Hertha-Trainer Pal Dardai (Quelle: imago images/Matthias Koch)
Bild: imago images/Matthias Koch

Hertha-Trainer Pal Dardai - "Für uns ist jetzt jedes Spiel ein Derby"

Für Hertha geht es im Derby nicht nur um das Stadtduell, sondern auch um wichtige Punkte im Abstiegskampf. Trainer Pal Dardai muss seine Spieler nicht extra motivieren, lobt aber vor dem direkten Duell die Arbeit von Gegner Union.

Am Sonntag steht für Hertha BSC das Derby-Rückspiel beim 1. FC Union an. In dem Spiel geht es für Hertha nicht nur um das Stadtduell, sondern auch um wertvolle Punkte im Abstiegskampf. Die letzten zwei Begegnungen konnten die Charlottenburger für sich entscheiden. Nun steht erstmals Pal Dardai im Bundesliga-Derby an der Seitenlinie. Zum Auftakt der Trainingswoche spricht er über ...

… besondere Methoden, um die Spieler auf das Derby einzustimmen:

Die Spiele gegen Augsburg und Leverkusen waren psychologisch sehr schwer, da haben wir so etwas benutzt und sind aus den Spielen auch gut rausgekommen. Jetzt ist es ein Derby, aber für uns ist jetzt jedes Spiel ein Derby. Wir müssen versuchen so zu spielen, dass wir alle Spiele gewinnen. Das Derby mit Union wird eher von den Medien aufgeheizt. Wir haben erst drei Mal gespielt, davon zwei Mal ohne Zuschauer. Wir wollen in den nächsten Jahren eine Derbygeschichte machen. Je länger beide Mannschaften in der Bundesliga spielen, umso schöner ist es. Das muss man genießen. Extra Motivation brauchen wir nicht. Ich hoffe, dass die Jungs ein bisschen auf den Geschmack gekommen sind am Wochenende, wie es ist, als Team zu spielen. Wenn sie mit diesem Teamgeist in das Derby gehen, habe ich ein gutes inneres Gefühl.

... das erste Teamtraining nach der Länderspielpause mit den Nationalspielern:

Ich habe ein wenig Glück, denn wir spielen am Sonntag. Bei mir ist immer das taktische Training sehr wichtig und da werden alle hier sein, das ist diesmal am Freitag. Am Samstag ist dann das Abschlusstraining, da lasse ich die Spieler, damit sie sich schon auf das Spiel fokussieren können. Dann sind noch die Spielbesprechung und das Spiel, das ist alles gut. Ich habe auch neun Spieler aus der Startelf hier, das ist nicht schlecht.

... die Rückkehr von Sami Khedira ins Teamtraining:

Bei Sami sieht das sehr ordentlich aus. Heute haben wir nach 15 Minuten Fitnessarbeit noch eine Mischung aus Futsal und Fußballtennis als Turnier gespielt. Sami hat sich gut bewegt und war glaube ich auch in der Gewinnermannschaft. Der Eindruck war gut. Aber wir müssen sehen, wie sein Körper funktioniert und dann schauen wir weiter.

... die Torwartsituation mit Rune Jarstein und Alexander Schwolow:

Ich bleibe dabei, dass Alex unsere Nummer eins ist. Ihm gehört die Zukunft. Aber in dem Moment, als ich zu Hertha kam, habe ich gedacht, wir machen einen Torwartwechsel. Beide Torhüter sind gut, aber in dem Moment, wo wir so viele unglückliche Gegentore bekommen haben, an denen Alex nicht immer schuld war, haben wir gewechselt. Wenn wir ehrlich sind: Rune spielt sehr gut. Er beruhigt die Mannschaft, auch durch seine Strafraumbeherrschung. Aber wir haben auch einige Spiele unglücklich verloren. Trotzdem liefert Rune eine sehr gute, ausgeglichene Leistung. Seine Ruhe ist gut für die eher jüngere Fünferkette. Aber wenn mit Rune etwas sein sollte, habe ich keine Bauchschmerzen. Alex macht richtig gutes Training und ich kann ihn sofort reinschmeißen. Wir haben am Anfang ein gutes Gespräch gehabt und er unterstützt Rune auch. Er hat eine positive Ausstrahlung und zeigt im Training gute Leistungen.

... die Entwicklung von Union in den letzten zwei Jahren:

Ich würde noch weiter zurückgehen. Ich glaube, in diesem Moment, wo die Fans das Stadion gebaut haben: Das spricht für positive Energie und Wille. Sie haben eine gute Vereinsphilosophie, auch mit der Sportschule und der Nachwuchsabteilung. Sie spielen nicht umsonst oben mit. Es liegt in ihren Händen, ob sie es auf die internationalen Plätze schaffen. Aber alles unter den ersten Zehn ist top, es gibt so viele gute Mannschaften. Sie machen in diesem Jahr richtig gute Arbeit und für sie ist es wichtig, dass sie auch die nächsten zehn Jahre oben dabeibleiben und internationale Erfahrung sammeln. Ich kann nichts Schlechtes sagen.

Die noch kurze Geschichte des Hauptstadt-Derbys

Sendung: rbb UM6, 30.03.2021, 18 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Und schon wieder 'ne Nullnummer von Ihnen, KE.

    Urs Fischer vorm letzten Derby über Hertha:
    "Die Mannschaft hat in dieser Spielzeit wieder eine gute Mischung zwischen Erfahrung, Unterschiedsspielern, Spielern mit Geschwindigkeit, aber auch Spielern, die über das Körperliche kommen. Da ist alles ist mit dabei" . . . und ergänzte: "Das hört man auch von Bruno Labbadia, dass sie noch ein bisschen Zeit benötigen, dass die Mannschaft noch nicht so eingespielt ist. Aber wenn ich den Auftritt in Leverkusen (0:0, d. Red.) sehe, dann hat Hertha gerade wenn es um das Defensivverhalten geht, ein sehr gutes Spiel gemacht. Sie waren sehr solidarisch, alle haben nach hinten gearbeitet."

  2. 1.

    Tja, Dardai ist eben ein fairer Typ, der auch gute Worte für den (kommenden) Gegner übrig hat. Sollte man woanders auch mal lernen.

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