Spielerinnen der Eisbären Juniors Berlin (Quelle: Imago Images / nordphoto GmbH / Hafner)
Video: rbb UM6 | 11.03.2021 | Jörg Hellwig | Bild: Imago Images / nordphoto GmbH / Hafner

Eishockey | Eisbärinnen vor Finalturnier - Druck? Was ist das?

Die Eisbären Juniors Berlin Frauen stehen in der Endrunde der Eishockey-Bundesliga. Am Wochenende geht es für das jüngste Team der Liga zum Final Four nach Füssen. Von ihrer Außenseiterrolle lassen sie sich nicht verunsichern. Sie wollen angreifen. Von Lynn Kraemer

"Swervin" von A Boogie Wit Da Hoodie dröhnt aus den Boxen. Zum Beat springen ein paar Spielerinnen über eine Reihe kleiner gelber Koordinationshürden. Im Hintergrund klappern immer wieder die Gewichte der Langhanteln auf dem Boden. Es ist gut, dass der Wellblechpalast etwas Abstand zu den nächsten Nachbarn hat. Die Stimmung der Damenmannschaft der Eisbären Berlin beim Krafttraining ist locker und ein wenig ausgelassen, aber konzentriert.

Ziel schon erreicht

Sie bereiten sich auf das Bundesliga-Finalturnier am Wochenende in Füssen vor. Trainer Daniel Bartell ist mit der Leistung des Teams zufrieden: "Motiviert sind sie alle. Es hat bisher alles sehr gut funktioniert. Ausgegebenes Ziel war das Final Four beziehungsweise die Endrunde erreichen." Ihr Saisonziel haben sie damit also eigentlich schon erfüllt. Statt einer klassischen Playoff-Serie im Format Best-of-Three hat sich der Deutsche Eishockey-Bund dazu entschieden, die Meisterschaft als kompaktes Final Four auszutragen.

Derzeit sind die Eisbärinnen das Team mit den jüngsten Spielerinnen in der Bundesliga. Im Schnitt sind sie 21 Jahre alt. Für Eisbären-Geschäftsführer Sven Felski ist das aber kein Nachteil: "Das spricht ja eigentlich für die Qualität der Mädels, dass man mit einem guten Training auch sowas erreichen kann." Der Verein will keinen Druck aufbauen. "Sie sollen Spaß haben und dann werden sie das auch wuppen", sagt Felski.

Keine Illusionen

Die Eisbärinnen konnten sich als Tabellenvierte für das Meisterschaftsturnier qualifizieren. Außerdem sind die Mannschaften aus Ingolstadt, Planegg-Würmtal und Memmingen mit dabei. Die Eishockeyspielerinnen des ERC Ingolstadt konnten die Hauptrunde mit 61 Punkten für sich entscheiden. Ganze 25 Punkte Abstand auf die Berlinerinnen. "Wir fahren als Underdog hin", erklärt Kapitänin Anna-Maria Nickisch. Aber dadurch hätten sie nichts zu verlieren und könnten "einfach befreit aufspielen."

Auf dem Eis geht Trainer Bartell mit den Spielerinnen die letzten Spielzüge fürs Wochenende durch. Im Halbfinalspiel am Samstag (15 Uhr) treffen die Berlinerinnen auf den Tabellenersten Ingolstadt. Aber für den Trainer ist durch die besondere Saison "alles möglich. Jeder kann jeden schlagen. Und die Mädels sind so motiviert, dass sie das auch machen können." Denn ob sie den Heimvorteil haben oder es ein Auswärtsspiel ist, ist der Mannschaft nicht mehr wichtig. Durch die Coronasituation hätten sie an den letzten sieben Spieltagen jeweils auswärts gespielt, erklärt Teamleiter Torsten Szyska. Und in Füssen wird es kein Publikum geben.

Die Teilnahme am Meisterschaftsturnier ist für die Eisbärinnen schon jetzt ein gelungener Saisonabschluss. Das Team um Anna-Maria Nickisch träumt zwar von einem Finaleinzug am Wochenende, aber sie planen auch ohne Titel auf der siebenstündigen Rückfahrt die turbulente Saison zu feiern.

Sendung: rbb UM6, 11.03.2021, 18 Uhr

Beitrag von Lynn Kraemer

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