DFB-Präsident Fritz Keller (Quelle: imago images/Martin Hoffmann)
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Audio: Inforadio | 03.05.2021 | Tim Brockmeier | Bild: imago images/Martin Hoffmann

Krisengipfel in Potsdam - Landes- und Regionalverbände fordern Rücktritt von DFB-Präsident Keller

Beim Krisengipfel in Potsdam haben die Fußballlandes- und Regionalverbände den Rücktritt von von DFB-Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius gefordert. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Sonntag nach dem zweitägigen Krisengipfel mitteilte, wurde Keller und Curtius das Vertrauen entzogen. Vizepräsident Rainer Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge sei das Vertrauen der Landeschefs dagegen ausgesprochen worden.

Koch nimmt Entschuldigung Kellers nicht an

"Die Konferenz der Präsidenten der Regional- und Landesverbände missbilligt den von DFB-Präsident Fritz Keller vorgenommenen Vergleich des 1. Vizepräsidenten Rainer Koch mit dem Nazi-Richter Roland Freisler", hieß es in einem Statement. Eine derartige Äußerung sei "völlig inakzeptabel und macht uns fassungslos. Sie wird auf das Schärfste verurteilt. Die Äußerung des Präsidenten ist mit den Grundsätzen und Werten der Verbände nicht vereinbar."

Am Rande des Meetings kam es zu einer Aussprache von Keller und Koch. Die Entschuldigung Kellers wurde allerdings von Koch weiterhin nicht akzeptiert. "Fritz Keller und ich haben uns in einem ausführlichen respektvollen Gespräch ausgetauscht, in dem er mir noch einmal seine Entschuldigung übermittelt hat", wurde Koch vom DFB zitiert, "ich habe diese Entschuldigung entgegengenommen. Eine Bewertung des Sachverhalts überlasse ich den dafür zuständigen Gremien und möchte den Sachverhalt daher nicht weiter kommentieren."

Sendung: Inforadio, 03.05.2021, 06:15 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Ja, da hat der gute Fritz Keller sich leider völlig gehen lassen und mit seiner Aussage gegenüber Koch völlig die Grenze überschritten - wenngleich Koch ´n Aasch is. Das war ein völlig unpassender und geschichtsrelativierender Vergleich.

    Der DFB ist einfach nicht Kellers Welt, er ist dort mit seinem Versuch, es menscheln zu lassen, gescheitert und sollte sich das meiner Meinung nach auch selbst nicht mehr länger antun.

    Und wenn ich das auf dem Foto richtig sehe, schielt er ja vielleicht schon mit einem Auge wieder auf den seit seinem Abgang beim SCF immer noch vakanten Präsidentenposten. ;-)

  2. 2.

    Ich frage mich, wie abgrundtief das Zerwürfnis zwischen Keller auf der eine Seite und Koch und Curtius auf der anderen Seite ist. Offenbar hat sich Keller nur als Gallionsfigur gesehen, zwar Präsident, der aber wird als Grüß-August gesehen und die eigentlichen Dinge passieren vom Stellvertreter abwärts.

    Und, im Weiteren, frage ich mich, wie weit wir als Gesellschaft eigentlich davon weg sind, den tiefsten Einschnitt in der deutschen Geschichte als dasjenige zu begreifen, was er in seiner negativen Singularität ist: Roland Freisler war der blutigste Kopf des NS-deutschen systematischen Vernichtungsapparates. Ihn nur als Schreier und Strippenzieher zu sehen, verkennt ihn gewaltig.

  3. 1.

    Die Forderung der Verbände kann ich absolut nachvollziehen. Hier hat Keller, der ohnehin nicht wirklich durch Kompetenz auffiel, definitiv eine Grenze überschritten, die man nicht überschreiten darf, erst recht nicht als Präsident eines solchen Verbandes.

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