Hertha-Coach Pal Dardai grinsend an der Seitenlinie
Bild: IMAGO / Contrast

Heimspiel gegen Augsburg - Herthas bislang wichtigstes Spiel des Jahres

"It's now or never", heißt es in einem Hit von Elvis Presley. Das gilt auch für Herthas Heimspiel gegen Augsburg. Ein Sieg ist Pflicht im Abstiegskampf, der Druck ist enorm. Hoffnung gibt Rückkehrer Cordoba und die Dardai-Augsburg-Serie. Von Jakob Rüger

Das Personal

Nach neun Spielen ohne Sieg ist das Spiel gegen Augsburg (Samstag, 15:30 Uhr) zu einem "Sechs-Punktespiel" für Hertha geworden. Ausgerechnet jetzt hat aber das Verletzungspech zugeschlagen. Offensiv fehlen mit Matheus Cunha und Nemanja Radonjić Tempo und Kreativität. Dazu fällt mit Sami Khedira eine Führungsfigur im Mittelfeld aus, die für Herthas Stabilität zuletzt immer wichtiger geworden ist. Alle drei wird Trainer Pal Dardai schmerzhaft vermissen. Immerhin, Stürmer Krzysztof Piątek beißt nach seinen Knöchelproblemen im Wolfsburg-Spiel auf die Zähne. "Das ist genau das, was wir brauchen", lobt Sportdirektor Arne Friedrich. "Diesen Willen und die Überzeugung, auch über den Schmerz hinauszugehen."

Piatek soll mit Jhon Córdoba im 3-5-2 System gegen Augsburg die Doppelspitze bilden. Für das Mittelfeld bieten sich Vladimír Darida und Mattéo Guendouzi als Alternativen an. Gegen tief stehende Augsburger sind sie spielerisch stärker als der kampfstarke und von Dardai gelobte Argentinier Santiago Ascacíbar. Eine Alternative für die Bank sind außerdem die zuletzt verletzten Jordan Torunarigha und Javairô Dilrosun.

Es fehlen: Matheus Cunha (Oberschenkelverletzung), Dedryck Boyata (Ermüdungsbruch im Mittelfuß), Nemanja Radonjić (Adduktorenverletzung), Sami Khedira (Wadenverletzung).

Die Form

Hertha hat die längste Negativserie aller Bundesliga-Klubs. Ja selbst das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Schalke ist besser. Seit neun Spielen wartet Hertha auf einen Sieg. Die letzte Negativserie dieser Art gab es vor fast sieben Jahren unter Jos Luhukay. Im 10. Spiel gelang im April 2014 mit einem 2:0 der erlösende Sieg gegen Braunschweig. An diesem Wochenende könnten die Berliner auf einen direkten Abstiegsplatz abrutschen. Augsburg wird deshalb zu einem "Muss-Spiel". "Egal wie das Spiel ausgeht, danach ist die Liga noch nicht entschieden", versucht Arne Friedrich den Druck zu dämpfen. "Aber wir können die Tabelle lesen, wir befinden uns im Abstiegskampf. Wir müssen gegen Mannschaften wie Augsburg gewinnen."

Der Gegner

Vergangenen Sonntag feierte Augsburg einen ganz wichtigen 1:0-Erfolg bei Kellerkind Mainz und vergrößerte den Vorsprung gegenüber dem direkten Abstiegsplatz auf satte 9 Punkte. Mit einem Erfolg gegen Hertha kann Augsburg den Vorsprung sogar auf 12 Zähler ausbauen. Manager Stefan Reuter fordert deshalb: "Wir müssen die Konzentration genauso hochhalten, müssen gierig sein, nachzulegen und in Berlin etwas mitzunehmen." Die Augsburger profitieren immer noch von ihrem guten Saisonstart und wann immer es in der Tabelle brenzlig wurde, waren die Fuggerstädter um Trainer Heiko Herrlich mit einem Sieg zur Stelle.

Herthaner im Fokus

Einen Monat musste Hertha verletzungsbedingt auf Mittelstürmer Jhon Córdoba verzichten. Gegen Wolfsburg gab der Kolumbianer nach der Halbzeitpause sein Comeback und er belebt das Berliner Angriffsspiel. Mit seiner Wucht und Körperlichkeit bindet er die Verteidiger, dazu hat er als einziger Hertha-Stürmer die Qualität, auch Bälle vorne festzumachen. Auf Cordoba ruhen Dardais Hoffnungen. Aber reicht die Kraft schon für 90 Minuten? In den neun sieglosen Spielen erzielte Hertha magere drei Tore. Offensiv haben die Berliner die größten Probleme, gegen Leipzig und Wolfsburg wurden reihenweise Großchancen ausgelassen. Das darf gegen Augsburg nicht passieren.

Besonderheiten

Als Fan von Hertha BSC klammert man sich in diesen Tagen an jeden Strohhalm der Hoffnung. Der heißt diesmal Pal Dardai, schließlich hat der Trainer gegen Augsburg noch nie verloren. An diesem Wochenende bestreitet der Ungar sein 157. Bundesligaspiel an der Seitenlinie. Damit schließt er auf zur Trainerlegende Jürgen Röber, unter dem er selbst noch gespielt hat. Röber ist übrigens mit Hertha nie abgestiegen. Damit auch Pal Dardai diese Katastrophe erspart bleibt, braucht es gegen Augsburg einen Sieg. "Wir wissen, das muss sein" weist Dardai auf die Bedeutung der Partie hin. "Das Wichtigste ist die Geduld und keine Hektik, egal was von außen kommt." Der Trainer versprüht Optimismus und Glauben, vor dem wichtigsten Spiel des noch jungen Jahres für Hertha BSC.

Sendung: rbb24, 04.03.2021, 21:45 Uhr

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Beitrag von Jakob Rüger

6 Kommentare

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  1. 6.

    Icke - der Name ist Programm - präsentiert sich so, wie viele Menschen von außen auf die Berliner schauen. Grundsätzlich negativ und sarkastisch, und gerne auch verletzend. die Außenwirkung ist zwar langsam etwas besser geworden, aber bei einigen "Alteingesessenen" hat sich nichts getan. Ich sage das als übrzeugter Wahlberliner seit mehr als drei Jahrzehnten. Was mit Icke selbst los ist, entzieht sich meiner Kenntnis, vielleicht nur ein Unionfan von der boshafteren Sorte.

  2. 5.

    Ich kann den fatalistischen Frust verstehen, aber jetzt sollten wir als Berliner zusammenhalten und Hertha komplett unterstützen, dass sie auf jeden Fall in der ersten Liga bleiben, sonst war's das für lange Zeit mit den stadtderbys :(

  3. 4.

    Das ist ja ein waschechter Berliner, der Icke, der Augsburg, die Daumen drückt?! Oder kommt der Icke aus der Puppenkiste?

  4. 3.

    Strengt Euch an und kämpft !

  5. 2.

    Ihr müsst kämpfen!! Es geht um alles.
    HaHoHe Hertha BSC.

  6. 1.

    Auf geht´s Augsburg, kämpfen und siegen.

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