Hans Lindberg hält mit einem Hechtsprung den Ball im Feld. (Quelle: imago images/Andreas Gora)
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Video: rbb UM6 | 15.02.2021 | Johanna Rüdiger | Bild: imago images/Andreas Gora

Rechtsaußen der Berliner Füchse - Hans Lindberg - ein dänisches Handballmärchen

Füchse-Spieler Hans Lindberg zählt zu den weltbesten Rechtsaußen und zu den treffsichersten Spielern seines Berliner Klubs. Seine beiden Söhne fordern aber ganz andere Qualitäten vom Dänen: Märchen vorlesen - vom Tölpel-Hans. Von Friedrich Rößler

Es war einmal ein junger Däne, der sich nicht entscheiden konnte, ob er Fußballer oder Handballer werden möchte. Als er beim Sichtungstraining mit dem Ball am Fuß durchfiel, entschied er sich für den Ball in der Hand. Und sollte damit eines Tages zu den Besten der Welt gehören. Die Karriere des 39-jährigen Hans Lindberg beginnt wie ein Märchen und liest sich auch so weiter. In seiner dänischen Heimat sammelte er seine ersten Erfahrungen beim Erstligisten Team Helsinge, seinen ersten Erfolg bei Viborg HK: Torschützenkönig mit 187 Treffern in 26 Spielen.

Beachtliche Titelsammlung

Mit dem Wechsel zum HSV Hamburg in die stärkste Liga der Welt, wie die Handball-Bundesliga oft bezeichnet wird, erweiterte der dänische Rechtsaußen-Spieler seine Titelsammlung: DHB-Supercup, DHB-Pokal, Deutscher Meister, Champions League. Auf die Abmeldung der Hamburger vom Spielbetrieb der Handball-Bundesliga reagierte Hans Lindberg im Januar 2016 mit einem Wechsel von der Elbe an die Spree zu den Füchsen. Mit dem neuen Team fügte er dann noch den EHF-Pokal und den IHF Super Globe-Titel zu seinen Erfolgen hinzu. Auch mit der dänischen Nationalmannschaft holte er alle internationalen Titel, zuletzt die Weltmeisterschaft 2019 in Dänemark und Deutschland.

Aushängeschild der Füchse Berlin

Bei den Füchsen gehört der 39-Jährige seit Jahren zu den treffsichersten Spielern. Bei der letzten Niederlage gegen den HC Erlangen führte der Däne erneut die Torschützenliste der Berliner an. Da verwunderte es niemanden, dass sein Arbeitgeber ihm eine Verlängerung seines Vertrages vor ein paar Tagen bis nächstes Jahr angeboten hatte. Hans Lindberg freue sich, dass er immer noch Spaß daran habe, Handball zu spielen und dass vor allem sein Körper das noch mitmache. "Von daher war es ganz einfach von meiner Seite aus zu sagen, ich würde das gern weitermachen."

Für Füchse-Sportvorstand Stefan Kretschmar sei der Skandinavier das Aushängeschild seines Klubs. "Sowohl sportlich als auch menschlich ist Hans ein elementar wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft", begründete Kretschmar die Vertragsverlängerung seines Rechtsaußen- Spielers. Für die Dänen bei den Füchsen ist er ein echter Handball-Held, sagt Rückraumspieler Jacob Holm: "Ich habe immer Hans im Fernsehen geguckt und er ist eine der größten Handball-Legenden in Dänemark."

Ende bleibt offen

Und privat? Da genießt der Handballer Lindberg als Papa die Auszeit mit der vierköpfigen Familie. Seinen beide Söhnen Aron und Karl-Philipp liest er regelmäßig die Märchen von Hans-Christian Andersen vor, der übrigens auch Däne war. Vor allem eine Geschichte habe es dem älteren Aron besonders angetan, die vom Tölpel-Hans. "Er findet das natürlich lustig, weil Hans mein Name ist und dann Tölpel-Hans - das hängt zusammen. Aron ist jetzt in einer Phase, wo das lustig ist, deswegen lese ich ihm das jetzt vor."

Am Ende des Märchens wird der Tölpel-Hans König, der Handballer-Hans konnte sich im Laufe seiner Geschichte schon öfter krönen lassen. Wie dessen Handballer-Märchen endet, bleibt aber weiterhin noch offen.

Sendung: rbb UM6, 15.02.2021, 18:00 Uhr

Beitrag von Friedrich Rößler

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