Tischtennis | TTC Berlin Eastside - Gewinnen geht immer

Die Mannschaft des ttc berlin eastside posiert mit dem Meisterschaftspokal (Quelle: Imago Images / Kirchner / Marco Steinbrenner)
rbb UM6 | 25.04.2021 | Uri Zahavi | Bild: www.imago-images.de

Die Tischtennis-Saison des TTC Berlin Eastside war zwar chaotischer als sonst, aber das Ergebnis mal wieder unschlagbar: deutscher Meister, deutscher Pokal und Champions-League-Sieger. Es ist das bereits vierte Triple des Berliner Vereins. Von Lynn Kraemer

Erst ein paar Minuten nach dem letzten Satz kommen die Freudentränen. Das Finale um die deutsche Meisterschaft verlief so knapp, dass die Tischtennisspielerinnen des TTC Berlin Eastside es erst gar nicht richtig realisieren können. Für Trainerin Irina Palina war es "das schwerste deutsche Meisterschaftsfinale in meinem Leben." Am entscheidenden dritten Spieltag schlagen sie ihre Rivalinnen aus Kolbermoor mit 5:3. "Wegen Corona war das auch ein komisches Gefühl ohne Zuschauer. Das fehlte ein bisschen von der Stimmung her. Aber am Ende haben wir trotzdem gut gespielt", sagt Berlins Topspielerin Shan Xiaona.

Der Sieg bedeutet nicht nur den Meistertitel, sondern auch das Triple. Zum vierten Mal haben sie Pokal, Meisterschaft und Champions League gewonnen. Damit baut Berlin einen einsamen Rekord aus. Denn der TTC ist der einzige Verein, der das bisher geschafft hat. Spielerin Nina Mittelham glaubt, dass das Erfolgsgeheimnis im Zusammenhalt liegt: "Es ist jetzt nicht so, dass eine Spielerin jedes Spiel gewinnen muss, sondern selbst wenn man mal ein Spiel verliert, ist das nicht so schlimm, weil die Mannschaft das auffangen kann."

Keine Berlinerin im Team

Sportlich gesehen hätte die Saison für den TTC Berlin Eastside nicht besser verlaufen können. Doch die Bundesligasaison war mit vielen Unsicherheiten verbunden. "Wir haben oft nicht gewusst, ob das nächste Spiel überhaupt stattfindet", sagt Vereinspräsident Alexander Teichmann. Einige Spiele wurden zusammengelegt, um die Reisen durch ganz Deutschland zu reduzieren.

Doch die fünf Spielerinnen des TTC müssen selbst für ihre Heimspiele in der Hauptstadt immer mehrere hundert Kilometer anreisen. Britt Eerland aus den Niederlanden, die anderen aus NRW. Denn in Düsseldorf ist der wichtigste deutsche Tischtennis-Stützpunkt. Ein Umzug nach Berlin würde sich nicht lohnen. Das Teambuilding während der Fahrten nach Berlin musste in dieser Saison wegfallen. "Während wir früher zu zweit oder zu dritt angereist sind, mussten sie dieses Mal alleine reisen, um Corona-Infektionen auszuschließen", erklärt Vereinspräsident Alexander Teichmann.

Irina Palina ist die Konstante

Die Frau, die sie trotzdem alle zusammenhält, ist Irina Palina. Ende der 90er kam die Russin nach Berlin, um in der Bundesliga zu spielen und übernahm später als Trainerin. "Ohne Ira wäre es schwer zu schaffen", sagt Shan Xiaona. Wenn eine Spielerin ausfällt, stellt sich die 51-Jährige auch noch selbst an die Platte. Unaufgeregt im schwarzen Trainingsanzug und mit verschränkten Händen beobachtet Palina ihre Spielerinnen. Wenn es eng wird, wippt sie mit den Füßen. Sie ist keine Frau, die mit vielen Worten um sich wirft, aber dafür mit den richtigen, findet Nina Mittelham: "Wenn es dann mal eng wird, sagt sie auch: 'Du musst jetzt gewinnen.' Sie macht dann zwar Druck, aber das ist sie einfach und das weiß man. Und das ist gut so."

Gewinnen geht immer

Langweilig wird es nach dem vierten Triple des TCC in der Liga trotzdem nicht. Die Siege im Pokal und in der Meisterschaft waren hart umkämpft. Auch in der nächsten Saison müssen sie mit den Rivalinnen aus Kolbermoor rechnen. Und für Vereinspräsident Alexander Teichmann gibt es eine Grundregel: "Wir haben zu Beginn der Saison keinen Titel." Dann geht alles wieder von vorne los. Aber Irina Palina hat ganz genaue Vorstellungen, was sie sich als Nächstes vornehmen könnten: "Na vielleicht nochmal drei zu gewinnen."

Sendung: rbb UM6, 25.04.2021, 18 Uhr

Beitrag von Lynn Kraemer

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