Hertha-Trainer Pal Dardai (Quelle: imago images/Contrast)
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Audio: Inforadio | 03.05.2021| Dennis Wiese | Bild: imago images/Contrast

Aufholjagd soll in Mainz beginnen - Hertha-Trainer Dardai will vier Punkte aus den drei Nachholspielen

Quarantäne, Heimtraining, Spekulationen um den Fitnesszustand: All das hat bei Hertha BSC ein Ende. Mit dem Spiel in Mainz beginnt am Montag Herthas Schlussprogramm im Abstiegskampf. Mit einer Aufholjagd soll der Klassenerhalt gelingen. Von Dennis Wiese

Das Personal

Drei Trainingseinheiten hat Fußball-Bundesligist Hertha BSC zwischen dem Ende der Corona-Quarantäne am Freitag und dem Spiel in Mainz am Montag (18 Uhr), dem Auftakt des knackigen Schlussprogramms. Das erste Training musste Coach Pal Dardai früher als geplant beenden, weil die Pulsuhren und sonstigen Daten seiner Spieler dies signalisierten, am Samstag konnte Dardai das Programm durchziehen, seine Kicker hätten bei kleinen Fünf-gegen-Fünf-Spielen aber ordentlich gepumpt, bestätigte der Trainer am Sonntagvormittag bei der Pressekonferenz vor der Partie in Mainz.

Beim Personal will Dardai vor allem auf die Spieler setzen, die auch vor Herthas Corona-Pause aufliefen. Aus der Startelf vom 2:2 gegen Mönchengladbach fehlt einzig Dodi Lukebakio nach seiner Corona-Erkrankung. Lukebakio hat aber, genau wie der zuletzt ebenfalls erkrankte Marvin Plattenhardt, grünes Licht für den Einstieg ins individuelle Training bekommen.

Wie seine Profis sich nach zwei Wochen Ausgangssperre und Heim-Training schlagen, wolle Dardai genau beobachten. Denkbar ist für den Trainer, im Block auszuwechseln: "Ich habe einen Plan B im Kopf. Vielleicht nehmen wir nach 60 Minuten die drei zentralen Mittelfeldspieler raus, weil sie einen schweren Job haben. Das planen wir alles vor."

Es fehlen: Rune Jarstein, Dodi Lukebakio und Marvin Plattenhardt (alle nach COVID-19-Erkrankung) sowie Eduard Löwen und Luca Netz (beide im Aufbautraining).

Die Form

"Wir sind eine gewisse Unbekannte. Für Mainz, aber auch für uns", sagte Herthas Sportdirektor Arne Friedrich bei der Pressekonferenz am Sonntagvormittag. Ob Hertha also an die zuletzt ordentliche Punkteausbeute (fünf Zähler aus den letzten drei Spielen) anknüpfen kann? Offen.

Die Beobachtungen am Trainingsplatz stimmen Sportdirektor Friedrich zuversichtlich: "Die Jungs haben wirklich Energie gehabt und es war auch Spaß im Training." Trainer Pal Dardai hofft auf einen guten Start: "Wir müssen ohne große Spielpraxis eine gute erste Halbzeit spielen."

Der Gegner

Es gibt Mainz 05 vor Bo Svensson und Mainz 05 mit Bo Svensson. Als der frühere Mainzer Innenverteidiger und Jugendtrainer den Klub Anfang Januar nach 14 Spieltagen als Cheftrainer übernahm, waren die 05er abgeschlagen. Nach Ende der Hinrunde sogar so weit, dass sie, punktgleich mit Schalke, als sicherer Absteiger galten.

Doch dann hatten sich der Däne und seine Mannschaft gefunden. Mentalität und Aggressivität sind die wichtigsten Tugenden im Abstiegskampf. Dank einer beeindruckenden Aufholjagd haben die Mainzer den Klassenerhalt mittlerweile so gut wie sicher: In den bislang 13 Rückrundenspielen holte Mainz bereits 27 Punkte. Nur die Top-Vereine der Liga - Bayern, Frankfurt und Wolfsburg - waren nach 13 Spielen der Rückrunde erfolgreicher. Gegen den werdenden Meister Bayern München feierte die Svensson-Elf zuletzt einen verdienten 2:1-Sieg.

Lob gibt es auch von Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich: "Mainz hat sich sehr stark befreit. Respekt, wie die das in den letzten Wochen gemacht haben."

Herthaner im Fokus

Die gesamte Mannschaft steht im Fokus. Sechs Spiele innerhalb von 20 Tagen stehen auf dem Programm. Als einziger Verein der Fußball-Bundesliga musste Hertha für zwei Wochen in Quarantäne. Und das mitten im Abstiegskampf. Hertha startet die Aufholjagd mit drei Spielen weniger auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Trainer Dardai betrachtet das Schlussprogramm in zwei Blöcken: Zum einen die Nachholspiele gegen Mainz (03.05.), Freiburg (06.05.) und Schalke (12.05.): "Aus diesen drei Spielen müssen wir vier Punkte holen. Minimum. Ich nehme gerne mehr. Aber mit vier Punkten sind wir nicht mehr auf einem Abstiegsplatz. Danach hast du Endspiele, wo du auch Favorit bist." Diese Endspiele sind die Heimspiele gegen Bielefeld (09.05.) und Köln (15.05.). Zum Abschluss steht die Partie in Hoffenheim (22.05.) an.

Vor dem Auftakt bei starken Mainzern will Dardai seine Mannschaft nicht unter Druck setzen. "Ich kann nicht sagen: 'Wenn wir in Mainz nicht gewinnen, dann…' Das sind alles Menschen, die wollen. In Mainz haben wir noch kein Endspiel."

Besonderheiten

Herthas Kapitän Dedryck Boyata könnte im Schlussspurt um den Klassenerhalt eine wichtige Rolle spielen. Bis zu seiner Verletzung Mitte Dezember war der Innenverteidiger Stammspieler. Seitdem aber lief er nicht mehr im Trikot der Blau-Weißen auf.

Aber Boyata spielte Ende März eine Halbzeit für die belgische Nationalmannschaft. Kaum zurück in Berlin, zog er sich einen Muskelfaserriss zu. Hertha-Trainer Dardai war alles andere als amused.

Jetzt aber könnte aus Boyatas verletzungsbedingtem Rückstand ein Vorsprung werden: Weil der Abwehrspieler wegen seiner Verletzung keinen Kontakt zu den Kollegen hatte, musste er nicht in Corona-Quarantäne, Boyata konnte sich auf dem Trainingsplatz fit halten. Pal Dardai wird Boyata auch nach Mainz mitnehmen, sollte dieser gesund bleiben. Boyatas Meinung sei bei vielen Spielern wichtig, so Dardai. Im Endspurt könnte der Abwehrchef der vergangenen Saison noch einmal wichtig werden.

Sendung: Inforadio, 03.05.2021, 08:15 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

10 Kommentare

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  1. 10.

    Vorwärts, und immer nach oben schauen.. Denn da will die Mannschaft ja wieder hin, raus aus dem Keller.

  2. 9.

    Mensch Pal, 4 Punkte aus drei Spielen ? Ich dachte immer Fußballer gehen auf den Platz um zu gewinnen?!
    So gibt es ja für unsere gepamperten „Goldfüsschen“ ja gleich den Persilschein warum es mal wieder knapp daneben ging ! Reißt euch zusammen , Kopf nach oben und Selbstbewusst ins Spiel gehen. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf ! Ha Ho He !!!

  3. 8.

    Ha Ho He, Unsere Hertha schafft das . Und nach Corona wieder ins Stadion dann wird auch alles besser. An alle Hertha Fans wir schaffen das . DAUMEN DRÜCKEN

  4. 7.

    Die 4 Punkte Forderung sind doch voll zu verstehen, denn wenn man mit einer Niederlage startet und dann auf die Tabelle schaut ..........

  5. 6.

    Mainz hat einen guten Lauf und Freiburg spekuliert vlt. noch auf den siebten Tabellenplatz, der höchst wahrscheinlich für Europa reichen wird. Und was Schalke betrifft, haben die nun gar nichts mehr zu verlieren und wollen sich sicher einigermaßen anständig aus der Buli verabschieden. Eingerechnet der Quarantäne-bedingten fehlenden Mannschafts-Trainingseinheiten bei Hertha, werden das sehr schwere Spiele. Zumal der Druck unbedingt gewinnen zu müssen eindeutig auf Seiten Herthas liegt.

  6. 5.

    "Glück auf! Hertha..."
    ... und der S04.
    :)
    Ähnlichkeiten sind ja vorhanden.
    Geht es auch in die gleiche Richtung?

  7. 4.

    @icheben: Es ist ja nicht untersagt worden, mehr Punkte aus diesen drei Spielen zu holen. Man versucht halt, nicht noch mehr Druck aufzubauen als jetzt in dieser Ausnahmesituation ohnehin schon da ist.
    Morgen etwas Zählbares aus Mainz mitzunehmen, wäre auf jeden Fall ein richtig guter Einstieg, und sei es auch nur ein Pünktchen.

    @Rudi: Es spricht nicht gerade viel dafür, dass der HSV unter die ersten Drei der 2. Liga kommt.

  8. 3.

    ... und ich will einen Bendley.
    Egal, dass tut hier nichts zur Sache.
    Vielleicht sollte der Trainer sich eher auf die Religationspiele gegen den HSV konzentrieren, denn ich glaube, gegen Schalke, Freiburg und Mainz gibt es die typischen Hertha-Klatschen.

  9. 2.

    Mainz, Freiburg, Schalke und dann als Ziel, vier von neun möglichen Punkten zu holen? Und das eine, wie er sagt, Endpiel gegen Bielefeld, ist ja vor dem Schalke-Spiel. Die Zielvorgabe scheint doch etwas niedrig angesetzt.

  10. 1.

    Glück auf! Hertha...

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