin oder her: Union und Hertha haben gefälligst in der 1. Bundesliga zu bleiben!

  5. 11.

    Da hast du wahrscheinlich was falsch verstanden. Hertha hatte nach dem Derby zwar verkündet, bis Weihnachten vor Union stehen zu wollen, für Union spielt der Tabellenplatz von Hertha aber keine Rolle. Ich glaube, über das Hertha-Chaos freuen sich bei Union die wenigsten. Unser Ziel für die Saison ist klar, Klassenerhalt. Unser Ziel für das jeweils nächste Spiel auch, Gewinnen, wenn wir jeden Spieltag unser Tagesziel erreichen, werden wir zum Schluss auch vor Hertha stehen. So einfach ist das!

  6. 10.

    Vor Union zu stehen, ist Saisonziel des BCC!
    Völlig durchschaubar, aber absolut nachvollziehbar!!
    Einigen scheinen irgendwie die Maßstäbe durcheinander geraten zu sein: das zweite Jahr in der Bundesliga, der zweitniedrigste Teametat....30 Punkte nach 21 Spielen und jetzt mal 5 Spiele nicht gewonnen - aber eben auch nicht alle verloren!! Wenn das 'ne Krise ist, was ist das dann bei der Hauptstadt"Tante"!?

  7. 9.

    Der Träumer sind wohl Sie. Es kann sehr schnell passieren, dass Hertha und Union sich wieder gefährlich nah kommen.

  8. 8.

    Was für ein Quatsch! Union ist und bleibt realistisch.

  9. 7.

    Es geht nicht darum, vor Hertha zu stehen, sondern am Ende Fünfzehnter oder besser zu sein, um die Liga zu halten.

    Die nächsten Wochen werden wichtig, da geht es gegen einige Teams aus der zweiten Tabellenhälfte. Dort noch ein paar Punkte einsammeln und das große Ziel ist erreicht.

  10. 6.

    Wird schwer für Karius, einen Verein zu finden. Kaum Einsätze, dauerhaft auf der Bank. Das eine Spiel reicht nicht. Bin gespannt, wie lange er sich das so gefallen lässt.

  11. 5.

    Und plötzlich ist die Euphorie bei Union weg. Es bleibt nur noch der Wunsch, besser als Hertha zu sein. Schien traurig, wenn man nur den ungeliebten Lokalrivalen als Maßstab hat. Nicht wahr, Klausbaerbel? Unionfans sind so durchschaubar...

  12. 4.

    Ich finde die Taktik ist nicht mehr wirklich gut! Aus dem Mittelfeld kommt zu wenig! Und vorne gehen die Bälle rein. Kruse wird sicher helfen, neue Spieler im Mittelfeld auch!

  13. 3.

    Und wovon träumen Sie nachts. Solange Union vor Hertha steht kann nichts passieren.

  14. 2.

    Schönes Symbolbild... Aber vom an den Kopf fassen wird’s nicht besser.

  15. 1.

    Union steckt in der Krise. Und wartet auf den Retter in Form von Kruse.

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