Vor letztem Bundesliga-Spieltag - Europa für Union zum Greifen nah

Taiwo Awoniyi, Max Kruse und Joel Pohjanpalo im Spiel gegen Leverkusen. Quelle: imago images/Jürgen Schwarz
Bild: imago images/Jürgen Schwarz

Durch ein Remis in Leverkusen und eine gleichzeitige Niederlage von Borussia Mönchengladbach sprang Union am Samstag auf den Conference-League-Platz. Das Ziel, im nächsten Jahr europäisch zu spielen, ist für die Köpenicker so nah wie nie zuvor.

Es ist erst ein paar Woche her, dass Union - nach dem offiziellen Erreichen des Klassenerhalts - ein neues Ziel ausrief: die europäischen Ränge in der Fußball-Bundesliga. "Wenn du eine Möglichkeit hast, die Chance zu nutzen, dann musst du doch versuchen sie zu nutzen." Rund einen Monat ist es her, dass Urs Fischer mit diesem Satz auch öffentlich eine neue Marschroute vorgab. Union-Präsident Dirk Zingler sprach im Anschluss vom möglichen Erreichen des internationalen Wettbewerbs als "Kirsche auf der dicken fetten Sahnetorte".

Jetzt, einen Spieltag vor Saisonende, ist das Ziel plötzlich zum Greifen nah. Union steht nach dem Remis bei Bayer Leverkusen und dem Ausrutscher von Konkurrent Borussia Mönchengladbach (1:2-Niederlage gegen Stuttgart) auf dem siebten Tabellenrang, der zur Qualifikation für die neue Europa Conference League reichen würde. Gegen RB Leipzig können die Köpenicker diesen Platz aus eigener Kraft sichern. Es wäre im zweiten Bundesligajahr eine sensationelle Leistung des Teams von Urs Fischer.

Union dominiert gegen Leverkusen

"Wir sind Union Berlin und erst das zweite Jahr in der Bundesliga, wenn wir den siebten Platz erreichen und international spielen, wäre das schon ein Riesen-Ding", schwärmte Innenverteidiger Marvin Friedrich nach dem 1:1 seiner Mannschaft bei Bayer Leverkusen.

Union zeigte in der BayArena einen durchaus ansprechenden Auftritt. Die Fischer-Elf bestimmte die Begegnung über weite Strecken und hätte eigentlich sogar noch mehr verdient. Union schoss öfter aufs Tor, lief mehr als der Gegner, hatte mehr Ballbesitz und eine bessere Pass- und Zweikampfquote. Einzig die mangelnde Effektivität in der Offensive verhinderte den Sieg im Rheinland.

Unions starker Kapitän Christopher Trimmel, der gegen Leverkusen alle seine Zweikämpfe gewann, zeigte sich nach der Partie dennoch zufrieden: "Es war ein gutes Spiel. Mit dem 1:1 können wir gut leben. Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft, deshalb ist das schon in Ordnung", sagte der Österreicher.

Stand jetzt: Rom, Tottenham und Arsenal mögliche Gegner

Auf Trimmel und seine Mannschaftskollegen wartet mit RB Leipzig zum Abschluss jetzt noch einmal eine große Aufgabe. Dass die Eisernen aber auch gegen die Bundesliga-Schwergewichte bestehen können, haben sie in dieser Spielzeit bereits zur Genüge bewiesen. "Da freuen wir uns drauf, wir haben ein Heimspiel, wir wissen, da sind wir sehr, sehr stark, und wir hoffen, dass wir es schaffen", blickte Trimmel kurz nach der Partie in Leverkusen bereits auf den letzten Spieltag.

Ein Sieg reicht den Eisernen, die derzeit 47 Punkte auf dem Konto haben, auf jeden Fall. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage gegen die Sachsen müsste Union auf weitere Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Borussia Mönchengladbach (46 Punkte) tritt bei Werder Bremen an, Stuttgart und der SC Freiburg (je 45 Punkte) treffen auf Bielefeld und Frankfurt.

Erreicht ist das Ziel also noch nicht, es ist aber so nah wie nie zuvor. Die Union-Fans dürfen von europäischen Spielen gegen mögliche Gegner wie AS Rom, die Tottenham Hotspurs oder den FC Arsenal träumen, die sich nach derzeitigem Stand über ihre nationalen Wettbewerbe für die neu geschaffene Europa Conference League qualifizieren würden.

Sendung: rbbUM6, 16.05.21, 18 Uhr

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