Finale im Berliner Landespokal - Treffen sich zwei Überraschungsteams

Christian Benbennek (BFC-Trainer, l.) und André Meyer (BAK-Trainer, r.). Quelle: imago images/Picture Point/Matthias Koch
Bild: imago images/Picture Point/Matthias Koch

Am Samstag endet mit dem Landespokalfinale im Berliner Fußball-Verband eine chaotische Saison, die stark unter der Pandemie litt. Im Endspiel zwischen dem Berliner Athletik-Klub und dem BFC Dynamo kommt es zum Aufeinandertreffen zweier Überraschungsteams.

Hätten Berliner Fußball-Fans vor dem Halbfinale im Berliner Landespokal auf die späteren Finalisten wetten sollen, hätten viele von ihnen höchstwahrscheinlich auf eine andere Endspiel-Paarung getippt. Es war nämlich durchaus überraschend, wie sich der BFC Dynamo und der Berliner Athletik-Klub im Halbfinale des Berliner Pokals durchsetzten. Der BFC kam dank einer starken Leistung zu einem klaren 3:0 gegen den frischgebackenen Drittliga-Aufsteiger und Regionalliga-Überflieger Viktoria Berlin. Der Berliner AK war gegen die VSG Altglienicke auch eher der Außenseiter, gewann das Spiel aber ebenfalls deutlich und verdient mit 4:0.

Am Samstag (13 Uhr, live im Stream bei rbb|24 und im rbb-Fernsehen) treffen beide Mannschaften nun im Finale um den Landespokal aufeinander. Beide wollen den Wettbewerb gewinnen und so das lukrative Ticket für den DFB-Pokal lösen.

Vorbereitung auf den "Tag X"

Für beide Klubs ist es der Abschluss einer außergewöhnlichen, ja, chaotischen Spielzeit. In der Regionalliga-Nordost wurde seit Anfang November nicht mehr gespielt, nachdem die Pandemie im Frühjahr noch einmal schlimmer wurde, entschied man sich für einen Abbruch. Das Halbfinale im Landespokal war sowohl für den BFC als auch den BAK das erste Spiel seit Monaten nachdem zuvor nur eingeschränkt trainiert wurde. "Für uns war nie klar, ob die Saison weitergeht und wir nochmal Pokal spielen", sagt BAK-Trainer André Meyer. "Wir konnten aber trainieren und haben uns auf den 'Tag X' vorbereitet, was auch immer der bringen sollte".

Diese Vorbereitung hat sich ausgezahlt: Nach einer guten Leistung gewann der BAK verdient gegen Altglienicke, der "Tag X" brachte den Einzug ins Landespokalfinale. "Die Freude ist unbeschreiblich. Wir wollen den Tag nutzen und haben schon im Halbfinale gezeigt, dass wir bereit sind, den Pokal zu gewinnen", blickt Meyer, der erst im letzten Sommer zum BAK kam, auf das Finale am Samstag.

Duell auf Augenhöhe

Dort wartet der BFC Dynamo, der im Halbfinale ebenfalls überraschend Viktoria Berlin ausschaltete. Meyer schätzt die Chancen für sein Team gut ein. Er erwartet einen robusten und physisch starken Gegner. Der 37-Jährige weiß, dass das Team von Christian Benbennek insbesondere im Landespokal über sehr viel Erfahrung verfügt.

Der BFC, der den Berliner Pokal zuletzt 2018 gewann, erwartet eine schwere Aufgabe und ein Spiel auf Augenhöhe. Trainer Benbennek glaubt aber, dass sein Team - wie schon im Spiel gegen den haushohen Favoriten Viktoria - mit der größeren Entschlossenheit gewinnen wird. "Wir hatten einen guten Plan und den größeren Willen an dem Tag", blickt der Trainer auf den Sieg gegen Viktoria zurück. "Die Partie gegen den BAK ist aber ein komplett anderes Spiel. Es wird - wie so oft - auf die Tagesform ankommen", meint Benbennek.

Die Bedeutung des Spiels - auch in finanzieller Hinsicht - ist dem Trainer bewusst. "Es wäre ein Riesen-Bonus für den Verein und würde die Mannschaft für die Vorbereitung auf die neue Saison nochmal zusätzlich pushen", ist sich der BFC-Coach sicher. Er hofft, dass das Pokalfinale zusätzlich bereits jetzt der Startschuss für eine Zeit ist, die nicht mehr von der Pandemie bestimmt wird.

Am Samstag werden die Auswirkungen vorerst weiter deutlich zu spüren sein. Im Mommsenstadion sind keine Zuschauer zugelassen. Trotzdem wird die Berliner Fußballszene wohl ganz genau hinschauen, welches der beiden Überraschungsteams sich den Pokal holt - und diesmal vielleicht sogar richtig tippen.

Sendung: rbb|24-Livestream, 29.05,21, 13 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Auf Dynamo, KÄMPFEN UND SIEGEN

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