Füchse-Profi Mijajlo Marsenic hadert im Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen. / imago images/Jan Huebner
Video: rbb UM6 | 21.02.2021 | Simon Wenzel | Bild: imago images/Jan Huebner

23:29-Niederlage gegen Rhein-Neckar Löwen - Füchse Berlin kassieren Klatsche im Spitzenspiel

Bitterer Nachmittag für die Füchse Berlin: Im Spitzenduell gegen die Rhein-Neckar Löwen waren die Hauptstadt-Handballer ohne Chance - und verloren klar mit 23:29 (11:18). Gerade in der Offensive leisteten sie sich viel zu viele Fehler.

Erlangen, Flensburg - und nun die Rhein-Neckar Löwen: Die Füchse Berlin haben am Sonntag die dritte Niederlage in Folge in der Handball-Bundesliga kassiert. Beim 23:29 (11:18) waren sie im Top-Duell über weite Strecken ohne Chance.

Die Hauptstadt-Handballer haben als Tabellendritter nun 23:11 Punkte auf dem Konto, die Gäste stehen als Zweiter bei 25:9. Am Nachmittag haben zudem Meister THW Kiel nach 14-tägiger Quarantäne und der SC Magdeburg im direkten Duell noch die Chance, an der Mannschaft von Trainer Jaron Siewert vorbeizuziehen.

Große Anspannung, schwacher Start

Das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen sollte - das hatte auch Füchse-Sportvorstand Stefan Kretzschmar vor dem Anwurf unterstrichen - eines der ganz entscheidenden der Saison werden. Und die Anspannung war spürbar, die Berliner erwischten einen denkbar schlechten Start. Gerade einmal sechs Minuten waren gespielt, da nahm Jaron Siewert die erste Auszeit. Der Spielstand? 0:5. Die Gastgeber scheiterten in der Offensive an eigenen leichten Fehlern, der Latte oder dem starken Löwen-Keeper Andreas Palicka - und bekamen in der Defensive Jannik Kohlbacher und Co. nicht in den Griff.

Sechs Minuten und 45 Sekunden dauerte es, ehe Mijajlo Marsenic das erste Tor für die Füchse erzielte. Es war ein Treffer mit Signalwirkung. Stück für Stück kämpften sie sich nun in die Partie. Die 105 Fans, die das Spiel auf LED-Screens im Fanblock zugeschaltet verfolgten, sahen ein zunehmend augeglichenes Spiel - mit kleineren Läufen auch auf Berliner Seite: Milos Vujovic, Hans Lindberg und Marsenic verkürzten mit drei Treffern in Folge auf 4:7 (13.). Zwar konnten die Gäste aus Baden-Württemberg zwischenzeitlich noch einmal auf fünf Treffer davonziehen (5:10/16.), doch von der großen Überlegenheit der ersten Minuten war nichts mehr zu spüren.

Starke Aktionen von Paul Drux

Angeführt von Paul Drux, der die Startphase des Spiels noch auf der Bank erlebt hatte, verkürzten die Berliner nach zwanzig Minuten auf 10:12. Sie drängten nun und kamen immer wieder in freie Wurfpositionen, doch sie nutzten diese Chancen viel zu selten. Statt des durchaus möglichen Ausgleichs machten sie so die eigene Aufholjagd im Eiltempo wieder kaputt. Denn während die Füchse vor dem Tor zauderten, waren die Löwen eiskalt. Sie zogen wieder davon. "Es war ein totaler Bruch und die Fehlerzahl ist in die Höhe geschnellt", analysierte Füchse-Geschäftsführer Volker Zerbe in der Halbzeit beim TV-Sender Sky. Wie schon in den ersten Minuten gerieten die Berliner nun völlig unter die Räder. Zur Pause lagen sie mit 11:18 zurück.

Es war der zweite heftige Rückschlag binnen eines Spiels und zugleich eine schwere Hypothek für die zweite Hälfte. In der ging es zunächst so weiter, wie es in der ersten aufgehört hatte. Die Füchse leisteten sich einen technischen Fehler und durch Lindberg einen Fehlwurf aus bester Position - die Gäste trafen durch Albin Lagergren zum 11:19 (33.). Wenn man den Berlinern auch in dieser Phase etwas zugute halten konnte, dann war es ihr unermüdlicher Kampfgeist. Nach zehn Minuten im zweiten Durchgang waren sie noch einmal bis auf fünf Tore herangekommen (15:20).

"Es hat an allen Ecken und Enden gefehlt"

Enger wurde es jedoch nicht mehr, sondern - im Gegenteil - phasenweise richtig bitter. Vorne blieb es ungenau und hinten fand auch Keeper Dejan Milosavljev zu keinem Zeitpunkt in die Partie. Bis auf neun Tore zogen die Löwen davon - spätestens als es nach 46 Minuten 15:24 aus Sicht der Füchse stand, war die Niederlage klar.

"Es hat an allen Ecken und Enden gefehlt", analysierte Stefan Kretzschmar nach der Partie - und: "Die Löwen wollten es heute mehr als wir. Das ist traurig." Für die Mannschaft dürften nun ungemütliche Tage anstehen. "Es wird nicht zu umgehen sein, mit der Mannschaft auch etwas härter ins Gericht zu gehen."

Sendung: rbb UM6, 21.02.2021, 18:15 Uhr

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