Eishockey-WM in Riga startet - Fünf Eisbären-Spieler eilen von einem Highlight zum nächsten

Die Nationalspieler Leonhard Pföderl, Marcel Noebels, Torwart Mathias Niederberger, Lukas Reichel feiern den Meistertitel mit den Eisbären Berlin. Quelle: imago images/Contrast
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Im lettischen Riga startet am Freitag die Eishockey-WM. Von den Eisbären Berlin sind gleich fünf Profis mit dabei. Nach dem Gewinn der Meisterschaft bleibt ihnen nur wenig Zeit, um zu verschnaufen. Denn mit dem deutschen Nationalteam gibt es neue Ziele.

Es ist noch nicht einmal zwei Wochen her, dass die Eisbären Berlin sich in einer packenden Finalserie gegen die Grizzlys Wolfsburg die achte deutsche Eishockey-Meisterschaft sicherten. Der Gewinn des ersten Meistertitels seit 2013 sorgte für reichlich Euphorie und emotionale Party-Bilder.

Für fünf Berliner Eishockeyspieler gibt es nach der langen und anstrengenden Klub-Saison allerdings nur wenig Zeit zum Ausruhen. Für die Eisbären-Profis Mathias Niederberger, Jonas Müller, Marcel Noebels, Lukas Reichel und Leonhard Pföderl wartet bereits das nächste große Highlight: die Eishockey-Weltmeisterschaft mit der deutschen Nationalmannschaft im lettischen Riga. Am Freitagnachmittag startet das Team von Bundestrainer Toni Söderholm mit dem ersten Spiel gegen Italien ins Turnier.

Strikte Quarantäne zu Beginn

"Wir setzen uns hohe Ziele", erklärt Marcel Noebels wenige Tage vor dem Turnierstart. "Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir eine Top-Acht-Mannschaft sein können. Den Weg Richtung Viertelfinale sollten wir also schon einplanen und hoffentlich können wir auch einen Schritt weiter gehen", so der 29-Jährige selbstbewusst.

Die Vorbereitung für das Turnier ist für alle Mannschaften allerdings auch weiterhin stark von der Corona-Pandemie beeinflusst. Deutschlands erster Gegner Italien musste gleich 15 Corona-Fälle im Kader vermelden, reist mit einer stark ausgedünnten Mannschaft und ohne Trainer Greg Ireland zum Turnier.

Um das Turnier vor Ort so sicher wie möglich zu gestalten, mussten sich nach der Ankunft im Teamhotel die Akteure aller Teams in eine dreitägige Einzelquarantäne begeben. Noebels ist froh, dass diese am Dienstagmorgen für die deutsche Auswahl abgelaufen ist: "Als wir in Riga ankamen, wurden uns Zimmer zugewiesen. Seitdem durften wir das Zimmer nicht mehr verlassen", beschreibt der Eisbären-Spieler die Situation vor Ort. "Essen und auch Training fanden im Zimmer statt, wir durften nicht vor die Tür. Wir wurde sehr gut verpflegt und hatten Online-Training. Wir freuen uns natürlich, wenn wir die Schlittschuhe jetzt wieder anziehen dürfen." Jetzt will sich mit dem Team endlich auf das Sportliche und das Erreichen der ehrgeizigen Ziele konzentrieren.

Reichel: "Ich bin richtig aufgeregt"

Verzichten müssen Noebels und seine Mannschaftskollegen in Riga auf Topstar Leon Draisaitl, der mit den Edmonton Oilers im Moment noch in der NHL aktiv ist. Nicht nur im deutschen Team fehlen zusätzlich weitere Akteure aus der nordamerikanischen Profiliga, wo die Playoffs derzeit in vollem Gang sind. Bei der Weltmeisterschaft dürften deshalb auch junge Spieler vermehrt zum Zuge kommen und so die Möglichkeit erhalten, sich auf höchstem Niveau zu zeigen – zum Beispiel Eisbären-Youngster Lukas Reichel.

"Die Vorfreude ist natürlich sehr groß", sagt Reichel vor seiner ersten Profi-WM. "Der Meistertitel war natürlich schon eine Riesen-Sache und jetzt kommt auch noch die WM dazu. Ich bin richtig aufgeregt", erklärt der 19-Jährige.

Berliner Sturmreihe im Nationalteam?

Reichel ist sich sicher, dass Deutschland trotz der namhaften NHL-Ausfälle eine gute Mannschaft aufs Eis bringen wird. Im Angriff könnte Bundestrainer Söderholm auf eine "Berliner Sturmreihe" setzen. Sowohl Reichel als auch Noebels und Pföderl haben in den letzten Wochen bei den Eisbären starke Leistungen gezeigt. "Ich kann mir das schon gut vorstellen", sagt Reichel. "Wir hatten mit der Nationalmannschaft bislang noch nicht so viele Trainingseinheiten. Ich würde mich freuen, wenn wir zusammenspielen, und hoffe es auch. Wir kennen uns einfach gut", beschreibt der Youngster die Vorteile, die eine Berliner-Kombi im Sturm für die deutsche Mannschaft aus seiner Sicht bedeuten könnten. Außerdem glaubt Reichel, dass auch der Gewinn der Meisterschaft den Berliner Spielern einen zusätzlichen Schub geben dürfte.

In der Vorrunde, in der Deutschland neben Italien (21.05.) noch auf Norwegen (22.05.), Kanada (24.05.), Kasachstan (26.05.), Finnland (29.05.), die USA (31.05.) und Lettland (01.06.) trifft, will die deutsche Mannschaft sich schnellstmöglich als Team einspielen. Um im weiteren Verlauf die eigenen Grenzen auszutesten und so lange wie möglich im Turnier zu bleiben.

Die Eisbären-Spieler hätten sicherlich nichts dagegen, nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft auch das nächste Higlight erfolgreich zu gestalten.

Sendung: Inforadio, 19.05.21, 10:15 Uhr

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