Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller zwischen den Logos des 1. FC Union Berlin und Hertha BSC (Quelle: rbb)
Bild: rbb

Derby | Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller - Zwei Vereine im Herzen

Andreas Schmidt-Schaller liebt den Fußball. So sehr, dass sich der Schauspieler gleich in mehrere Vereine verguckt hat. Der Wahlberliner ist Fan von Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin. Deswegen ist er auch bei beiden Vereinen Mitglied. Von Lynn Kraemer

Hertha oder Union? Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller kann sich nicht entscheiden. Der 75-Jährige findet "es großartig, dass es in der Hauptstadt zwei inzwischen wirklich richtig gute Mannschaften gibt." Als Mitglied bei beiden Vereinen erlebt er die Gefühlsachterbahn eines Fußballfans einfach doppelt.

Denn ohne Fußball geht es beim Wahlberliner einfach nicht. Der Sport bewege ihn, seit er denken könne. "Schon als kleiner Piepel war ich auf dem Fußballplatz", erzählt er. Während seiner Kindheit in Weimar habe es ihn zum Zugucken auf den Lindenberg gezogen. Außerdem hat Schmidt-Schaller lange selbst gespielt: "Deswegen habe ich auch solche O-Beine."

Die Dreiecksbeziehung

Seine erste Berliner Fußballliebe begann 2004, als Hans Meyer Trainer bei Hertha BSC wurde. "Den finde ich sowas von großartig als Trainer und Mensch", sagt der 75-Jährige. Es habe ihn dann einfach dahingezogen. Weil Andreas Schmidt-Schaller zu der Zeit bei der Soko Leipzig mitspielte, wurde ihm vorgeschlagen Ehrenmitglied zu werden. "Und dann habe ich gesagt, ne das geht für mich gar nicht. Ich bezahle ganz gewöhnlich meinen Beitrag, denn das kommt der Jugend zugute und das ist notwendig", erzählt er.

Dem 1. FC Union Berlin verfiel er nur zwei Jahre später bei seinem ersten Besuch im Stadion An der Alten Försterei. "Und das hat mir von der Atmosphäre so gefallen. Das fand ich so bombig und da habe ich gesagt, eigentlich müsste ich hier Mitglied sein", sagt Schmidt-Schaller mit einem Grinsen. Als er erfuhr, dass er bei beiden Vereinen Mitglied sein konnte, war die Dreiecksbeziehung beschlossene Sache.

Nach vielen Jahren Fan-Liebe hat Andreas Schmidt-Schaller den größten Unterschied zwischen den beiden Vereinen in den Fanlagern ausgemacht. "Bei Hertha ist es so, dass dort viele, viele – ich sag mal vorsichtig – privilegierte Herrschaften und so weiter sind", sagt er: "Und Union ist eben wirklich ein Volksverein. Sehr volkstümlich und bodenständig. Und das war schon immer so."

Was Schauspieler und Fußballer gemeinsam haben

Wenn der Schauspieler beim Fußball zuguckt, sieht er immer wieder Parallelen zu seinem Beruf: "Für beide braucht man Kondition. Das ist ganz klar. Und man bringt seine Persönlichkeit mit ein." Ein Schauspieler müsse teamfähig sein und ein Fußballer auch. "Alleine geht das gar nicht", sagt der 75-Jährige. Deswegen hält er die Mannschaft von Urs Fischer momentan auch für etwas besser: "Mehr Geld und damit teurer ist natürlich Hertha. Aber die bessere Mannschaft als Team, da würde ich jetzt mal auf Union tippen. Die sind sozusagen geschlossener."

Momentan pocht sein Herz ein kleines bisschen schneller, wenn er an den 1. FC Union Berlin denkt. Das liegt auch an Max Kruse, der von Andreas Schmidt-Schaller im positiven Sinne als ein "Verrückter" bezeichnet wird. Er mag an Kruse dessen "Eigenwilligkeit und spontane Entscheidungen". Das brauche man auf dem Platz. Für das Derby am Ostersonntag tippt der 75-Jährige deswegen auf einen Sieg von Union.

Schmidt-Schaller hätte das Spiel sehr gerne mit vollen Rängen gesehen, "weil die Anhänger von beiden eine Macht sind." Ohne Zuschauer und Fangesänge fehle ihm "einfach das Salz in der Suppe". Aber er weiß auch, dass Sport "ein Auf und Ab" und nicht aus seinem Leben wegzudenken ist. So wie seine Liebe zu Hertha und Union.

Die noch kurze Geschichte des Hauptstadt-Derbys

Sendung: rbb UM6, 29.03.2021, 18 Uhr

Beitrag von Lynn Kraemer

4 Kommentare

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  1. 4.

    Finde ich gut und ernenne ihn damit zum Ehrenbürger :)
    Ich mache es übrigens genauso, bin Mitglied in beiden Vereinen und freue mich für den, der gewinnt und bin sonst natürlich immer für einen Berliner Sieg !

  2. 3.

    Jahrzehntelange Konkurrenz. Geschichten von legendären Derbys, mit Kuriositäten und Überraschungen im Dutzend. Legendäre Schlachten noch im Schwarz-Weiß-Fernsehen. Union - Hertha ? Nichts davon ! Dieses "Derby" hat mit einem Derby nach klassischen Muster, rein gar nichts gemein. Ich bin Hertha-Fan seit Urzeiten. Aber eben genau das ist das Problem. Urzeiten = West-Berlin. Deshalb kann ich nur feststellen: Ich bin überhaupt kein Union-Hasser. Ich schaue mir Union völlig entspannt an, so ein Spiel in Sky gezeigt wird. Ich bin wahrscheinlich schlimmer als ein Union-Hasser, mir ist Union völlig egal. Ob die gewinnen oder verlieren ist mir nur dann wichtig, wenn sie gegen Bayern spielen. Dann bin ich auch mal Union-Fan und zwar fanatisch.

  3. 2.

    Sympathischer Typ der Oberleutnant Grawe. ;-) Wenn er 2006 das erste mal bei Union im Stadion war und gleich seine Liebe zum Verein entwickelte, hat er ja die beste (Neu-) Zeit live miterlebt: Aufstieg in die 3. Liga zur Saison 08/09, dann gleich Meister der damals neu eingeführten eingleisigen 3. Liga; Aufstieg in die 2. BL und nun Bundesliga . . . kneif mich mal einer!
    Schön auch, was die Schmidt-Schallers mit der Tochter Petra gebacken bekommen haben - tolle Schauspielerin! Dass er auch Hertha Fan und -Mitglied ist, nehme ich ihm nicht übel. :-)

  4. 1.

    Schöner Beitrag. Ich kann Herrn Schmidt-Schaller gut verstehen. Auch wenn Hardcore-Fans so etwas nicht verstehen können; ich bin auch für Hertha und Union. Das Derby wird natürlich hart; ich bin gespannt.

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