Berliner Handballerinnen vor Bundesliga-Relegation - Die Spreefüxxe stehen auf der Schwelle zurück in die erste Liga

Die Spielerinnen der Spreefüxxe jubeln. Quelle: dpa/Eibner-Pressefoto
Video: rbb24 | 28.05.2021 | Dennis Wiese | Bild: dpa/Eibner-Pressefoto

Die Spreefüxxe befinden sich vor entscheidenden Tagen: Am Sonntag steht für die Berliner Handballerinnen das erste Relegationsspiel um den Aufstieg in die Bundesliga an. Gegen Buchholz 08-Rosengarten wollen die Berlinerinnen die Rückkehr ins Oberhaus schaffen.

Fünf Jahre ist es mittlerweile her, dass die Spreefüxxe zuletzt in der Handball-Bundesliga der Frauen spielten. 2016, nur zwei Jahre nach dem Aufstieg ins Oberhaus, gaben die Berliner Handballerinnen bekannt, keine Lizenz mehr für die erste oder zweite Liga beantragen zu wollen. Aus finanziellen Gründen trat der Klub freiwillig den Weg in die dritte Liga an und startete einen Neuanfang.

Die Spreefüxxe sind stark auf Sponsoren- und - in nicht Corona-Zeiten - Ticketeinnahmen angewiesen. Mittlerweile hat sich der Verein gefestigt und fühlt sich finanzielle gewappnet für eine Rückkehr in die Bundesliga. Und auch sportlich sieht es gut aus. Am kommenden Sonntag (16 Uhr) steht für die Mannschaft von Trainerin Susann Müller gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten das erste von zwei Relegationsspielen um den Aufstieg auf dem Programm. Die Rückkehr in die erste Liga ist für die Berlinerinnen greifbar.

Nina Müller als Ruhepol und Leitfigur

"Die Vorfreude ist natürlich riesig", sagt die erfahrenen Ex-Nationalspielerin Nina Müller lächelnd. "Das sind die Spiele, auf die wir die ganze Saison hingearbeitet haben", ergänzt sie voller Vorfreude. Lange Zeit stand sie mit ihrer Mannschaft sogar auf dem ersten Platz, hatte den direkten Aufstieg im Blick und hätte so die nervenaufreibenden Relegationsspiele vermeiden können. "Es wurde alles ein bisschen erschwert durch die ganzen Corona-Geschichten", sagt Müller seufzend. "Spielverlegungen, Quarantäne und so weiter. Jetzt ist es aber soweit und wir freuen uns auf das Ende der Woche, wenn es so richtig ernst wird."

Die 40-Jährige gilt als Ruhepol in der Mannschaft. Sie hat im Handball bereits viel erlebt und unter anderem mit der Nationalmannschaft, für die sie fast 200 Mal auflief, große Spiele absolviert. Sie soll das junge Team der Spreefüxxe in den Relegationsspielen leiten und zum Aufstieg führen. "Das heißt nicht, dass ich nicht aufgeregt bin, nur weil ich ein bisschen älter bin oder schon ein bisschen was durch habe", sagt die Ehefrau von Trainerin Susann Müller lachend. "Ich kenne aber natürlich solche Spiele. Knall oder Fall sagt man - beziehungsweise alles oder nichts. Vielleicht kann ich da der einen oder anderen die Anspannung noch ein bisschen nehmen."

"Etat ist deutlich höher als vor fünf Jahren"

Viel Erfahrung hat auch Britta Lorenz. Die Managerin betreut die Spreefüxxe schon seit langem, kam 2010 in den Verein. Sie hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass neben der sportlichen Grundlage auch die wirtschaftliche Basis für eine Rückkehr in den Profi-Handball und die erste Liga gelegt wurde. "Wir haben sehr intensiv an neuen Sponsoren, Konzepten und allen möglichen Marketingaktionen gearbeitet", erklärt Lorenz. "Wir sehen uns jetzt gut aufgestellt. Mit einem kleinen Erstliga-Etat, wenn es denn möglich sein sollte, dort zu spielen. Der Etat ist aber deutlich höher als vor fünf Jahren", sagt Lorenz.

In den Relegationsspielen gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten sehen sich die Spreefüxxe auf Augenhöhe. Der niedersächsische Klub ist erst letzte Saison in die Bundesliga aufgestiegen, beide Vereine kennen sich also aus gemeinsamen Zweitliga-Zeiten. Die Spiele gegen Rosengarten waren schon damals immer eng. Die Berlinerinnen beschreiben die Chancen deshalb 50 zu 50. "Die haben mehr zu verlieren als wir", sagt Britta Lorenz lachend. "Als Zweitligist können wir nur gewinnen", sagt sie entschieden. Die Spreefüxxe wollen eine lange, erfolgreiche Saison krönen und nach fünfjähriger Abstinenz den Berliner Frauen-Handball wieder in der höchsten deutschen Spielklasse repräsentieren.

Sendung: rbbUM6, 26.05.21, 18 Uhr

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