Jens Lehmann äußert Reue - "Man darf solche Sprüche nicht machen"

Jens Lehmann (imago images/Sven Simon)
Bild: imago images/Sven Simon

Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann hat sich für seine rassistische Whatsapp-Nachricht an TV-Experte Dennis Aogo erneut entschuldigt. "Man darf solche Sprüche nicht machen, sonst werden sie gesellschaftsfähig", schrieb der ehemalige Nationaltorwart beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Ich möchte mich dafür noch einmal von ganzem Herzen entschuldigen, ich bedauere meine Äußerung zutiefst und bitte jeden um Verzeihung, der sich dadurch verletzt gefühlt hat", fügte der 51-Jährige am Donnerstag an.

Lehmann hatte mit einer versehentlich an Aogo direkt geschickten Nachricht für Empörung gesorgt. Darin schrieb der ehemalige Schlussmann per WhatsApp: "Ist Dennis eigentlich euer quotenschwarzer?" Versehen war der Satz mit einem Lach-Smiley vor dem Fragezeichen. An wen er die Nachricht eigentlich schicken wollte, ist weiter unklar. Aogo, der als Experte für den Sender Sky arbeitet, veröffentlichte die Aussage bei Instagram und schrieb dazu: "WOW dein Ernst? @jenslehmannofficial Die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht!!!"

Erneute Entschuldigung

Als Reaktion auf Lehmanns Fehlverhalten entzog Lars Windhorst als Investor von Hertha BSC dem ehemaligen Torwart den Sitz im Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten. Die Sender Sky und Sport1 kündigten an, künftig auf Auftritte Lehmanns in ihren Sendungen zu verzichten.

Dieser hatte sich bereits am Mittwoch bei Aogo entschuldigt und öffentlich erklärt: "In einer privaten Nachricht von meinem Handy an Dennis Aogo ist ein Eindruck entstanden für den ich mich im Gespräch mit Dennis entschuldigt habe", schrieb Lehmann bei Twitter. Der 51-Jährige ergänzte über Aogo: "Als ehemaliger Nationalspieler ist er sehr fachkundig und hat eine tolle Präsenz und bringt bei Sky Quote." Mit seiner erneuten Entschuldigung räumte Lehmann nun auch inhaltlich sein nicht akzeptables Verhalten ein.

Aogo lässt Experten-Job ruhen

Derweil lässt Dennis Aogo seinen Experten-Job beim TV-Sender Sky ungeachtet der Lehmann-Äußerungen ab sofort vorerst ruhen. Aogo hatte am Dienstag und am Rande des Champions-League-Spiels zwischen Manchester City und Paris Saint-Germain gesagt: "Es ist einfach unglaublich schwer, sie zu verteidigen. Weil, davon gehe ich aus, sie das trainieren bis zum Vergasen."

Das Wort "Vergasen" gilt seit der Giftgasmorde der Nationalsozialisten als kritisch. Aogo selbst äußerte sich gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Dieses Wort darf man selbstverständlich in überhaupt keinem Zusammenhang verwenden. Das war ein großer Fehler, ich kann mich dafür nur aufrichtig entschuldigen."

Sendung: rbb UM6, 06.05.2021, 18.15 Uhr

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