Hertha-Profi Deyovaisio Zeefuik (Mitte) bejubelt seinen Treffer. / imago images/Matthias Koch
Audio: inforadio | 16.04.2021 | Tabea Kunze | Bild: imago images/Matthias Koch

Trainer und Spieler infiziert - Hertha komplett in Quarantäne - Spielabsetzungen beantragt

Bei Hertha BSC sind inzwischen vier Corona-Fälle bekannt geworden. Das Team musste sich als bisher erster Fußball-Bundesligist komplett in Quarantäne begeben. Der Verein hat die Absetzung der nächsten drei Spiele beantragt, wodurch es im Mai sechs Spiele geben würde.

Die kommenden drei Spiele von Hertha BSC in Mainz, gegen Freiburg und auf Schalke werden voraussichtlich abgesetzt und verschoben. Grund ist die Corona-Infektion von Marvin Plattenhardt, der noch am Donnerstagmorgen mit der Mannschaft trainiert hatte. Damit sind inzwischen vier Personen bei Hertha positiv getestet worden. Alle Betroffenen sind nach Vereinsangaben bisher symptomfrei.

Hertha muss deshalb als erstes Team der Fußball-Bundesliga überhaupt komplett in häusliche Quarantäne. Das Team könne - im günstigsten Fall - zwei Wochen nicht an der Bundesliga teilnehmen, erklärte der zuständige Gesundheitsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Detlef Wagner, am Donnerstagabend im rbb. Die Quarantänezeit könnte sich allerdings verlängern, sollten in den nächsten Tagen noch weitere Spieler positiv getestet werden.

Verlauf

Am Mittwoch setzte sich Hertha BSC mit dem Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf in Verbindung, nachdem Trainer Pál Dárdai und Co-Trainer Admir Hamzagic sowie Spieler Dodi Lukebakio positiv getestet wurden. Am Donnerstag gab der Verein die Coronafälle bekannt und teilte mit, dass sich der Rest des Teams in eine 14-tägige Isolation begeben werde.

Bei der Kontaktnachverfolgung hatte sich abgesehen von Co-Trainer Andreas "Zecke" Neuendorf kein weiterer Spieler oder Verantwortlicher als Kontaktperson ersten Grades herausgestellt, weshalb das Team in Gruppen-Isolation weiterhin am Trainings- und Spielbetrieb hätte teilnehmen können. Sportdirektor Arne Friedrich übernahm das Training am Donnerstag, weil er eine Trainerlizenz vom DFB besitzt. Am Donnerstagabend wurde allerdings mit Marvin Plattenhardt ein weiterer Spieler positiv getestet.

Zunächst waren im Laufe des Tages Infektionen von Trainer Pál Dárdai und Co-Trainer Admir Hamazagic sowie von Dodi Lukebakio bekannt geworden. Bei der Kontaktnachverfolgung hatte sich abgesehen von Co-Trainer Andreas "Zecke" Neuendorf kein weiterer Spieler oder Verantwortlicher als Kontakperson ersten Grades herausgestellt, weshalb das Team in Gruppen-Isolation weiterhin am Trainings- und Spielbetrieb hätte teilnehmen können. Mit der Infektion von Plattenhardt hat sich die Lage allerdings maßgeblich verändert.
Zunächst waren im Laufe des Tages Infektionen von Trainer Pál Dárdai und Co-Trainer Admir Hamazagic sowie von Dodi Lukebakio bekannt geworden. Bei der Kontaktnachverfolgung hatte sich abgesehen von Co-Trainer Andreas "Zecke" Neuendorf kein weiterer Spieler oder Verantwortlicher als Kontakperson ersten Grades herausgestellt, weshalb das Team in Gruppen-Isolation weiterhin am Trainings- und Spielbetrieb hätte teilnehmen können. Mit der Infektion von Plattenhardt hat sich die Lage allerdings maßgeblich verändert.

Sechs Bundesligaspiele im Mai

Hertha BSC teilte daraufhin mit, dass sich Mannschaft und Trainerstab umgehend in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben müssten. Sportdirektor Arne Friedrich wird von Vereinsseite mit den Worten zitiert: "Aufgrund der aufgetretenen Fälle sind wir nun zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne gezwungen. Das ist aus gesundheitlicher Sicht der absolut richtige Schritt. Aus sportlicher Sicht trifft uns das natürlich, denn wir haben nun im Kampf um den Klassenerhalt im Mai sechs Bundesligaspiele bis zum Saisonende am 22. Mai 2021 zu absolvieren." Aufgrund der zweiwöchigen Quarantäne hat Hertha bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Absetzung der Spiele bei Mainz 05, gegen Freiburg und auf Schalke beantragt. Als in der vergangenen Saison Dynamo Dresden in der 2. Liga in der gleichen Situation war, beschloss die DFL die Spiele zu verlegen.

Die Regeln der DFL sehen vor, dass dem Team nach Ende der Quarantäne zumindest ein paar Tage Zeit für den Wiedereinstieg ins Training gegeben werden muss. Dadurch würde Hertha im Mai sechs Spiele innerhalb von vier Wochen absolvieren. Während der Quarantäne dürfen sich die Spieler nur zuhause vorbereiten. Individuelle Trainingseinheiten draußen sind nicht erlaubt. "Die Mannschaft wird sich während der häuslichen Quarantäne unter Anleitung des Trainerteams mit virtuellen Trainingseinheiten fit halten", erklärte Friedrich.

Bedeutung für Abstiegskampf und Spielplan

Für Hertha BSC würde die Verlegung der Spiele in den Mai eine große Belastung bedeuten. Auf dem 15. Tabellenplatz und mit 26 Punkten steht der Verein nur durch die bessere Tordifferenz vor Bielefeld und somit nicht auf dem Relegationsplatz. Als Dynamo Dresden in der Vorsaison in einer ähnlichen Situation war und nach einer Quarantäne viele Spiele hintereinander absolvieren musste, stieg die Mannschaft aus der 2. Liga ab.

Bisher hätte Hertha im Mai zuhause gegen Bielefeld (07.05) und Köln (15.05) gespielt und zum Abschluss auswärts gegen Hoffenheim (22.05). Wenn die Spiele gegen Mainz, Freiburg und Schalke auch in den Mai verlegt werden, muss bei der Terminkoordinierung auch bedacht werden, dass am 13. Mai bereits das DFB-Pokalfinale im Olympiastadion ausgetragen wird.

Sendung: rbb UM6, 15.04.2021, 18:15 Uhr

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16 Kommentare

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  1. 16.

    In der 2. Liga wurden in vergleichbaren Fällen die Spiele abgesagt und später nachgeholt. In welchen Ligen wurde die von Dir genannte "internationale" Regelung bislang praktisch umgesetzt?

  2. 15.

    Der Profisport - insbesondere der Fußball - ist ein geldgieriger Lobbyistenverein!!! - Der Normalbürger hält sich an die Regeln - alle Lebensbereiche werden stark eingeschränkt, nur die Profisportler rennen sabbernd und spuckend über das Spielfeld - ekelhaft. Kontaktperson 1. Grades - man wird für 14 Tage eingesperrt - ohne Test - Die Herrschaften bekommen eine Sonderregelung - Man kann nur noch Schreien vor Wut - kein Impfstoff, die Politiker sind nur noch mit sich selbst beschäftigt, tausende Tode und Schwerstkranke und Lobbyisten an jeder Ecke - Was ist aus Deutschland geworden?

  3. 12.

    Was für eine seltsame Regelung, dass die „Quarantäne“ für die Spiele verlassen werden darf. Das ist ja mal wieder ein weiterer Beweis, dass geltende Einschränkungen für manche privilegierte Gruppen nicht gelten und dass sich die Ämter & Co. schön verbiegen, damit Millionengeschäfte wie die Bundesliga fortgesetzt werden können.

  4. 11.

    Mich würde mal interessieren, wie hoch die Inzidenz so als geschlossenes System denn in der 1. und 2. Liga ist und wo sich die Herren so anstecken. Und das gesenderte Signal ist echt daneben:" Coronainfektion? So ein Mist, da müssen wir die Begegnungen anders terminieren. Sonst ist das aber nicht weiter schlimm...". Und dem Nachwuchs muss ich dann irgendwie klarmachen, dass dieser trotz Test kein Sport bzw. eingeschränkt machen darf und der Profisport aber schon. Die dürfen sogar "knutschen". Für mich eigentlich nur ein Zeichen, wie weit sich diese Klientel von der Gesellschaft entfernt hat. Aber "Brot und Spiele" hat ja schon immer funktioniert.

  5. 10.

    Schon klar, dass dir aus Köpenick nichts Anderes einfällt. Na ja kein Wunder, bei euch wollte man ja auch gerne frühzeitig wieder Zuschauer zulassen. UNVSU

  6. 8.

    Warum um Gotteswillen muss jetzt Fussball gespielt werden.
    Die Lobby hat sich mal wieder durchgesetzt.So wird das nichts,die Wirtschaft und wir alle leiden drunter.

  7. 7.

    Trainingsbetrieb und Spielbetrieb geht natürlich weiter. Wenn in einem Pflegeheim 3 Personen positiv sind wird das ganze Heim geschlossen und keiner kann seine Großeltern besuchen obwohl es evtl. die letzten Besuche sein könnten. Was ein paar Millionen so ausmacht. Was ist los in unserem Land?

  8. 6.

    Wie war sind diese Worte. Und nicht nur die Kinder auch die Erwachsenen kämpfen immer mehr mit psychischen Probleme. Keine darf Kontaktsport betreiben nur die Fußballmillionäre dürfen alles, auch wenn es ihre Arbeit ist aber andere müssen auch in Kurzarbeit und ich glaube bei paar Millionen ist das Kurzarbeitergeld immer noch mehr wie mancher in seinem ganzen Leben verdient.

  9. 5.

    Wurde nicht immer behauptet, daß der Profifußball in seiner eigenen Blase lebt? Scheint ja nicht ganz zu stimmen!

  10. 4.

    International gibt es eine Regelung.
    Kann Hertha nicht antreten wird dies als Niederlage gewertet.

  11. 3.

    Die ganze Bundesliga dicht machen, ohne Worte!!!

  12. 2.

    Spieler und Trainer, die sich (natürlich ohne Masken) feiernd in den Armen liegen, sind einfach nur Signale von Ignoranz und Respektlosigkeit. Und unseren Kindern erklären wir, dass sie Abstand halten sollen, sie verkümmern im Distanzunterricht und tragen natürlich auch getestet immer Maske. Bundesligabetrieb bitte mal einfach einstellen!

  13. 1.

    Allmählich sollte man überlegen, ob nicht auch der Profisport unterbunden werden sollte, denn es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht von Corona-Fällen bei den Profifußballern berichtet wird.

    Das Argument Recht auf Berufsausübung kann hier nicht gelten, da auch andere ihre Berufe gegenwärtig nicht ausüben können. Auch das Argument, dass der Zeitpunkt, an dem den Beruf aufgrund des Alters nicht mehr ausüben kann, zieht nicht, denn die Balletttänzer an den Theatern und Opernhäusern können ihren Beruf auch nicht bis zur Rente ausüben und DÜRFEN momentan weder trainieren noch auftreten.

    Hier geht es nur um Geld, Geld, Geld..., während andere Existenten bedroht oder bereits kaputt sind.

    Es ist also mehr als nur an der Zeit, den Profisport in Sachen Corona mal zu hinterfragen, denn auch Profisportler haben ein Leben außerhalb des Stadions, sie haben Familie, haben Kinder, die zur Schule gehen usw. und sind somit due "idealsten" Pandemietreiber.

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