Marko Rehmer (Quelle: picture alliance / HJS-Sportfotos)
Audio: Inforadio | 22.04.2021 | Matthias Gindorf | Bild: picture alliance / HJS-Sportfotos

Interview | Marko Rehmer - "Ich will dafür sorgen, dass Football in Deutschland wieder populärer wird"

Als Gründungsmitglied startet mit Berlin Thunder ein Football-Team aus der Hauptstadt in der neuen European League of Football. Einer der Gesellschafter ist Ex-Herthaner Marko Rehmer, der im Interview über seine Aufgaben, Sponsoren und Ziele spricht.

rbb: Marko Rehmer, Sie haben 225 Bundesliga-Spiele absolviert und sind 35-facher Nationalspieler - allerdings im Fußball. Wie sind Sie nun beim Football gelandet?

Marko Rehmer: Natürlich werde ich dem Fußball erhalten bleiben. Fußball wird auch meine Nummer eins sein. Aber ich bin auch ein begeisterter Fan von Football und habe mir früher auch sehr gerne Livespiele angeschaut. Ich hoffe, dass wir es schaffen, hier eine europäische Liga aufzubauen. Deshalb jetzt auch Football.

Welche Aufgabe werden Sie bei Berlin Thunder übernehmen?

Ich denke, das wird sich noch finden. Aber ich habe ganz gute Kontakte. In den sportlichen Bereich möchte ich nicht reinreden. Aber ich denke, dass ich ähnlich wie die anderen Gesellschafter Sponsoren reinbringe, Kontakte, eben auch den Sport ein bisschen nach außen bringe. Ich glaube, dass der generell viel zu wenig stattfindet. Ich möchte dafür sorgen, dass der Football in Deutschland oder auch in Europa wieder attraktiver und populärer wird.

Wie weit sind die Berlin Thunder auf dem Weg zum Saisonstart im Juni?

Es steckt noch ein bisschen in den Kinderschuhen, aber ich glaube, dass wir in den nächsten Wochen richtig Gas geben und auch ein schlagkräftiges Team aufbauen werden mit den nötigen Experten, die das Team zusammenstellen. Bald wird dann auch bekannt gegeben, wo Berlin Thunder spielen und trainieren wird.

Stehen die Sponsoren schon fest?

Wir sind dabei, passende Partner zu finden. Ich denke, dass wir schon gute Anfragen haben, aber es muss immer auch ein bisschen passen. Wir werden jetzt nicht gucken, dass wir schnellstmöglich einen x-beliebigen nehmen, sondern da sollten wir uns schon alle gemeinsam absprechen. Nächste Woche werden wir uns zusammensetzen und die Liste abarbeiten und schauen, wer dabei ist und wer interessant ist.

Wie groß ist die Sorge, dass Corona alles zum Platzen bringt?

Ich glaube, dass es mit Sicherheit in den Hinterköpfen immer mitspielt. Deshalb müssen alle rund ums Team so sensibilisiert sein, dass man den Hygienebestimmungen auf jeden Fall gerecht wird und alles daran setzt, dass es zu so wenigen Corona-Fällen wie möglich kommt.

Haben Sie auch eigenes Kapital bei Berlin Thunder eingebracht?

Natürlich habe ich mir alles genau angeschaut. Ich glaube an die ELF und habe dementsprechend auch Geld investiert.

Wie ist das Verhältnis zum deutschen Verband, der German Football League? Da gab es in der Vergangenheit Auseinandersetzungen mit der ELF.

Als Sportler kenne ich diese Diskussionen zwar, aber ich schaue da nicht gerne zurück. Wir sollten im Sinne des Sports handeln und den Football interessanter machen - nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für den Nachwuchs. Wir wollen niemandem etwas wegnehmen, sondern mit allen aus der Sportart zusammenarbeiten. Ich werde alles daransetzen, dass wir die Sportart und die Liga so attraktiv wie möglich machen.

Sie sind ein Hertha-Gesicht. Wird es da eine Kooperation zwischen Berlin Thunder und Hertha geben?

Ich sage niemals nie. (lacht)

Wo sehen Sie Berlin Thunder in der Sportszene der Stadt im Vergleich zu den großen sechs Sportteams in Berlin?

Wir müssen jetzt erst einmal gucken, dass die Liga gut startet. Wir wollen in Berlin eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen, sodass wir dann auch um den ein oder anderen Titel mitspielen können. Das ist unser Anspruch. Ein Spiel im Stadion soll sportlich und auch für die Zuschauer ein Event werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Interview führte Matthias Gindorf, Antenne Brandenburg.

Sendung: Inforadio, 22.04.2021, 11:15 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Ja, wie ich geschrieben habe - das ist aber nur in Nordamerika der Fall und nur dort gibt es deshalb auch den Begriff Soccer. Im Rest der Welt (inklusive Deutschland ;-) ) ist Football Fußball - und die hier gemeinte Sportart ist American Football.

  2. 4.

    Tolle Sache. Ich kann es kaum erwarten das die Saison los geht und danach wieder die NFL . Danke Coach Esume und danke Marko für dein Enthusiasmuss für Thunder

  3. 3.

    Mit (American) Football ist nicht Fußball gemeint.
    Der Fußball, wie wir ihn kennen, wird in den USA Soccer genannt.
    American Football hat zwar einige Gemeinsamkeiten zum Fußball, aber auch sehr viele ganz erhebliche Unterschiede, unter anderem wird mit einem Ei-förmigen Ball und zumeist mit den Händen gespielt.

    Ich bin gespannt auf das neue Format. Die Popularität der NFL hat in den letzten Jahren in Deutschland ja erheblich zugenommen, mal schauen, ob die Zeit reif für dieses Projekt ist.

  4. 2.

    Verwenden die echt die rein nord-amerikanische Bedeutung des Wortes Football, während der Rest der Welt das mittlerweile als das Englische Wort für Fußball akzeptiert hat?

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Football_(Sportart)

  5. 1.

    Schönes Interview für eine in Deutschland leider bisher verkannte Sportart.

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