Interview | Robert Andrich vor Wolfsburg-Spiel - "Das wird eine schöne Aufgabe für uns"

Union-Spieler Robert Andrich klatscht (Quelle: Imago Images / Contrast / O. Behrendt)
Bild: Imago Images / Contrast / O. Behrendt

Der Name Robert Andrich fällt bei Transfergerüchten um den 1. FC Union Berlin immer wieder. Andrich sieht das als Lob, wie er im Interview sagt. Außerdem spricht er über den Europa-Pokal, das Spiel gegen Wolfsburg und seine neue Klobrille.

Herr Andrich, ich würde gerne mit Ihnen über eine Klobrille reden. "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" hat Ihr Eigentor in Frankfurt als "Kacktor des Monats März" gekürt und Ihnen die goldene Klobrille überreicht. Hat sie schon einen Platz gefunden?

Robert Andrich: Hat sie noch nicht. Sie liegt noch unten im Keller. Ich habe überlegt, sie bei mir in meinen Zockerraum reinzumachen, aber habe noch keinen richtigen Platz gefunden.

Jetzt gibt es noch eine andere Möglichkeit, eine Auszeichnung mit dem 1. FC Union Berlin zu gewinnen. Die Teilnahme am Europa-Pokal ist noch immer greifbar.

Es wäre schon wirklich eine Wahnsinnssache und so lange es noch möglich ist, sind wir noch voller Tatendrang, das zu schaffen. Wir haben es so ein bisschen in der Hand, weil wir im direkten Duell gegen Leverkusen spielen. Aber wir wissen auch, dass mit Wolfsburg und Leipzig noch gute Mannschaften vor uns liegen. Von daher sind wir selbstbewusst, wissen aber auch, dass vier Punkte Rückstand in drei Spielen aufzuholen, eine Hausmarke sein wird. Aber wir werden es natürlich versuchen.

Vor den letzten Spielen hat Ihr Präsident Dirk Zingler gesagt, sie haben den "Spaßauftrag". Sie sollen das einfach genießen. Wie viel Spaß können diese drei Spiele machen?

Das werden wir sehen. Wenn wir alle drei Spiele verlieren, dann haben wir wahrscheinlich nicht so einen Spaß gehabt. Aber natürlich kannst du ein Stück lockerer an die Sache rangehen, weil du nicht den unbedingten Zwang haben musst, Sechster zu werden. Für uns wäre es überragend. Diese Option überhaupt zu haben, in dieser Phase der Saison noch vorne reinzurücken, muss uns eine gewisse Lockerheit geben, aber auch den Willen, das zu packen.

Ihr kommender Gegner Wolfsburg hat eine ganz starke Saison gespielt. Wie haben Sie das verfolgt?

Ich denke, dass sie sehr eingespielt sind und sehr selten ihre Anfangsformation wechseln müssen. Sie haben ein klares System, was einfach sehr gut funktioniert. Dazu haben sie auch eine Menge Qualität und brauchen nicht viele Möglichkeiten, um Tore zu machen. Sie sind unheimlich abgeklärt, haben viele Spieler dabei, die schon einiges erlebt haben. Das wird eine schöne Aufgabe für uns.

Welche Erinnerungen haben sie ans Hinspiel gegen Wolfsburg?

Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel. Beide Spiele bei uns in der Alten Försterei waren ziemlich eng. Letztes Jahr mit der 2:0-Führung und danach mit dem 2:2 war es ein bisschen ärgerlich. Aber ich glaube, dass wir bei allen Spielen relativ auf Augenhöhe waren. Wir werden versuchen, das wieder zu machen und dieses Mal noch einen Tick besser zu sein, um Wolfsburg vielleicht zu bezwingen.

Jetzt geht die Saison zu Ende. Die Transfers und die Gerüchteküche beginnen. Auch Ihr Name taucht da immer wieder auf. England fällt. Wie gehen Sie mit diesen Gerüchten um?

Ich gehe damit eigentlich relativ entspannt um. Mich freut es ja, dass ich in den Medien anscheinend Thema bin. Das bedeutet ja, dass man gar nicht so schlecht abgeliefert hat. Deswegen kann man das als Lob nehmen. Aber ich mache mir da eigentlich wenig Gedanken. Wir haben noch drei wichtige Spiele, wo wir noch etwas Historisches schaffen können. Momentan werden ja eher Trainer gewechselt anstatt Spieler. Von daher sind wir als Spieler eventuell dieses Jahr da ein bisschen hinten ran.

Sie sind 26 Jahre alt und ein etablierter Bundesligaspieler. Sie sagen, die Aufmerksamkeit ist ein Lob für Ihre Leistung. Welche Ziele haben Sie denn noch für die Zukunft?

Persönliche Ziele sind natürlich schon mal, eine internationale Hymne zu hören. Ob es jetzt Europa-Pokal oder Champions League ist. Ob und wann man das irgendwann erreichen kann, wird man sehen. Ich werde jetzt 27 und hoffe, dass ich jetzt schon noch sieben, acht Jahre wie Gente [Anm. d. Red.: Christian Gentner] Fußball spielen kann. Das heißt, es ist noch eine gewisse Zeit bis dorthin.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Dennis Wiese, rbb Sport.

Sendung: rbb UM6, 06.05.2021, 18 Uhr

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