Nach Corona-Quarantäne - Hertha BSC erkämpft sich ein 1:1 in Mainz

Hertha-Profi Matheus Cunha im Auswärtsspiel in Mainz. / imago images/Eibner
Audio: Inforadio | 04.05.2021 | Simon Wenzel | Bild: imago images/Eibner

Hertha BSC hat sich mit einem Unentschieden aus der Corona-Quarantäne zurückgemeldet und damit einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf geholt. In Mainz spielten die Berliner 1:1. Dabei mussten sie in der ersten Hälfte viele brenzlige Situationen überstehen.

Remis bei der Rückkehr: Hertha BSC hat sich am Montagabend bei Mainz 05 ein 1:1 (1:1) erarbeitet. Damit verkürzten die abstiegsbedrohten Berliner den Abstand auf den rettenden 15. Tabellenplatz auf drei Punkte. Lucas Tousart hatte die Gäste aus der Hauptstadt in Führung geköpft (36.), Philipp Mwene vier Minuten später den verdienten Mainzer Ausgleich erzielt.

Der Spielverlauf

Es dauerte nur wenige Minuten, bis Hertha unter Druck geriet. Das Mainzer Selbstbewusstsein war spürbar - ebenso wie die (defensive) Unsicherheit der Berliner. Das Team von Pal Dardai konnte sich glücklich schätzen, dass die Gastgeber allzu fahrlässig mit ihren Großchancen umgingen. Jean-Paul Boetius traf erst wenige Meter vor dem Tor freistehend den Ball nicht richtig (8.) und kurz darauf knallte der Mainzer ihn aus spitzem Winkel an die Unterkante der Latte (9.).

Hertha beeindruckte das sichtlich. Sie wurden von Minute zu Minute passiver - und kamen nur noch selten aus der eigenen Hälfte. Konstruktive Offensiv-Aktionen? Fehlanzeige. Stattdessen musste Keeper Alexander Schwolow sein Team retten, als er in höchster Not im Eins-gegen-Eins gegen Adam Szalai klärte (21.). Doch während Mainz Top-Chance um Top-Chance vergab, trafen die Berliner aus dem Nichts: Einen Freistoß von Trainer Sohn Marton Dardai köpfte Lucas Tousart zur 1:0-Gästeführung ein (36.).

Es war eine völlig überraschende Wendung für die Partie und fast hätte Hertha sogar nachgelegt: Matheus Cunha gelang aus bester Position jedoch nur ein unplatzierter Schuss (38.). Danach war - in einem äußerst intensiven Spiel - die kurze Offensivphase der Berliner jedoch wieder Geschichte. Nun schlug Mainz zurück. Und wie. Philipp Mwene schoss aus 22 Metern den Ball zum 1:1 in den Winkel des Gäste-Tores (40.).

Es war der hochverdiente Ausgleich für überlegene Mainzer. Doch nach der Pause endete der Dauer-Druck des Teams von Bo Svensson. Das Spiel verlor an Tempo und Hertha gewann an Stabilität. Erst nach einer Stunde wurde es wieder gefährlich - und das auf beiden Seiten: Schwolow parierte einen Kopfball von Jeremiah St. Juste nach einer Ecke (61.) und einen Abschluss von Karim Onisiwo aus spitzem Winkel (62.), sein Gegenüber Robin Zentner zeigte bei einem Schlenzer von Matheus Cunha eine starke Flug-Show (65.).

Was auf dem Rasen passierte, sah nun nach dem aus, was die Tabellenkonstellation vermuten ließ: Abstiegskampf. Spielerische Elemente waren Mangelware, Torchancen auch. Mit einer großen Ausnahme: Nach 82 Minuten brachte Vladimir Darida einen Ball scharf in den Fünfmeterraum, wo der eine Minute zuvor eingewechselte Krzysztof Piatek jedoch aus zwei Metern am leeren Tor vorbeischoss. So blieb Hertha BSC das ganz große Comeback verwehrt.

Die Kurzanalyse

Als Pal Dardai nach der Partie im Presseraum über das Spiel seiner Mannschaft sprach, klang der Hertha-Coach äußerst zufrieden. "Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Das war ein guter Start", sagte er. Das 1:1 bei den formstarken Mainzern passt in den Vier-Punkte-Plan, den der Ungar vor dem Duell für die drei Nachholspiele ausgerufen hatte. Es könnte der erste Schritt der erhofften - und dringend benötigten - Aufholjagd sein. "Nach zwei Wochen ohne Fußball-Training hat die Mannschaft bis zur letzten Minute einen unheimlich guten Fight geliefert. Sie ist fit, sie ist gewillt und sie steht zusammen", lobte auch Sami Khedira das Team.

Worte, die nicht darüber hinwegtäuschen sollten, dass der Punkt schmeichelhaft war. Denn hätte Mainz in der ersten halben Stunde seine Chancen konsequenter genutzt, wäre es wohl ein bitterer Abend für die Berliner geworden. Während die Herthaner Mühe hatten, wieder in den Rhythmus zu finden, vergaben die Gastgeber das mögliche 1, 2 und 3:0. "Da hätte Mainz locker in Führung gehen können. Aber das haben wir überlebt. Mal hatten wir Glück - und mal hat Alex Schwolow gut gehalten", sagte Dardai. Was folgte, kann ihm und seinem Team Hoffnung machen. Denn Hertha kam zunehmend in der Partie an. Die zweite Halbzeit war vollends ausgeglichen - mit der Chance zum Lucky Punch. Und: Der befürchtete körperliche Einbruch nach der Quarantäne blieb aus. Ein Mutmacher für Donnerstag. Dann kommt Freiburg ins Olympiastadion.

Das sagt das Netz

Es geht nicht wirklich gut los für Hertha. Mainz stürmt - und hat Chancen. Aber die Berliner können sich auf ihren Torhüter verlassen.

Das 1:0 für das Team von Pal Dardai fällt äußerst überraschend. Ebenfalls für Verwunderung sorgt, wie der Ball im Tor landet.

Und dann ist da ja noch die 82. Minute. Und die Chance von Krzysztof Piatek. Die nimmt der ein oder andere sogar mit in den Schlaf ...

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Sendung: Inforadio, 04.05.2021, 08:00Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Schade das die Blitztabelle nicht aktualisiert wird.

  2. 1.

    So Jungs - nu' mal ran. Gegen Mainz war zum Warmwerden - mit Singen und Lachen war da nichts. Ohne zu Unken - den deutschen Meister könnt' ihr diese Saison knicken, aber ein Klassenerhalt sollte doch drin sein.
    Was soll denn sonst aus dem nächsten Hauptstadtderby werden? Könnt' ihr nicht machen - abtauchen.
    In der 2. Liga lauert Holzbein-Kiel und der Haesvau und St. Pauli und ... das wollt ihr nicht!
    Bin zwar kein Hertha-Fan, aber welches Kaff hätte sonst noch zwei Teams in der Ersten?
    Haut rein!

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