Billardspieler Alex Hopf (rbb)
Video: rbb24 | 12.02.2021 | Torsten Michels | Bild: rbb

Kegelbillardspieler Alex Hopf - Von Konzentration, brennenden Füßen und Reisen durch Europa

Mit seinen 21 Jahren zählt Alex Hopf bereits zu den besten Kegelbillardspielern Deutschlands. Der Mann vom MSV Neuruppin spricht darüber, welche Voraussetzungen man für seinen Sport mitbringen sollte und warum ihm das Training gerade schwer fällt. Von Ilja Behnisch

"Eigentlich", sagt Alex Hopf, "ist Billard ein Sport für alle". Der 21-jährige Neuruppiner muss es wissen, er zählt schließlich zu den besten Kegelbillardspielern Deutschlands. Und das, obwohl er den Sport erst seit sechs Jahren betreibt. "Es wäre natürlich gut, wenn Du Deine Nervosität unter Kontrolle bekommst", schränkt Hopf allerdings gleich ein, denn: "Konzentration ist am wichtigsten."

Eine gute Hand-Augen-Koordination kann sicherlich auch nicht schaden, immerhin wird bei dieser dem Karambolage-Billard zugeordneten Variante mit drei Kugeln und fünf kleinen Kegeln gespielt, die denen eines Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spiels frappierend ähneln. Verschiedene Trefferfolgen ergeben dabei verschiedene Punkte und bei Erreichen einer vorab vorgegeben Gesamtpunktzahl einen Satz.

Corona raubt die Motivation

Bis zu einer halben Stunde kann so ein Spiel dauern, ein kompletter Spieltag schonmal sechs bis acht Stunden. "Man merkt irgendwann, dass die Füße anfangen zu brennen", so Hopf. Weshalb Billard auch eine Frage der Fitness ist. Aber kein Problem für den Nachwuchsmann, der Fußball spielt, seit er fünf ist. Und dann ist da noch sein Job als Altenpfleger. Auch nicht ohne, für Körper und Geist. Nicht immer bleibt da die Kraft für das nötige Training. Hopf versucht dennoch, drei bis vier Mal pro Woche zu schaffen. Zwischen drei und vier Stunden steht er dann am Tisch.

Während Corona fällt ihm diese Routine merklich schwerer. "Die Motivation geht den Bach runter", sagt Hopf. Und: "Für was soll man trainieren?" Wie in vielen anderen Amateursportarten auch wurden die Wettkämpfe gestrichen, eine Aussicht auf neue Termine fehlt noch. Und damit die Motivation. Mit merklichen Folgen. "Man hat seine Systeme im Kopf, aber der Stoß ist einfach anders", sagt Hopf.

Ein Training ohne Ziel scheint ihm schwer zu fallen. Kein Wunder, wenn man hört, wie er von den Vorzügen seines Sports erzählt. Er komme viel rum, vor allem in Europa. Belgien, Frankreich, Italien. Dort, wo die Spieler "die höchste Qualität haben". Dort, wo es Andere in den Urlaub lockt. "Und wenn man dort dann auch noch erfolgreich ist - was Schöneres gibt es ja nicht", sagt Hopf.

Klares Ziel vor Augen

Auf Rang 13 liegt der Mann vom Märkischen Sportverein (MSV) Neuruppin in Deutschland derzeit. Und auch wenn es in der Pandemie an Wettkämpfen mangelt, hat Hopf ein klares Ziel vor Augen - die Top Ten. Die berechtigen für die Teilnahme an den großen, internationalen Turnieren. Und dann wieder: Reisen und erfolgreich sein. Was gibt es Schöneres?

Bis es soweit ist, ist vor allem Geduld gefragt. Geduld, den Lockdown zu überstehen. Geduld, ehe es wieder zu Wettkämpfen geht. Aber wenn einer weiß, wie man die Nerven behält, dann der Kegelbillardspieler Alex Hopf.

Sendung: rbb24, 12.02.2021, 22 Uhr

Beitrag von Ilja Behnisch

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