Interview | Hertha-Präsident Werner Gegenbauer - "Dardai hat es verstanden, die Mannschaft zu stabilisieren"

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer (Quelle: imago images/Andreas Gora)
Audio: Inforadio | 30.05.2021 | Dennis Wiese | Bild: imago images/Andreas Gora

Pal Dardai wird auch in der nächsten Saison Cheftrainer von Hertha BSC sein - das wurde am Sonntag auf einer Mitgliederversammlung mitgeteilt. Klub-Präsident Werner Gegenbauer hält das für die richtige Entscheidung. Warum, erklärt er im Interview.

rbb|24: Herr Gegenbauer, Pal Dardai bleibt Trainer von Hertha BSC. Warum ist das für den Verein eine gutes Zeichen?

Gegenbauer: Es ist eine gute Nachricht, dass sich die sportliche Leitung um Fredi Bobic dafür entschieden hat. Wenn die neue Entscheidung so ist, zeigt das, dass die alte Entscheidung nicht so falsch war.

Sie sagen bereits, dass Fredi Bobic mit entschieden hat. Wer hat sich sonst noch für Dardai stark gemacht?

Es ist am Ende ganz egal, wer sich für ihn stark macht. Am Ende entscheidet die Geschäftsführung. Die hat ihn vorgeschlagen und dem sind wir gerne gefolgt. Dass ich gesagt habe, dass ich mich freuen würde, wenn die Entscheidung so ausfällt, wissen Sie. Das habe ich ja schon vorher gesagt.

Was spricht für Pal Dardai? Was hat er in den letzten Monaten richtig gemacht? Was hat ihn ausgemacht und was erhoffen Sie sich in der Zukunft von ihm?

Es wird immer zum Schluss abgerechnet. Er hat es in der Tat verstanden, diese Mannschaft zu stabilisieren und vor dem letzten Spieltag den Abstieg auszuschließen. Das zweite ist, dass er in der Konstellation mit seinem Trainerteam deutlich gereift ist. Ich kenne ihn noch von vor vier Jahren. Ich kann nur sagen, dass ich ein mehr als gutes Gefühl habe, dass er sowohl die Ansprache, als auch das Miteinander im Konstrukt Hertha BSC mittlerweile perfekt händeln kann. Ich bin sehr froh, dass es so ausgegangen ist.

Wie haben Sie ansonsten die Stimmung auf der Mitgliederversamlung erlebt, die ja diesmal nur digital stattfinden konnte?

Es ist schlicht und einfach so, dass die ganzen Emotionen überhaupt nicht rauskommen - das ist klar. Das ist auf der einen Seite nicht so anstrengend, auf der anderen Seite ist es schade, weil es mehr Spaß mit Emotionen macht. Darum geht es ja auch. Hoffen wir mal, dass es die letzte Mitgliederversammlung in dieser Form war. Für alle, die nicht in Person kommen können, ist das digitale Angebot aber natürlich großartig. Ich hoffe deshalb, dass wir eine Satzungsänderung hinbekommen, die uns ein Hybrid-Angebot ermöglicht.

Es gab einen Antrag auf Ihre Abwahl. Ist das etwas, dass Sie nervt? Oder sagen Sie: Ich bin so lange dabei, das gehört einfach dazu.

Nerven tut es mich eigentlich nicht und ich akzeptiere auch, dass es das gute Recht der Mitglieder ist, diese Anträge zu stellen. Wenn man das so nicht haben möchte, muss man eine Satzungsänderung machen und das ist nun wirklich nicht mein Thema. Ich stelle mich den Anträgen.

Eine Frage noch zur Mitgliederzahl: Man hat in den letzten Monaten immer wieder vernommen, dass es den Klub wurmt, dass der 1. FC Union Hertha BSC bei der Anzahl der Mitglieder überholt hat und in diesem Bereich jetzt die Nummer eins der Stadt ist. Gibt es da Entwicklungen?

Unsere Entwicklung steht jetzt in etwa bei 38.500 Mitgliedern. Das ist doch sehr erfreulich. In einer Zeit, in der wir den Mitgliedern so gut wie gar nichts zu bieten haben und ihnen eine ganze Menge zugemutet haben, sind wir nicht nur stabil, sondern noch gewachsen. Es ist also schon eine ganz schön treue Hertha-Familie beieinander.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Dennis Wiese, rbb Sport.

Sendung: rbbUM6, 30.05.21, 18 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Jooh, Hertha kann diesem bodenständigen Trainer echt dankbar sein. Er hat den Laden endlich aus Wolkenkuckucksheim raus geholt und für Bodenhaftung gesorgt. Ich denke das tut dem Verein, der Mannschaft auch in Zukunft gut und verschafft auch wieder Sympathiepunkte.

    Ansonsten hatte ich echt den Eindruck gewonnen - o.k. Berlin - große Fresse und nichts können.
    Da haben die Eisernen schon ein viel schöneres Bild abgeliefert...

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