Spieler des Berliner AK 07 im Herbst 2020 (Quelle: Imago Images / Steffen Beyer)
rbb UM6 |15.03.2021 | Torsten Michels | Bild: Imago Images / Steffen Beyer

Positive Signale des Berliner Senats - Neustart in der Regionalliga Nordost rückt näher

Im April will der NOFV den Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost wieder aufnehmen. Stand jetzt dürften die Berliner Vereine allerdings keine Heimspiele austragen. Doch der Senat signalisiert Bereitschaft, das zu ändern - wenn es die Corona-Fallzahlen zulassen.

Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) ging in der vergangenen Woche in die Offensive: Am Freitag kündigte der Spielausschuss an, den Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost am Osterwochenende (3. und 4. April) wieder aufnehmen zu wollen. Bereits in der Woche zuvor sollen noch ausstehende Nachholspiele ausgetragen werden. Verbunden war die Mitteilung mit einer deutlichen Kritik an der Berliner Politik. Berlin ist bislang das einzige Bundesland im NOFV-Gebiet, das Heimspiele der sieben Berliner Regionalligisten nicht erlaubt. Die Begründung: Die Spieler in der Regionalliga Nordost seien Amateur- und keine Berufssportler.

Der NOFV kritisierte die Blockade-Haltung des Senats und zog in Betracht, Heimspiele der Berliner Klubs außerhalb der Hauptstadt austragen zu lassen. Aleksander Dzembritzki, Berliner Staatssekretär für den Bereich Sport, macht dem Verband und den Vereinen - unter bestimmten Voraussetzungen - jetzt allerdings Hoffnung auf Lockerungen ab dem 22. März. Der Präsident des Berliner Fußball-Verbands (BFV) hatte sich zuvor ebenfalls optimistisch geäußert.

Dzembritzki: "7-Tage-Inzidenz muss stabil unter 100 bleiben"

In der aktuellen Ausgabe der "Fußball-Woche" wird der Präsident des BFV, Bernd Schultz, mit Worten zitiert, die bei vielen Regionalliga-Fans Hoffnung ausgelöst haben dürften. "Ab dem 22. März soll der Spielbetrieb für die Regionalliga mit Heimspielen der Berliner Vereine, aber ohne Zuschauer freigegeben werden", sagte Schultz der Fußball-Zeitung. Er bezieht sich dabei auf eine Videokonferenz mit Aleksander Dzembritzki vom vergangenen Freitag.

Dzembritzki bestätigt das Gespräch mit Schultz auf rbb-Nachfrage, auch wenn eine finale Entscheidung noch ausstehen würde: "Es gibt zwei Faktoren. Die 7-Tage-Inzidenz muss stabil unter 100 bleiben und auch Schnelltests müssen zur Verfügung stehen. Das habe ich Herrn Schultz so auch gesagt", erklärt Dzembritzki. "Wenn diese Parameter über einen gewissen Zeitraum zur Verfügung stehen, besteht eine große Möglichkeit, dass wir wieder Heimspiele in der Regionalliga hier in Berlin austragen können", sagt Dzembritzki weiter. Man arbeite mit Hochdruck daran, Lösungen zu finden.

Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen in der Hauptstadt bremst der Staatssekretär allerdings die Erwartungen: "Wenn wir heute schon bei 80er Inzidenzen sind, weiß ich nicht, ob uns das mit dem 22. März gelingt." Generell ist man in Berlin mittlerweile also offen dafür, der Regionalliga Nordost, trotz ihrer Einstufung als Amateurliga, einen Spielbetrieb zu ermöglichen - wenn es die Infektionslage zulässt und regelmäßig Schnelltests durchgeführt werden.

Offene Fragen bleiben

Beim Berliner Athletik-Klub könnte man die Hygieneanforderungen des Senats problemlos erfüllen. So plant der Verein im Falle einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs direkt am Poststadion eine Schnellteststation. Insgesamt würde man sich beim BAK freuen, wenn die Saison nach der langen Pause bald wieder aufgenommen werden könnte. "Klar, wir wollen spielen. Als Leistungssportler willst du dich auf dem Platz mit anderen Vereinen messen", sagt BAK-Trainer André Meyer. Doch der Coach sieht auch noch einige ungeklärte Fragen: "Ich finde es bedenklich, dass wir nur einen Zeitpunkt hinterherhecheln. Jetzt wird der 3. und 4. April in den Raum gestellt, die Vereine wissen aber noch nicht genau, wie das stattfinden soll".

Nach den Plänen des NOFV soll nur noch die Hinrunde zuende gespielt werden, der Tabellenführer in die Dritte Liga aufsteigen. Ob die drei Letztplatzierten dann auch automatisch absteigen oder die Liga in der nächsten Saison mit mehr Mannschaften ausgetragen werden würde, ist hingegen noch offen. "Die Frage steht seit November im Raum. Fünf Monate später gibt es immer noch keine Antworten", sagt André Meyer enttäuscht.

Es wird deutlich, dass trotz der postitiven Signals des Berliner Senats noch einige Fragen offen sind, bevor die Regionalliga Nordost tatsächlich wieder mit dem Spielbetrieb starten kann. Besonders genau werden alle Beteiligten die Entwicklung der Fallzahlen in den nächsten Tagen und Wochen verfolgen, die eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs am ehesten scheitern lassen könnte.

Sendung: rbbUM6, 15.03.21, 18:00 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Es geht doch nicht nur um Fußball. Durch überzogene Regelungen ist das ganze Sportleben auf Jahre hinaus zurückgeworfen. Wie will Deutschland im internationalen Wettbewerb noch bestehen, wenn ganze Jugendjahrgänge keinen Sport , geschweige Leistungssport, ausüben können. Das mögen die Herren Sportreporter künftig bei schlechtem Abschneiden deutscher Teilnehmer bitte berücksichtigen.

  2. 4.

    Oh mann warum lernt man denn nicht endlich mal aus den Fehlern von anderen Ländern, weder Ausgangssperre noch Masken Pflicht im freien bringen etwas positives zur Eindämmung, von daher ist es total schwachsinnig draußen stattfinden Sport nicht zu erlauben!

  3. 3.

    Zur Erinnerung an März‘20!
    „Bleibt gesund, die Gesundheit ist das Wichtigste, gebt aufeinander acht, Empathie das neue Schlagwort usw.“
    Heute höre ich von den selben Leuten nicht mehr viel davon. Die Menschen rammeln in der U-/ S-Bahn in ihren Job,
    Ein Lichtermeer von Autoscheinwerfern der Pendler, für die max. tgl. Anzahl von Arbeitsschichten. Nichts lernen wir aus den vergangenen Monaten, nichts. Habe ich von einem Großen Markennamen letztens gelesen, ein Betriebsergebnis in 2020 welches alles bisherige übertrifft!?
    Mitten drin auch Oberliga- und Regionalligaspieler. Weil Amateure und nur im Zweitjob Fußballer. Nun ja, so sollte es sein.

  4. 2.

    Meine Frage: ist bei Regionalliga oder Oberligaspiel mehr Gefahr von Covid anstecken , als bei Bundesligaspiel?????

  5. 1.

    Was für ein unausgegorener, hohler, ungerechter, realitätsfremder, hanebüchene Quatsch!

    Mehr Wettbewerbsverzerrung geht nicht!

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