Mannschaftsfoto Alba Berlin aus der Saison 1997 / IMAGO / Camera 4
Archiv-Video: SFB | 14.04.1997 | Andreas Witte | Bild: IMAGO / Camera 4

Albas erster nationaler Titel 1997 - Erst Pokalsieger, dann Serienmeister

Vor 24 Jahren gewann Alba Berlin den ersten nationalen Titel. Mit dem Pokalsieg 1997 wurde eine Ära eingeläutet. Alba dominierte das Geschehen über viele Jahre hinweg. Am Wochenende geht es für Alba beim Top-Four wieder um den Pokalsieg. Von Lukas Scheid

"Ich musste ein bisschen in meinem Gedächtnis kramen", sagt der damalige Alba-Spieler Henrik Rödl, als er an den 14. April 1997 und den Pokalsieg von Alba Berlin erinnert wird. In diesem Jahr sei viel passiert, sagt er, andere Sachen seien statt dessen in Erinnerung geblieben. Zum Beispiel die Euroleague-Siege gegen Olympiakos Piräus, "wo wir das erste Spiel auswärts sofort gewonnen haben und dann auch ein denkwürdiges Spiel zu Hause gewinnen konnten." Dazu kam wenige Wochen nach dem Pokalsieg auch die erste deutsche Meisterschaft für Alba.

Schmälern will der heutige Basketball-Bundestrainer den ersten nationalen Titel in der Vereinsgeschichte jedoch nicht: "Der Pokal war das erste große Event in dem Jahr und wurde dementsprechend gebührend gefeiert." Doch es war erst der Auftakt einer neuen Ära im deutschen Basketball. Zuvor war die Mannschaft des Liga-Primus und Serienmeisters Bayer Leverkusen auseinandergebrochen und hatte eine große Lücke hinterlassen.

"Wir waren die beste Mannschaft"

Das Vakuum füllte Alba Berlin mit dem Kapitän und Nationalspieler Rödl. "Es war ein besonderes Jahr. Wir waren die beste Mannschaft, die wir vielleicht jemals in Deutschland hatten." Mit Neuzugängen wie Henning Harnisch, Saša Obradović oder Wendell Alexis war Alba Berlin von Saisonbeginn an auf Erfolgskurs und "national unschlagbar", sagt Rödl noch heute. Zu verdanken habe das der Verein dem guten Management um Coach und Meistermacher Svetislav Pešic, glaubt Rödl, sowie einem Alba-Team, das seinerzeit auch den Kern der deutschen Nationalmannschaft bildete.

Das Team blieb auch über das Jahr hinaus größtenteils bestehen und die Erfolgsserie nahm ihren Lauf. Nach 1997 gewann Alba weitere sechs Jahre hintereinander die deutsche Meisterschaft und im gleichen Zeitraum drei weitere Male den Pokal. Bis 2003 dominierten die Albatrosse den deutschen Basketball nach Belieben. Dann endete die erfolgreichste Episode der Vereinsgeschichte und ein Jahr später auch die Spielerkarriere von Henrik Rödl.

Alba spielt auch 2021 wieder um den Pokalsieg

Mittlerweile gehört Alba Berlin zwar immer noch zu den absoluten Top-Teams Deutschlands, doch die Rolle als unangefochtener Champion gehört der Vergangenheit an - trotz des Doubles aus Meisterschaft und Pokalsieg im vergangenen Jahr. Am kommenden Wochenende könnten die Albatrosse eine neue Serie starten, wenn das Top-Four-Turnier des DBB-Pokals in München steigt und Alba den zweiten Pokalsieg in Folge einfahren könnte.

Ins Halbfinale am Samstag (19:30 Uhr) gegen Göttingen geht Alba als klarer Favorit. "Es ist der erste Moment, in dem es wirklich um alles geht und Berlin hat eine gute Chance", schätzt Bundestrainer Rödl. Bayern München sei jedoch das Team der Stunde, sagt er. Er sehe die Münchner aufgrund ihrer aktuellen Verfassung im Vorteil.

Sollte Alba sein Halbfinale erwartungsgemäß gewinnen, könnten im Endspiel am Sonntag (15 Uhr) ebenjene Bayern oder deren Halbfinalgegner Ulm warten. Dort sei trotz Bayerns Favoritenrolle auch für Alba alles möglich, betont Rödl, der die Entwicklung bei seinem Ex-Klub genauestens verfolgt. "In Berlin bekommen viele deutsche Spieler sehr viel Spielzeit", sagt er. Er sei sich sicher, dass seine Nationalspieler Maodo Lô, Nils Giffey und Johannes Thiemann auch im Top-Four-Turnier um den BBL-Pokal am Wochenende eine Top-Leistung erbringen werden.

Sendung: rbb24, 13.04.2021, 21:45 Uhr

Beitrag von Lukas Scheid

Nächster Artikel