2:1-Erfolg bei Schalke 04 - Hertha verschafft sich Luft im Abstiegskampf

Dedryck Boyata jubelt über sein Tor gegen Schalke (imago images/Maik Hölter)
Audio: inforadio | 12.05.2021 | Stephan Kaußen | Bild: imago images/Maik Hölter

Es sollte ein Bonusspiel sein und wurde zum Befreiungsschlag im Abstiegskampf. In einer umkämpften Partie konnte sich Hertha letztlich bei einem Joker bedanken, der in dieser Saison ansonsten eher eine Nebenrolle spielte.

Im Nachholspiel des 31. Spieltags der Fußball-Bundesliga hat Hertha BSC mit 2:1 bei Schalke 04 gewonnen. Die Tore erzielten Amine Harit (6. Minute), Dedryck Boyata (19.) und Jessic Ngankam (74.). Mit nunmehr 34 Punkten klettert Hertha auf Rang 13 in der Liga und hat dabei drei Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 16.

Das Spiel begann schwungvoll, wobei Hertha sogleich die den Ballbesitz und die Initiative übernahm. Bereits in der dritten Minute hätte sich die Mannschaft belohnen können, doch Javairo Dilrosun schoss aus fünf Metern über das Tor. In der sechsten Minute konnte Schalke Amine Harit unbedrängt in den Berliner Strafraum eindringen und ebenso unbedrängt aus etwa zehn Metern per Flachschuss zur 1:0-Führung für die Gäste treffen. In der Folge schien Hertha geschockt, es lief wenig zusammen. Ehe eine Freistoßflanke von Marvin Plattenhardt den Kopf von Dedryck Boyata fand, der souverän zum 1:1-Ausgleich verwandelte.

Immer wieder Plattenhardt

Mit dem Erfolgserlebnis im Rücken übernahmen die Berliner nun wieder die Spielkontrolle, ließen jedoch die notwendige Zielstrebigkeit vermissen, um zu klaren Chancen zu kommen. Ein zu zentraler Distanzschuss von Nemanja Radonjic (35. Minute) und ein weiterer Schuss über das Tor von Javairo Dilrosun (44.) blieben die einzig nennenswerten Aktionen. Auf der Gegenseite hatte Hertha Glück, dass Schalkes Matthew Hoppe den Ball in der 37. freistehend und ungedeckt nicht unter Kontrolle, sondern lediglich zu Sturmpartner Klaas-Jan Huntelaar bekam, dessen Schuss aus ungünstigem Winkel wiederum über das Tor ging.

Unmittelbar mit Beginn der zweiten Halbzeit drängte Hertha die Gastgeber dann in die Defensive. Und kam zu Chancen. Während Nemanja Radonjic (52.) seinen Flachschuss von der linken Strafraumgrenze knapp neben den Pfosten setzte, parierte Schalkes Torhüter einen Piatek-Kopfball nach Plattenhardt-Freistoß (54.) tadellos. Auf der Gegenseite setzte Klaas-Jan Huntelaar den Ball nach Boyata-Fehler aus zehn Meter nur an das Außennetz (59.). In der 63. Minute war es erneut Dedryck Boyata per Kopf nach einem Plattenhardt-Freistoß. Diesmal traf der Belgier jedoch nur den Außenpfosten.

Joker Ngankam mit dem Siegtreffer

Der eingewechselte Jessic Ngankam machte es in der 74. Minute besser, setzte sich im Strafraum auf engstem Raum gegen zwei Schalker Verteidiger durch und verwandelte kraftvoll und mit links zur verdienten wie befreienden Führung. In der 83. Minute schließlich hatte Nemanja Radonjic die Chance auf die Vorentscheidung. Sein Lupfer nach schönem Solo blieb jedoch an den Armen von Schalkes Torhüter Fährmann hängen.

Die Königsblauen warfen in den Schlussminuten gegen nun dezimierte (gelb-rot für Lukebakio, 88.) nochmals alles nach vorne und trafen in der dritten Minute der Nachspielzeit tatsächlich noch zweimal innerhalb weniger Sekunden den Pfosten. Nach weiteren zwei Minuten war Herthas vierter Auswärtssieg der Saison schließlich perfekt.

Die Kurzanalyse

Dass Hertha nach dem Spiel und trotz eigener Abstiegsnöte satte 21 Punkte vor den Schalkern liegt, war der Partie selten anzumerken. Ballbesitz (54 Prozent für Hertha), Passquote (84 Prozent Hertha, 81 Prozent Schalke) und Zweikampfquote (52 Prozent Hertha) hielten sich ungefähr die Waage. Die Berliner verfügten über die reifere Spielanlage, Schalke verteidigte aufmerksam und mit viel Laufbereitschaft (118,7 Kilometer zu 117,94 Kilometer bei Hertha BSC).

So blieb es ingesamt ein ausgeglichenes Spiel mit wenigen klaren Chancen. Hertha zeigte sich vor allem bei den Freistößen durch Marvin Plattenhardt gefährlich, überzeugte durch Effizienz im Abschluss und hatte am Ende das notwendige Glück, dass über weite Teile der Saison oftmals gegen die Berliner stand.

Das sagt das Netz

90 Minuten, echte Gefühle.

Gefühlt zählen Tore von Hertha-Bubis ohnehin doppelt.

So sehen (überglückliche) Sieger aus.

Der Liveticker

Sendung: rbb24, 12.05.2021, 22 Uhr

19 Kommentare

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  1. 19.

    Hallo Riko! Ich bin quasi mit Turnhose auf die Welt gekommen ;-) Und pfeifen oder buhen hat mich noch nie jemand gehört. Weder im Stadion noch im Theater. Auf solch ein Niveau habe ich mich nie begeben. Ich wohne nur 5 Minuten Fußweg vom Stadion entfernt und bin jedesmal traurig, dass Hertha nicht die Mannschaft ist, die die dieses wunderschöne Stadion verdient hat.

  2. 18.

    @Falk gut das du nicht im Stadion warst.
    Dort brauchen wir nämlich Leute die Hertha anfeuern und nicht die Dauernörgler die zur Halbzeit bei 0:0 pfeifen.
    Bleibe bitte weiterhin zu Hause auf der Couch und schaue Fußball nur im Fernsehen!
    Hattest du eigentlich jemals in deinem Leben eine Turnhose an?

  3. 17.

    Wenn dem so ist, bin ich in puncto Hertha Finanzen wohl etwas 'hinterher' - aber es ging mir auch nicht um 'Details'. Inge P. meinte, dass man Hertha-seits nun nur mit konsequent bodenständiger Arbeit den "Geldclubs" Paroli bieten kann, was angesichts des enormen Invests von WH/Tenor doch etwas realitätsfremd anmutet.

  4. 15.

    Windhorst hat zunächst 49,9 % der Hertha BSC KG aA für 224 Millionen erworben und im letzten Sommer seine Anteile auf 66,67 % mit Nachschlag von 150 Millionen erhöht.

    Die 50+1 Regel greift hier nicht, da der Hertha BSC e.V. mit der Hertha BSC GmbH als Komplementär, die auch die Geschäftsführung der KGaA beruft, weiterhin die Mehrheit im Sinne der 50+1 Regel hat.

    Windhorst oder ein anderer Investor kann die verbliebenen 33,33 % ebenfalls für einen weiteren Millionenbetrag erwerben.

  5. 14.

    Frage mich gerade, warum Sie hier kommentieren, wenn Hertha Sie doch angeblich „nicht die Bohne juckt“. Gruß von einem echten Westender.

  6. 13.

    Hallo Hames! Meine rote Fanbrille kann ich leider nirgendwo finden. Aber als Neu-Westender kann ich sagen, dass die Gurkentruppe von Hertha mich leider nicht die Bohne juckt. Leider, leider! Das letzte Mal war ich unter Röber im Stadion. Da hatte der Verein eine kurze, sympathische Phase. Alles davor und danach war und ist rumgekrebse.

  7. 12.

    Zitat: "Nur Tradition allein ist auf Dauer keine Garantie. Konsequente Jugendarbeit, Nachwuchsförderung und ein bodenständiges Management sind die Chancen den Geldclubs Paroli zu bieten."

    Das ist ja durchaus nicht unrichtig, Inge. Aber Ihnen ist schon bewusst, dass das Invest von Windhorst/Tenor Holding in Hertha BSC aktuell 374 Millionen Euro beträgt? Und der Investor hat angekündigt, in Zukunft seine bisherigen 49,9% an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA auf 60% erhöhen zu wollen - was natürlich mit weiteren, hohen Investments verbunden ist. Hertha ist also de facto bereits ein "Geldclub", wie Sie es nennen.

  8. 11.

    Hallo Falk , man KÖNNTE sich ja einfach darüber freuen das Berlin 2 Erstligisten in der Bu Li hat und es voraussichtlich demnächst wider ein Derby gibt ! Man KÖNNTE sich auch darüber freuen das Hertha so guten Nachwuchs ausbildet der dann auch gerne in Köpenick spielen kann! Man KÖNNTE sich auch darüber freuen das man gegen den aktuellen Stadtmeister in 2 Spielen nur 4 „Buden“ bekommen hat! Tja , man KÖNNTE, wenn bloß die Rote Fanbrille nicht so drücken würde!
    Gratuliere zur guten Saison ! Ha Ho He !

  9. 10.

    Ehrlich gesagt braucht man jetzt eh nur noch verteidigen z.b. gegen Köln ein Punkt reicht völlig aus, also kann man auch Jugendliche Abwehr Boliden reinbringen.
    Und bitte unbedingt Ngankam mit einem dreijahresvertrag ausstatten, der Junge gefällt mir, aber schon länger.

  10. 9.

    Wenn man die Spielergehälter usw. grob zusammen rechnet, was kostet denn dann ein Tor in Euro ungefähr ?

  11. 8.

    Uwe Kliemann, Erich Beer, Wolfgang Sidka ... Namen aus erfolgreicheren Hertha Tagen, welche mir einfallen. Keine Frage Hertha gehört in die BL. Nur Tradition allein ist auf Dauer keine Garantie. Konsequente Jugendarbeit, Nachwuchsförderung und ein bodenständiges Management sind die Chancen den Geldclubs Paroli zu bieten. Da sollte ein Schritt zurück nicht abschrecken, wenn es wieder zwei vorwärts geht. Nur, wo ist derzeit die schmerzhafteste Baustelle? Ich meine von den drei oben genannten Kriterien!?

  12. 7.

    Glückwunsch zum Sieg und so gut wie sicheren klassenerhalt. Ich freu mich aufs Derby in der nächsten Saison. Und bitte auf dem Teppich bleiben, nicht gleich wieder starten wie die Tiger und landen wie ein Bettvorleger.

  13. 6.

    Arbeitssieg!
    Noch einmal alles geben am Samstag gegen Köln!!!

  14. 4.

    Glückwunsch Hertha! Dann kann das rumgekrebse in der kommenden Saison ja höchstwahrscheinlich weitergehen.

  15. 3.

    Was für ein sinnvoller Beitrag. Herzlichen Glückwunsch.
    Häme, Spott und dumme Sprüche. Großes Kino. Weiter so. Wenn man sonst nichts zu tun und zu sagen hat.

  16. 2.

    Sehr witzig, aber der Klassenerhalt ist noch nicht einmal sicher. Trotzdem erst einmal Erleichterung. Leider ist der einsetzbare Kader schon extrem ausgedünnt.

  17. 1.

    Herzlichen Glückwunsch zum Klassenerhalt!
    Wer hätte das vor der Saison gedacht. Der Underdog der Liga übertrifft selbst die kühnsten Erwartungen.

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