1:1 im Hauptstadt-Derby - Gerechtes Remis zwischen Union und Hertha

Herthas Matheus Cunha (l.) im Duell mit Unions Christopher Trimmel (imago images/O.Behrendt)
Audio: inforadio | 04.04.2021 | Guido Ringel | Bild: imago images/O.Behrendt

Feurige Zweikämpfe, erhitzte Gemüter und Fans, die ein Feuerwerk zündeten: Das Hauptstadt-Derby zwischen Union Berlin und Hertha BSC bot vieles, jedoch relativ wenig Fußball.

Zum Abschluss des 27. Spieltags der Fußball-Bundesliga haben sich der 1. FC Union Berlin und Hertha BSC mit 1:1 voneinander getrennt. Damit bleiben die Köpenicker auf Tabellenplatz sieben, die Charlottenburger auf Rang 14. Die Treffer erzielten Robert Andrich (9.) und Dodi Lukebakio (35.).

Der Spielverlauf

Auch ohne Fans herrschte zu Beginn im Stadion An der Alten Försterei ohrenbetäubender Lärm. Rund drei Minuten lang wurden nach dem Anpfiff rund um die Arena unzählige Raketen und andere Pyrotechnik gezündet. Unions Mannschaft schien ebenfalls auf einen Knalleffekt aus gewesen zu sein.

Zwar scheiterte Max Kruse in der siebten Minute noch mit einem Flachschuss vom Strafraumrand an Herthas Torhüter Alexander Schwolow. Zwei Minuten später lagen die Köpenicker dennoch in Führung. Der Versuch von Herthas Innenverteidiger Jordan Torunarigha, den Ball per Kopfball aus dem Strafraum zu befördern, landete direkt vor den Füßen von Robert Andrich. Dessen Linksschuss aus 16 Metern wiederum landete am rechten Innenpfosten, von wo der Ball ins Tor ging.

Nur drei Minuten später war erneut Aluminium im Spiel, dieses Mal jedoch zum Leidwesen der Köpenicker. Nach einem unzureichendem Klärungsversuch durch Deyovaisio Zeefuik kam Unions Linksverteidiger Julian Ryerson zum Torschuss, traf jedoch nur die Latte.

Ebenso erging es Herthas Jordan Torunarigha nach einer Ecke in der 19. Minute. Sein Kopfball fand ebenfalls lediglich die Latte und nicht ins Tor. In der Folge war spielerisch wenig geboten. Und so brauchte es für den 1:1-Halbzeitstand auch einen Elfmeter, hervorgerufen durch ein ungeschicktes wie unnötiges Einsteigen von Unions Marvin Friedrich gegen Herthas Mattéo Guendouzi. Dodi Lukebakio verwandelte den fälligen Strafstoß (35. Minute) souverän.

Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste. Union drückte, kam diesmal jedoch zu keinen klaren Chancen. Petar Musa (48.) bekam den Ball in aussichtsreicher Position nicht hinreichend unter Kontrolle. Robin Knoche (54.) einen Kopfball nach Freistoß-Flanke nicht genügend platziert. Auf der Gegenseite setzte Lucas Tousart einen Distanzschuss aus gut 20 Metern über das Tor (58.). Fußballerisch war in der Folge wenig geboten, Torchancen blieben gänzlich aus.

Die Kurzanalyse

"Das ist schon ein Fortschritt, früher haben wir solche Spiele verloren", sagte Herthas Trainer Pál Dárdai unmittelbar nach Schlusspfiff dem TV-Sender Sky. "Überraschen" sollte seine Mannschaft den Gegner, mit hohem Pressing und schnellem Spiel in die Spitze. Zu sehen war davon jedoch über die gesamte Spielzeit kaum etwas. Gegen defensiv gewohnt aufmerksame Köpenicker hatte Hertha kaum Präzision im Passspiel.

Folglich kamen auch Herthas starke Individualisten wie Dodi Lukebakio oder Matheus Cunha kaum in direkte Duelle. Immerhin überstand die Mannschaft um Kapitän Niklas Stark die Drangphasen der Gastgeber und kämpfte sich so noch zu einem Unentschieden.

Union Berlin hingegen wird mit der Chancenverwertung vor allem in den ersten 20 Minuten der Partie hadern. Gegen eine anschließend besser sortierte Hertha-Defensive fehlten jedoch ebenfalls die spielerischen Mittel. In den wenigen Konter-Momenten wiederum machte sich das Fehlen schneller Spieler wie Sheraldo Becker oder Taiwo Awoniyi bemerkbar.

Das sagt das Netz

Feuerwerk ist nicht gleich Feuerwerk:

Und Fußballspiel nicht gleich Fußballspiel:

Immerhin einen Sieger hatte der Abend dann doch:

Der Liveticker

Fußball Bundesliga

  • Freitag, 22.Oktober, 20.30 Uhr
    FSV Mainz 05 - FC Augsburg4:1(3:0)
    Samstag, 23.Oktober, 15.30 Uhr
    Bayern München - 1899 Hoffenheim-:-(-:-)
    RB Leipzig - Greuther Fürth-:-(-:-)
    VfL Wolfsburg - SC Freiburg-:-(-:-)
    Arminia Bielefeld - Borussia Dortmund-:-(-:-)
    Samstag, 23.Oktober, 18.30 Uhr
    Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach-:-(-:-)
    Sonntag, 24.Oktober, 15.30 Uhr
    1.FC Köln - Bayer Leverkusen-:-(-:-)
    Sonntag, 24.Oktober, 17.30 Uhr
    VfB Stuttgart - Union Berlin-:-(-:-)
    Sonntag, 24.Oktober, 19.30 Uhr
    VfL Bochum - Eintracht Frankfurt-:-(-:-)
    PlVereinSpguvToreDiffPkt
    1.Bayern München861129:8+2119
    2.Borussia Dortmund860222:14+818
    3.Bayer Leverkusen851221:12+916
    4.SC Freiburg844012:6+616
    5.Union Berlin843112:9+315
    6.FSV Mainz 05941412:9+313
    7.VfL Wolfsburg84139:10-113
    8.1.FC Köln833213:14-112
    9.RB Leipzig832316:8+811
    10.1899 Hoffenheim832317:11+611
    11.Borussia Mönchengladbach832310:11-111
    12.VfB Stuttgart823313:14-19
    13.Hertha BSC830510:21-119
    14.Eintracht Frankfurt81529:12-38
    15.VfL Bochum82155:16-117
    16.FC Augsburg91355:18-136
    17.Arminia Bielefeld80534:11-75
    18.Greuther Fürth80175:20-151
    PL
    Platz
    SP
    Spiele
    G
    gewonnen
    U
    unentschieden
    V
    verloren
    DIFF
    Tordifferenz
    PKT
    Punkte

    (ARD Text)

    • Champions League
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    • Europa League
    • Relegation
    • Absteiger

Sendung: rbb24, 04.04.2021, 22 Uhr

64 Kommentare

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  1. 64.

    Zu 2. Nach dem 2. Mal lesen, stimme ich Ihnen da zu, das habe ich missverstanden. Sorry.
    Punkt 1: Wo haben Sie die Hand von Guendouzi im Gesicht von Prömel gesehen? M.E. ging der Arm in Brusthöhe raus. Von schlagen kann überhaupt nicht die Rede sein. Bitte die Kirche im Dorf lassen (fürs Phrasenschwein (; ) .

  2. 63.

    Zu 1.: Guendouzi hat Prömel, wenn auch nur leicht, ins Gesicht geschlagen. Das hätte durchaus eine "Rote" geben können, vielleicht sogar müssen, und er hätte demzufolge wenig später nicht den Elfer herausholen können - aber sei's drum.
    Zu 2.: Der Elfer war berechtigt, woran ich auch nicht gekritelt habe.

    Mal die "Blau-Weiße" vorm Kommentieren abnehmen, "M&M".

  3. 62.

    Jetzt nehmen wir mal die Rot-Weiße Brille ab!
    1. Wo haben Sie eine Tätigkeit im Spiel gesehen?
    2. Warum sollte sich Hertha beim Schiri bedanken, wenn er einen berechtigten 11m pfeift?

  4. 61.

    Was ist an Leihspielern auszusetzen?
    Union hat momentan seiner 7 davon.
    Quasi eine Leiharbeitertruppe wenn man so will.

  5. 60.

    Rechtsextreme und homophobe Ansichten bei Hertha BSC?
    Zsolt Petry von Hertha BSC kritisiert in einem Interview den Einsatz von Leipzigs Péter Gulácsi für Homosexuelle. Beim Thema Migration spricht er gar vom »moralischen Niedergang« Europas. Der Verein schweigt zunächst.

  6. 59.

    Rechtsextreme und Homophobie Ansichten bei Hertha BSC?
    Zsolt Petry von Hertha BSC kritisiert in einem Interview den Einsatz von Leipzigs Péter Gulácsi für Homosexuelle. Beim Thema Migration spricht er gar vom »moralischen Niedergang« Europas. Der Verein schweigt zunächst.

  7. 58.

    Zitat: "Hertha ist sich ihren Farben aber treu geblieben. Nicht wie Union, die zu Beginn auch eine blau-weiße Fahne als Logo hatten. Haben sie aber geändert, um sich von Hertha zu unterscheiden - ist schließlich die Union-DNA: auf Zwang "anders" sein wollen."

    Was ist das denn für ein Quatsch, Yenz? Der FCU Vorläufer SG Union Oberschöneweide, der in blau-weiß auftrat, wurde nach der Abspaltung des SC Union 06 Berlin, der 1950 nach der Flucht von Funktionären und Spielern nach Westberlin etabliert wurde, 1951 in BSG Motor Oberschöneweide umbenannt und trug dann rot-gelb-schwarz im Logo, während der Westberliner Ableger weiterhin in blau-weiß auftrat - und das bis heute tut.

  8. 57.

    Zitat: "Der Spieler Mattéo Guendouzi von Hertha hätte gar nicht mehr auf dem Platz sein dürfen als er den Elfer für die Hertha herausgeholt hat!"

    So siehts mal aus, Lausitzer. Ohne den Elfer hätte Hertha keine Chance auf ein Tor gehabt, daher können sich die Herthaner für den Punktgewinn mal dicke beim Schiri bedanken.

  9. 56.

    Zitat: " Berlin ist blauweiß, Rotweiß ist höchstens . . . "

    Ich halte nichts von solchen Sprüchen. Denn Berlin wird weder blau-weiß noch rot-weiß nach einem gewonennen Fussballspiel. In der Stadt und im Umland gibts mittlerweile etwa gleichviele Fans aus beiden Lagern.

  10. 55.

    Den Unterschied zwischen berechtigter und konstruktiver Kritik ob der wettbewerbsverzerrenden Vorgehensweise der Windhorst GmbH & CoKG brauch ich Ihnen hoffentlich nicht erläutern.
    Zum Glück zahlt sich dieses Handeln durch dilettantische Führung nicht aus.
    Viel Erfolg noch beim sammeln der noch bitter benötigten Punkte.

  11. 53.

    Endlich mal ein vernünftiger Kommentar auch was Herrn Runert betrifft.
    Danke dafür.

  12. 51.

    War leider viel zu wenig...vor allem von Hertha.
    Die müssen sehen,irgendwie die Liga zu halten,um dann mit Bobic durchzustarten. Wir werden nächste Saison eine andere,viel bessere Hertha sehen.
    Und UNION, die werden es nächstes Jahr sehr schwer haben, wünsche aber viel Glück. 2 Berliner Mannschaften in Liga 1.....super

  13. 50.

    Dass Berlin Rot-Weiß ist sieht man schon an der Flagge der Stadt, ist also kinderleicht.
    Union ist auf die 4 Punkte dieses Jahr nicht angewiesen, und überlässt sie den abstiegsgefährdeten Charlottenburgern, so sieht Solidarität mit der zweitbesten Mannschaft der Stadt aus. Wir holen uns ausreichend Punkte gegen andere Teams.
    Viel Erfolg in den Relegationsspielen und enttäuscht euren Mäzen nicht!

  14. 49.

    Ob ihr nächste Saison Bundesligafussball genießen könnt, wird sich ja erst in den nächsten Wochen herausstellen!! ;-)
    "Hertha verrecke!" finde ich übrigens total daneben, aber während das gestern glücklicherweise wenige Unioner gebrüllt haben dürften, Habe ich ihr zitiertes "UNV**" bereits 2009 beim "Freundschafts"spiel zur Eröffnung der neuen Alten Försterei aus dem kompletten Herthablock gehört, die darauffolgenden Derbys übrigens auch - ohne dass Vergleichbares von uns kam. Sie hätten - falls jemals überhaupt live im Stadion anwesend gewesen - wahrscheinlich am lautesten mitgebrüllt!

  15. 48.

    Hallo, danke für den Hinweis.
    Wir haben das Wort ersetzt. Beste Grüße und noch einen schönen Ostermontag.

  16. 47.

    Ich freue mich über jeden Berliner Club in der Bundesliga. Das ganze Konkurrenz/Hass Gelaber a la HSV/ St. Pauli ist einfach nur idiotisch, gestrig, albern und völlig überflüssig. Braucht kein Mensch.

  17. 46.

    Wer Menschen gefährdet, war am 2.11.2019 zu sehen, als mehrmals aus dem Herthablock Pyro gezielt auf die Tribüne, Richtung Union-Trainerbank und auf den Platz geschossen wurde - übrigens ohne dass von seiten der blau-weißen Vereinsführung oder dem Team deeskalierend reagiert wurde!! Reagiert wurde nur vom allseits hochgeschätzten Michael Preetz, der allen Ernstes im "Aktuellen Sportstudio" erklärte, dass die Schüsse auf den Platz von beiden Fanlagern kamen!! An diesem Abend hat der selbsterklärte Hauptstadtclub bei vielen Unionern den letzten Rest von Respekt verloren - zurecht!!
    Viel Erfolg weiterhin im Abstiegskampf!!

  18. 45.

    Mach dich bitte nicht lächerlich. Stadtderby wird AUF dem Rasen geklärt, nicht bei anderen Zahlen. Muss ich dir als Eiserner doch nicht erklären, oder? Beim ersten Duell in der Bundesliga haben WIR gewonnen und uns als Stadtmeister (zurecht) gesehen, auch als die Hertha damals noch mehr Mitglieder hatte und in der Tabelle schlussendich vorne stand. Also, lass gut sein.

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