Christopher Lenz vor Unions Spiel in Freiburg. Quelle: imago images/Jan Huebner
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Christopher Lenz vor Union-Abschied - "Ich möchte nie bereuen, etwas nicht getan zu haben"

Auf Union warten im Saisonendspurt drei schwere Gegner. Trotzdem will der Klub die europäischen Ränge unbedingt erreichen. Für Christopher Lenz sind die letzten drei Partien eine emotionale Abschiedstournee - er verlässt den Verein im Sommer.

Unions Linksverteidiger Christopher Lenz kämpft im Saisonendspurt mit seiner Mannschaft um die internationalen Ränge. Ihm persönlich würde das Erreichen des europäischen Wettbewerbs mit Union allerdings sportlich gar nichts bringen. Der 26-Jährige verlässt Berlin im Sommer und wechselt zu Eintracht Frankfurt.

Wenige Wochen vor dem Ende seiner Zeit bei den Köpenickern sprach Lenz in einer Medienrunde unter anderem über ...

… seine letzten Spiele im Trikot von Union Berlin

Natürlich bin ich ein bisschen zwiegespalten. Ich freue mich auf die letzten drei Spiele, weil wir noch richtig etwas erreichen können. Ich weiß aber auch, dass es meine letzten Partien für Union sein werden. Seit zwei Wochen denke ich da immer wieder dran. Ich habe hier die bislang schönste Zeit meiner Karriere verbracht. Ich bin Bundesliga-Profi geworden, habe mich durchgesetzt und wir spielen wieder eine geile Saison. Teilweise durfte ich die Bundesliga vor Fans im Stadion An der Alten Försterei erleben. Hinzu kommt, dass ich hier geboren bin und meine Familie und Freunde hier habe. Da macht sich auf jeden Fall Wehmut breit, wenn ich im Sommer den nächsten Karriereschritt gehe. Ich werde aber viele schöne Erinnerungen mitnehmen. Die werden für immer bleiben.

… die Gründe für seinen Wechsel zu Eintracht Frankfurt

Ich bin 26 Jahre alt. Frankfurt ist für mich der nächste Karriereschritt. Natürlich gab es auch den Gedanken, bei Union zu bleiben und meinen Vertrag zu verlängern. Das wäre für mich auch ein bisschen Bequemlichkeit gewesen, weil ich hier alles habe und mich sehr wohl fühle. Grundsätzlich strebe ich aber immer nach mehr. Ich möchte nie im Nachhinein bereuen, etwas nicht getan zu haben. Frankfurt ist der nächste Schritt für mich, um eventuell auch mal international zu spielen. Damit erfülle ich mir einen Kindheitstraum.

… das Ziel, mit Union die europäischen Plätze zu erreichen

Das ist für mich sehr wichtig. Wir als Mannschaft, aber auch jeder einzelne Spieler würde sich damit hier im Verein fast unsterblich machen. Das haben wir damals fast schon mit dem Aufstieg geschafft. Wenn wir aber im zweiten Bundesliga-Jahr mit Union so etwas erreichen würden, wäre das unglaublich - das ist mein Ansporn. Wir hatten jetzt ein paar Tage die Möglichkeit, die Akkus aufzuladen, um in den nächsten Wochen noch einmal alles zu geben.

… die Gegner in den kommenden Wochen (Wolfsburg, Leverkusen, Leipzig)

Einfache Gegner (lacht). Nein, ich glaube jeder weiß, dass das drei Topteams sind, und auch die Tabelle kann jeder lesen. Bei Wolfsburg kann ich mich in dieser Saison an kein schlechtes Spiel erinnern. Sie sind unglaublich konstant und deswegen eine sehr harte Nuss. Man hat das Gefühl, dass der Verein im Moment funktioniert. Wir haben aber in den letzten beiden Jahren gezeigt, dass wir gegen die Topmannschaften bestehen und Überraschungen möglich machen können. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Im Endeffekt ist es egal, wer uns gegenübersteht. Natürlich brauchen wir gegen manche Mannschaften aber einen perfekten Tag und ein bisschen Glück. Wir können vieles aber auch durch unseren Mannschafts- und Vereinsgeist wett machen.

… über das anstehende Duell mit seinem Freund Maximilian Philipp vom VfL Wolfsburg

Ich sage ihm, dass er besser nicht spielen sollte, weil er keine Chance hat gegen uns und er sagt mir dasselbe (lacht). Es macht schon Spaß in der Woche vor dem Spiel. Ich hoffe, dass wir beide gesund bleiben und uns dann auch wirklich sehen. In der Hinrunde hat er sich ja leider kurzfristig verletzt und konnte nicht dabei sein. Solche Begegnungen sind für mich immer ganz besonders. Grundsätzlich möchte ich privat eigentlich gar nicht so sehr, dass meine Freunde etwas mit dem Fußball zutun haben, weil ich gerne auch mal abschalte. Mit ihm ist es aber perfekt, er ist wie mein Bruder. Wir hatten beide schon schwierige Zeiten und waren füreinander da, weil wir einander verstehen. Man kann nachvollziehen, wenn der Trainer scheiße oder man selbst mal nicht gut drauf ist. Wir holen uns meistens gegenseitig aus dem Loch und bislang sieht es für uns beide ja auch ganz gut aus.

Sendung: Inforadio, 04.05.21, 17:15 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Wünsche Dir viel Glück,Danke für Deine Gute Entwicklung.Auch Dank Dir stehen wir so gut da.
    Hätte ein paar Tore mehr sein sollen, mach Sie nächstes Jahr gegen die anderen

  2. 4.

    Ist natürlich super, wenn der Trainer der einen geholt hat schon weg ist bevor man da anfängt.

    "Augen auf bei der Berufswahl". Mal sehen wer nächste Saison besser abschneiden wird. SGE oder FCU?

    Andersson und Gikiewicz dachten ja ähnlich.

  3. 1.

    Nimm gleich noch den Kruse , Prömel, Trimmel ,Teuchert.und alle anderen Unsymphaten mit ..

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