Wechsel aus Frankfurt nach Berlin? - Fredi Bobic sieht großes Potential bei Hertha

Der Manager von Eintracht Frankfurt Fredi Bobic. (Bild: imago/Moritz Müller)
Bild: imago/Moritz Müller

Schon vor einigen Monaten äußerte sich Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic sehr positiv über das Potential von Hertha BSC. Am Mittwoch könnte sich nun entscheiden, ob seine Rückkehr zu Hertha im Sommer realistisch ist. Dann tagt der Aufsichtsrat der Eintracht.

"Natürlich kann das klappen": Mit diesen Worten räumte der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic bereits im Juni Hertha BSC gute Chancen ein, ähnlich erfolgreich zu sein wie derzeit die Eintracht. Frankfurt habe sich in den letzten Jahren bei vielen Fans zu einem "Zweitlieblings-Verein" entwickelt - dieses Modell könne auch für Hertha ein Ziel sein. "Es gibt viele Zugezogene in Berlin", betonte Bobic im Inforadio-Podcast Hauptstadtderby (Folge 34). Auch beim Thema Stadion-Neubau zeigte Bobic schon im Sommer ein Herz für die Hertha: Diese solle "ein eigenes Stadion bekommen", sagte er. "Das wäre die erste ganz große Stufe. Ein Quantensprung für die Hertha."

Und Bobic könnte möglicherweise noch tiefer in die Hertha-Materie einsteigen: Am Mittwoch steht bei Eintracht Frankfurt die nächste Aufsichtsratssitzung auf dem Programm - und damit wohl auch auch die Zukunft von Fredi Bobic. Der abwanderungswillige Sportvorstand wird in den letzten Wochen immer wieder als Nachfolger für Michael Preetz gehandelt.

Zudem soll Bobic als Wunschkandidat von Hertha-Geschäftsführer Carsten Schmidt gelten. Dieser hält sich allerdings nach wie vor zurück. "Ich bin gar nicht weit mit Fredi Bobic, weil ich gar nicht das Mandat habe, mit einem zukünftigen Sportmanager Gespräche zu führen. Und ich habe auch keine Gespräche mit niemandem geführt", sagte Schmidt bei "Sky".

Schmidt verweist damit auf den Personalausschuss, der die Nachfolge von Michael Preetz bei Hertha BSC regelt. Diesem gehört er als Geschäftsführer nicht an. Der Ausschuss setzt sich aus Präsident Werner Gegenbauer, Vize-Präsident Thorsten Manske und Präsidiumsmitglied Norbert Sauer zusammen. Zudem hinzugezogen wird der Aufsichtsratschef des Vereins, Torsten-Jörn Klein.

Aufsichtsrat Lehmann: "Bobic wird diskutiert"

Hertha-Aufsichtsrat Jens Lehmann fand dagegen klarere Worte. In der Fußball-Sendung "Sky90" sagte Lehmann: "Er wird diskutiert - das ist nicht von der Hand zu weisen." Allerdings hat Bobic in Frankfurt noch einen laufenden Vertrag. Dies könnte bedeuten, dass Hertha zusätzlich in die Tasche greifen muss, um Bobic aus Frankfurt loszueisen. Von bis zu fünf Millionen Euro ist die Rede. Auch für Hertha wäre das, trotz der Investitionen von Lars Windhorst, ein großer finanzieller Aufwand, bestätigte auch Lehmann: "Es kostet viel Geld. Da muss man gucken, ob es sich dann wirklich lohnt. Das kann ich alleine nicht beurteilen."

Bobic in der Fußball-Welt gut vernetzt

Aufgrund seiner Vergangenheit als Spieler hat Bobic nach wie vor gute Kontakte zu Hertha. Er wechselte 2003 von Hannover 96 an die Spree - als Nachfolger von Michael Preetz. In zwei Jahren lief er 54 Mal für die Blau-Weißen auf und erzielte acht Tore. Damals mit ihm im Team: Pal Dardai und Arne Friedrich. Zusammen sicherten sie 2004 den Klassenerhalt. Nach dem Ende seiner Profikarriere spielte Bobic sogar noch für die Ü32 von Hertha.

Bobic gilt in der Fußball-Welt als sehr gut vernetzt. Durch ein Praktikum bei der Deutschen-Fußball-Liga (DFL) hat er einen sehr kurzen Draht zu DFL-Chef Christian Seifert. Außerdem gehörte er zur Taskforce "Zukunft Profifußball".

Mentalität und Identifikation

Für Bobic sind Mentalität und Identifikation wichtig. Das sagte er bereits im Juni: "Vieles geht erstmal über sportlichen Erfolg und einfach Identifikation. Ich glaube, die Menschen wollen sich selber und die Fans insgesamt wollen sich wiedererkennen in der Mannschaft." Mentalität schlage auch oft Qualität, befand Bobic.

Damit hat er in Frankfurt viel bewegt: Pokalfinale 2017, Pokalsieg 2018, zwei Europa-League-Teilnahmen mit dem Halbfinaleinzug 2019 und eine erfolgreiche Transferpolitik sprechen eine deutliche Sprache. Ob sich Ähnliches auch bei Hertha BSC umsetzen lässt? Es wird sich zeigen.

Sendung: rbbUM6, 09.03.2021, 18:00 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Hallo Pinguin, woher haben sie denn ihre Weis-
    Heißt? Meinen sie, Hertha hat kein Potenzial?
    Mit dieser Einstellung können sie gleich zu
    Hause hinter dem Ofen bleiben. Wer nichts wagt,
    der nichts gewinnt.

  2. 4.

    Nö - aber die Außenwirkung ist wohl schon ein Fingerzeig... und da ist nach "Big-City-Club"-Ansage des einen und Dschungelcampauftritt beim anderen halt irgendwie Luft nach oben...

  3. 3.

    Der Bobic ist schon ein durchsetzungsfähiger Typ und wäre sicher ein Gewinn für Herta BSC. Inwieweit er sich dann als Sportvorstand mit dem Dummquatscher Jens Lehmann auseinandersetzen müsste, weiss ich nicht - aber mit Windhorst würde er wohl gut klarkommen, schätze ich mal.

  4. 1.

    Bobic wäre zweifellos ein Gewinn für Hertha - aber ob's die alte Tante auch für ihn sein kann?

    ...da sollte er besser drei-viermal drüber schlafen...
    Allein die Vorstellung, sich mit Windhorst u. Lehmann auseinander setzen zu müssen, wirkt doch eher abschreckend...

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