Ultramarathon-Läufer Fabian Benz - Ein Marathon als Trainingslauf

Marathon-Läufer Fabian Benz (Quelle: rbb/Lynn Kraemer)
Video: rbb UM6 | 01.03.2021 | Lynn Kraemer | Bild: rbb/Lynn Kraemer

Ein Marathon ist für viele eine Herausforderung. Fabian Benz läuft die 42,195 Kilometer dagegen jede Woche. Für ihn ist die Distanz nur Teil seines Trainings, denn der Berliner hat in diesem Jahr in Griechenland noch viel Größeres vor. Von Lisa Surkamp

Fabian Benz hat in seinen roten Laufschuhen schon fast ganz Berlin gesehen. Und das, obwohl der 32-Jährige erst seit zwei Jahren in der Hauptstadt lebt. Denn Fabian Benz läuft Marathon - und zwar jede Woche mindestens einen. "Berlin hat eine extrem tolle Läuferorganisation oder Läuferfamilie, da gibt es ganz viele Verrückte, die fast jede Woche einen Marathon laufen", berichtet er.

Vom Tennis zum Laufen

Ursprünglich war Benz in einer ganz anderen Sportart unterwegs und ist nur durch einen Zufall zum Laufsport gekommen. "Ich habe in der Jugend relativ ambitioniert Tennis gespielt und irgendwann gab es dann ganz viele Phasen mit Verletzungen. Dann konnte ich kein Tennis spielen, musste aber irgendwie fit bleiben." Also fing er an zu laufen.

Dort wo andere die Füße hochlegen, wurde es für den Arzt dann zum ersten Mal ernst. "Ich habe dann zufälligerweise im Urlaub bei einem Halbmarathon mitgemacht", erinnert er sich. "Und wer einmal einen Halbmarathon macht, der will einen ganzen Marathon laufen." 2007 schaffte er beim Berlin-Marathon dann zum ersten Mal die 42,195 Kilometer und hat seitdem auch keine der Veranstaltungen verpasst.

"Berlin entdecken mit Marathons"

Weil das große Lauf-Event wie fast alle anderen Marathons aber coronabedingt ausgefallen ist, haben sich Fabian Benz und seine Laufgruppe etwas einfallen lassen. Seit einem Jahr organisieren sie jede Woche selbst einen Marathon durch die Hauptstadt. "Berlin entdecken mit Marathons" heißt die Aktion. Gestartet wird coronakonform, also maximal zu zweit und mit Abstand. Der 32-Jährige plant die Routen selbst - und ist nicht nur da kreativ. Für seine Gruppe bastelt er jede Woche Medaillen. "Das ist quasi die Erinnerung an den jeweiligen Lauf und eine Art Belohnung."

Schweißperlen sucht man bei dem Arzt der Charité aber auch nach mehr als 30 Kilometern vergeblich. Das wöchentliche Marathon-Laufen ist für ihn nur ein langer Trainingslauf. Denn seine Leidenschaft ist der Ultramarathon. Die Distanz? Open End.

"Anderthalb Tage kann man durchlaufen, kein Problem"

"Vor zwei Jahren bin ich schon den Sparthaton in Griechenland gelaufen", erzählt Benz über seine bisher längste Strecke: 246 Kilometer, ein ganz bekannter Lauf sei das in Ultramarathon-Kreisen. Die Strecke will er auch im Herbst wieder bezwingen, um im November dann noch einen obendrauf zu setzen.

"Mein Ziel für dieses Jahr ist vor allem ein 490-Kilometer-Lauf, der Authentic Run. Das ist die große Herausforderung für dieses Jahr." 104 Stunden haben die Teilnehmer für die Strecke Zeit, die fast 11,5 Marathons entspricht. "Das ist ein Lauf, den nur ganz wenige machen. Es gibt glaube ich nur 30 Teilnehmer jährlich. In den letzten fünf Jahren haben es glaube ich nur 50 Leute ins Ziel geschafft. Es ist eine extreme Herausforderung, das ist das Spannende dabei", sagt der 32-Jährige. Mit Power Napping und der richtigen Ernährung will er es ins Ziel schaffen.

Anderthalb Tage könne man durchlaufen, sagt Benz. "Das ist gar kein Problem." Über die genaue Strategie für den Ultramarathon kann er noch ein paar Monate nachdenken - zum Beispiel einmal wöchentlich beim Trainings-Marathon durch Berlin.

Sendung: rbb UM6, 01.03.2021, 18 Uhr

Beitrag von Lisa Surkamp

1 Kommentar

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  1. 1.

    Mein lieber Herr Gesangsverein.... Ist dit wirklich noch gesund? Viel Spass weiterhin und schön gesund bleiben!

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