Das Cottbuser Stadion der Freundschaft anlässlich des 55. Vereinsjubiläum rot angestrahlt. Quelle: imago images/Fotostand
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Mitarbeiter der Geschäftsstelle entlassen - Finanzprobleme bei Energie Cottbus spitzen sich zu

Die finanzielle Lage beim Fußball-Regionalligisten Energie Cottbus verschärft sich. Die seit Anfang Dezember im Amt befindliche Klubspitze hat am Montag alarmierende Signale zur wirtschaftlichen Situation des Klubs gesendet. So klafft in der Vereinskasse ein großes Defizit, wie der Klub auf seiner Internetseite bekanntgab.

Trotz üppiger Corona-Hilfe vom Landesportbund droht in dieser Saison ein Minus im hohen sechsstelligen Bereich. Deshalb stehen massive Einsparungen an. "Es ist jetzt nicht so, als dass uns das Ganze Freude bereiten würde, aber wir haben den 'Rotstift' drastisch ansetzen und notwendige Maßnahmen ergreifen müssen", heißt es in einem von Klubseite geführten Interview mit der Vereinsspitze auf der Homepage [fcenergie.de]. Es sei "rückwirkend betrachtet nicht nachzuvollziehen, dass dieser Etat im Verlaufe der Spielzeit, trotz einer siebenstelligen Finanzlücke, im Juli und im September sogar noch zwei Mal erhöht wurde".

Geschäftsstellen-Mitarbeiter entlassen

In der Geschäftsstelle wurde Ende Februar ein Viertel der 14 Mitarbeiter entlassen. Auch an den Gehältern der Profis soll gespart werden, teilten der Präsident Sebastian Lemke, der Vizepräsident Hagen Ridzkowski und das Präsidiumsmitglied Ralf Lempke mit. Das ist allerdings erst zur neuen Saison möglich. Außerdem sollen im Sommer Spieler verkauft werden, die derzeit noch längerfristige Verträge haben.

Der Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost ist mittlerweile seit vier Monaten unterbrochen. Ob und wann weitergespielt werden kann, ist bislang immer noch unklar. Laut Lemke, Ridzowski und Lempke lohnt sich ein Heimspiel im Stadion der Freundschaft erst ab 2.500 zahlenden Zuschauern, alles darunter sei ein Minusgeschäft.

Die Lausitzer mussten zuletzt auch den Trainingsbetrieb einstellen, da im Team insgesamt sechs Mitglieder positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Spieler und der Betreuerstab haben sich daraufhin bis zum 13. März in Quarantäne begeben.

Sendung: rbb24, 01.03.21, 21:45 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Dass ein Verein auch von seinem Image lebt ist Ihnen geläufig, oder Thomas? Und die Annahme, dass sich potenzielle Sponsoren mehr als zweimal überlegen dürften einen Verein zu unterstützen, der im Ruf steht einen stark organisierten und gewaltätigen rechtsradikalen Anhang zu haben, sollte nicht allzu viel Fantasie erfordern.

  2. 7.

    Frau Klement ist von den Einsparmaßnahmen beim FCE nicht betroffen, da die Stelle zunächst für ein Jahr aus Mitteln des Landesprogramms "Tolerantes Brandenburg" und der Flick-Stiftung gegen Rassismus finanziert wird - und das ist auch gut so! Denn dass der FCE nach wie vor ein Problem mit Neonazis hat, wurde auch in der aktuellen Sendung von "Sport Inside" thematisiert. (ab 06:16)

  3. 6.

    Sollte Frau Klement nicht betroffen sein, so kann man doch mal anfragen was bei der besagten Stelle in 8 Stunden Arbeitszeit effektives für Energie dabei rauskommt. Positiv, dass die wirtschaftliche Situation endlich einmal offen dargelegt wird. Energie geht schweren Zeiten entgegen, aber andere Vereine haben die gleichen Probleme ohne Zuschauer.

  4. 5.

    Kann man nicht einen besseren Begriff für Spielerverkäufe erfinden?
    Das ist jedoch normaler Jargon bei den Fußballclubs. -Wie auf dem Basar werden hier junge Menschen gehandelt. Und das in aller Öffentlichkeit. Weiter will ich mich dazu nicht äußern.

  5. 4.

    Hallo,

    auf Nachfrage hat uns Energie Cottbus mitgeteilt, dass die Stelle von Frau Klement nicht betroffen ist.

    Viele Grüße aus der Redaktion.

  6. 3.

    Als Berliner müssten Sie doch wissen, dass es sich gut mit fremden Steuergeldern herumwerfen lässt.

  7. 2.

    Gehört Frau Laura Klement zu den Entlassenen? Denn soviel ich in Erinnerung habe, wurde der Job aus Steuergeldern finanziert.

    https://www.bild.de/sport/fussball/fussball/kampf-gegen-rechte-fans-laura-klement-will-ruf-von-energie-cottbus-verbessern-67328744.bild.html?utm_source=headtopics&utm_medium=news&utm_campaign=2020-01-15

  8. 1.

    Wer in Zeiten, in denen Regionalligisten so gut wie keinen Einnahmen haben, den Etat 2x erhört, darf sich nicht wundern!
    Zudem finde ich, dass bei solch einer offensichtlichen Misswirtschaft sofort jegliche Fördermaßnahmen seitens des Staates eingestellt werden müssten. Es sind Steuergelder, die dort verbrannt werden!

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