Berlinerin Sabally beim 3x3-Basketball - Zocken ums Olympia-Ticket

Satou Sabally (Quelle: imago images/Beautiful Sports)
Audio: Inforadio | 27.05.2021 | Lukas Scheid | Bild: imago images/Beautiful Sports

Die Berlinerin Satou Sabally gilt als beste deutsche Basketballerin und spielt in Amerikas Profiliga. Aktuell kämpft sie mit Deutschland im 3x3-Basketball um ein Olympiaticket. Der Sport weckt bei der 23-jährigen Erinnerungen an ihre Jugend in der Hauptstadt.

Satou Sabally kommt ins Schwärmen, wenn sie in ihrem schwarzen Deutschland-Trikot über den Freiplatz in einem Düsseldorfer Park dribbelt. "Man fühlt sich ein bisschen mit der Natur verbunden. Wenn man in der Halle ist, sieht man nichts von der Stadt", sagt die 23-Jährige, begeistert von der Atmosphäre. Während ihre geflochtenen Zöpfe immer wieder durch die Luft fliegen, werden Erinnerungen wach. "In Berlin war es irgendwie immer so, dass man mit Fußballern auf dem Freiplatz war, weil es nie einen eigenen Basketball-Korb ohne ein Tor daneben gab", erinnert sie sich an ihre Jugendzeit in der Hauptstadt zurück.

3x3-Basketball

3x3-Basketball hat seinen Ursprung im Streetball. Auf der Hälfte eines Feldes spielen jeweils drei Spieler*innen pro Team auf einen Korb. Für einen Treffer gibt es einen Punkt, für Körbe hinter der Dreierlinie zwei Zähler. Wer zuerst 21 Punkte hat oder nach zehn Minuten führt, gewinnt. In diesem Jahr ist 3x3-Basketball erstmals olympisch.

Per Zufall zum Basketball

Inzwischen würden die Kicker der 1,93 Meter großen Flügelspielerin wohl ohne zu zögern den Platz überlassen. Denn Satou Sabally gilt als beste deutsche Basketballerin. Zu ihrem Sport kam sie nur zufällig, ihre erste Trainerin entdeckte sie auf einem Spielplatz und lud das große 9-jährige Mädchen zu einem Probetraining ein. Sabally und der Basketball wurden schnell unzertrennlich. Mit 16 verließ sie Berlin, um in Freiburg in der 1. Bundesliga spielen zu können. Doch auch die war noch nicht genug für die talentierte junge Frau. Also wechselte sie ans College nach Amerika, wo sie im letzten Jahr an zweiter Stelle von den Dallas Wings aus der Women's National Basketball Association (WNBA) gedraftet wurde.

3x3-Team kämpft um Olympia: "Ich will dabei sein."

Bei ihrem Verein musste sie Überzeugungsarbeit leisten, um für das Abenteuer im 3x3 (Drei gegen Drei) freigestellt zu werden. Aber für Sabally ist es das wert. Denn das deutsche Team hat noch die Chance auf ein Olympia-Ticket. "Das ist der Traum von jedem Athleten und jeder Athletin. Als ich das gesehen habe, wusste ich direkt: Ich will dabei sein", sagt die 23-Jährige. "Wir fühlen uns geehrt, dass Satou sagt: Das ist mir wichtig, liebe Dallas Wings, ich spiele für Deutschland", freut sich Bundestrainer Matthias Weber über das Talent in seinem Team.

Am Donnerstag beginnt in Graz die Qualifikation, zunächst mit Spielen gegen Uruguay und Indonesien. Am Samstag warten dann mit den USA und Frankreich zwei schwierige Aufgaben auf Sabally und ihr Team. Nur die ersten beiden der Fünfergruppe kommen ins Viertelfinale. Insgesamt werden in Österreich drei Olympia-Plätze unter 20 Teams vergeben.

Freiplatz-Basketball ist schneller und attraktiver

Für die Tickets müssen die 23-Jährige und ihre Mitspielerinnen daher genau das tun, was Sabally mit dem 3x3 verbindet: "Zocken. Da denke ich wirklich direkt ans Zocken."

Trotz der schwierigen Konstellation ist die Flügelspielerin aber optimistisch. "Wir haben eine anspruchsvolle Gruppe, aber das Besondere am 3x3 ist, dass man immer wieder Spiele drehen kann." Physischer, schneller und auch attraktiver sei der Sport im Vergleich zum klassischen Fünf gegen Fünf, findet Sabally. "Man muss wirklich zu allem bereit sein und auf jeder Position ein paar Moves haben können." Ihre Erfahrung aus der amerikanischen WNBA und aus Europa, wo sie im Winter bei Fenerbahce Istanbul spielte, wird ihr dabei helfen. Und vielleicht auch die Erinnerungen ans Zocken auf den Freiplätzen in Berlin.

Sendung: Inforadio, 27.05.2021, 14:15 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Eine wirklich tolle Spielerin, ich hatte vor ein paar Jahren die Freude, sie mal spielen zu sehen.

  2. 1.

    Zum Basketballspielen war ich irgendwie immer zu doof. Ich wünsche dem Powerpack viel Erfolg.

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