Rennen auf der Rennbahn Hoppegarten ohne Zuschauer (Quelle: imago images/Galoppfoto)
Video: rbb UM6 | 31.03.2021 | Sebastian Meyer | Bild: imago images/Galoppfoto

Ostersonntag - Rennsaison in Hoppegarten startet ohne Zuschauer

Am Sonntag soll auf der Galopprennbahn Hoppegarten die Saison starten. Besucher sind noch nicht erlaubt, die Hoffnungen für eine Rückkehr ruhen auf dem Sommer. Digital kann man aber dennoch live dabei sein.

Wenn am Sonntag wieder Pferde und Reiter über die Rennbahn Hoppegarten galoppieren, wird außer dem Geklapper der Hufe nicht viel zu hören sein. Denn wegen der Infektionslage muss der Saisonauftakt zum zweiten Mal in der Geschichte ohne Zuschauer stattfinden. Die Vorfreude ist trotzdem riesig. "Ich bin sehr froh. Der erste Renntag nach der Winterpause macht immer richtig Spaß, weil wir richtig loslegen können", sagt Eva Fabianova. Sie ist Pferdebesitzerin und trainiert zudem 35 Tiere. Die Auswirkungen der Krise spürt sie dennoch. Denn die Einnahmen, die sie und ihre Kollegen bei den Rennen machen können, sind gesunken. "Aber die Löhne und alles andere bleibt beim Alten."

Fast eine Viertelmillion Verluste

Um Kosten zu sparen, mussten die Veranstalter die Rennpreise für die Aktiven kürzen und halten nur einen Renntag mit gleich zwölf Rennen ab. "Uns fallen hier in Hoppegarten nicht nur Zuschauereinnahmen, sondern auch Einnahmen von Sponsoren, Catering oder Wetten weg", erklärt Geschäftsführer Michael Wrulich. Auch über die Vermietung des Geländes für Konzerte verdiene man sonst Geld. "Da verlieren wir fast eine Viertelmillion, das tut schon weh."

Rennbahn-Eigentümer Gerhard Schöningh freut sich, dass es überhaupt losgehen kann - auch für die Vierbeiner. "Die Tiere möchten gerne laufen und die Besitzer müssen auch Verdienstmöglichkeiten haben. Das Schlimmste wäre, wen wir keine Rennen anbieten können. Das hieße, die Pferde werden auf die Weide geschickt, gehen aus dem Training, werden als Reitpferde verkauft", so Schöningh.

Nur geimpfte Pferde dürfen starten

121 Pferde gehen am Sonntag mit Reitern an den Start und kämpfen um insgesamt 74.000 Euro Preisgeld. Wegen des Pferdeherpes-Virus, das sich seit Februar ausbreitet, dürfen nur geimpfte Tiere starten. "Das bedeutet, dass wir jetzt zu Beginn der Saison etwas schwache Felder haben, weil es schon einige Pferde gibt, die gerne laufen würden, aber nicht laufen dürfen." Spannend werden die Rennen aber wahrscheinlich dennoch, besonders für die Zuschauer, die alles im Livestream verfolgen und auch wetten können.

"Keine Bedenken, 4.000 bis 5.000 Zuschauer sicher unterzubringen"

Die Stimmung auf der Anlage und die Anfeuerungen der Zuschauer vermisst Schöningh aber trotzdem. Seine Hoffnungen für die Rückkehr der Besucher ruhen auf dem Sommer. Konzepte für 1.000 und 4.000 Zuschauer gibt es bereits. "4.000 Zuschauer haben wir im letzten Jahr am größten Renntag, dem Tag der deutschen Einheit, sehr erfolgreich durchgezogen", erinnert er sich zurück. Damals wurden die Besucher in abgesteckte Bereiche auf dem für 20.000 Zuschauer ausgelegten Gelände verteilt, um die Abstände einzuhalten. "Wir haben überhaupt keine Bedenken, dass wir 4.000 bis 5.000 Zuschauer hier sehr sicher unterbringen können. Wenn es vom Land Brandenburg Modellversuche gäbe, hätten wir ein hohes Interesse, auch ein Teil davon zu sein."

Sendung: rbb UM6, 31.03.2021, 18 Uhr

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