Bild-Collage: DieTeams des SC Potsdam und der Netzhoppers jubeln / imago images / Jan Huebner/Marcel Lorenz / Bearbeitung: rbb
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Potsdam und Netzhoppers im Pokalfinale - Doppelte Titelchance für den Brandenburger Volleyball

Am Wochenende stehen Pokalfinals im deutschen Volleyball an. Bei den Frauen bekommt es der SC Potsdam mit Schwerin zu tun, bei den Männern treten die Netzhoppers gegen Frankfurt an. Für beide Brandenburger Vereine ist es eine Final-Premiere.

Das gab es noch nie: Zwei Brandenburger Volleyball-Teams bestreiten am kommenden Sonntag in Mannheim ihr jeweiliges Pokalfinale. Zuerst bekommt es Damen-Bundesligist SC Potsdam mit dem Schweriner SC zu tun (14:15 Uhr), danach spielt Herren-Bundesligist Netzhoppers KW-Bestensee gegen die United Volleys aus Frankfurt (17:00 Uhr). Für beide Mannschaften aus Brandenburg ist es das erste Mal überhaupt in einem Endspiel des DVV-Pokals.

Für die Potsdamerinnen, die gegen den sechsfachen Pokalsieger aus Schwerin als Außenseiter gelten, ist die Teilnahme am Finale bereits der bisherige Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Entsprechend groß ist die Aufregung vor dem Finaltag: "Es ist das erste Mal für manche Spielerinnen und auch für mich. Ich habe jetzt schon Gänsehaut, wenn ich darüber spreche", sagt Spielerin Laura Emonts.

"Wir können ohne Druck spielen"

Trotz der Außenseiterrolle und zweier Niederlagen in dieser Saison gegen Schwerin geht Trainer Guillermo Hernández entspannt und mit breiter Brust ins Finale: "Wir können den Tag genießen und ohne Druck spielen." Zwar habe man die verganenen beiden Spiele gegen Schwerin mit 2:3 verloren, gab er zu, aber alles könne passieren. Nervös müsse man jedoch nicht sein, stellte der Coach klar.

Ein spannendes Spiel dürfte es in jedem Fall werden. Die vorigen vier Begegnungen beider Teams gingen über fünf Sätze, bis eine Entscheidung feststand – allerdings drei Mal zugunsten der Schwerinerinnen. Außenspielerin Laura Emonts schöpft Hoffnung aus diesen engen Partien. "Es kann gerne wieder so laufen, aber hoffentlich diesmal mit dem besseren Ende für uns", sagt sie - und fordert ihre Teamkolleginnen auf, bis zum Schluss mutig zu spielen. Das habe man beim letzten Aufeinandertreffen gegen Schwerin nicht geschafft und in den Sätzen vier und fünf das Spiel aus der Hand gegeben. Damit das nicht noch einmal passiert nimmt auch sie den Druck von den eigenen Schultern und denen ihrer Mannschaft: "Den Druck hat Schwerin. Wenn wir einfach befreit und gelöst rangehen, können wir hoffentlich gewinnen."

Endspiel der Männer mit zwei Finaldebütanten

Im Anschluss an das Finale der Frauen sind die Männer dran in der Mannheimer Arena, die aufgrund der Corona-Bestimmungen ohne Zuschauer bleiben wird. Nicht nur die Netzhoppers feiern ihr Finaldebüt, auch der Gegner aus Frankfurt steht zum ersten Mal im Endspiel. Dementsprechend wird es ein Spiel auf Augenhöhe werden, denn auch in der Liga sind die beiden Teams aktuell Tabellennachbarn. Zwar stehen die Frankfurter mit einem Sieg mehr auf dem Konto derzeit vor den Netzhoppers, doch beide Aufeinandertreffen in der laufenden Saison gingen an die Brandenburger.

Als Favorit sieht sich Netzhoppers-Libero Kamil Ratajczak dennoch nicht. "Die Chancen stehen 60 zu 40 für Frankfurt", sagte er. Seine Mannschaft werde dennoch versuchen, für eine Überraschung zu sorgen. Mannschaftskollege Byron Keturakis fordert von seinen Teamkollegen eine Bestleistung im Finale. "Es ist immer noch ein Volleyball-Spiel, wir müssen für dieses Spiel nicht plötzlich etwas anderes machen. Aber wir müssen es auf dem bestmöglichen Level tun", sagt der Kanadier. Er glaube, dass der Titelgewinn die Mannschaft noch mehr zusammenschweißen könnte, als sie es ohnehin schon seien.

Cheftrainer Christophe Achten zeigt volles Vertrauen in den Teamgeist seiner Mannschaft. "Es ist unsere Qualität, dass wir ein Team sind. Die Atmosphäre ist immer gut." Auch deshalb glaube er an ein gutes Ende für das Spiel am Sonntag, das Ergebnis sei ihm dabei gleichgültig: "Ob 3:0, 3:1 oder 3:2 – solange wir am Ende gewinnen ist alles gut." Sollte sein Team gewinnen, wäre es nicht nur sein erster Titel als Chefcoach, sondern auch der erste Titel in der Vereinsgeschichte der Netzhoppers KW-Bestensee.

Sendung: rbb24, 28.02.2021, 21:45 Uhr

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