Dortmund - Leipzig - Fünf Fakten zum DFB-Pokalfinale in Berlin

Pokalfinale Leipzig - Dortmund (imago images/Sven Simon)
Bild: imago images/Sven Simon

Der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze. So wie dieses Finale seine eigenen Fakten. Wen die Zuschauer siegen sehen wollen und warum Julian Nagelsmann nur ganz knapp an einem Rekord vorbei schlittern könnte.

1. Keine Zuschauer

Die Impfrate steigt, die Fallzahlen sinken, das DFB-Pokalfinale 2021 wird dennoch ohne Zuschauer auskommen müssen. Aufgrund der aktuellen Verordnungen sei ein rechtzeitiger Antrag nicht möglich, vermeldete der Deutsche Fußball-Bund bereits Ende April.

Bereits im vergangenen Jahr fand das Finale ohne Zuschauer statt. Damals gewann der FC Bayern München mit 4:2 gegen Bayer 04 Leverkusen. Die 7,01 Millionen Zuschauer der ARD-Übertragung entsprachen zwar einem Marktanteil von 26,6 Prozent, waren zugleich aber auch der schwächste Wert der vergangenen Jahre. Fraglich, ob das an der fehlenden Atmosphäre auf den Rängen oder doch eher an der zu erwartenden Dominanz des Favoriten aus München lag. Zum Vergleich: der Topwert stammt aus dem Jahr 2014, als die Bayern erst nach Verlängerung mit 2:0 über die auf Augenhöhe agierenden Dortmunden siegten.

2. Donnerstag statt Samstag

Nein, der DFB hat sich nicht im Wochentag geirrt. Das Pokalfinale fand zuletzt immer an einem Samstag statt, in diesem Jahr ist das anders. Das Finale wird am Donnerstag an Christi Himmelfahrt ausgetragen und damit noch vor dem Ende der Saison in den Ligen. Außerdem wird dieses Mal erst um 20:45 Uhr angepfiffen.

Grund für den ungewöhnlichen Tag ist der enge Terminkalender, der wiederum dem späten Saisonstart wegen der Pandemie geschuldet ist. Da kurz nach dem Saisonende schon die Abstellphase für die Nationalmannschaften vor der Europameisterschaft beginnt, gab es nicht viele Termine.

3. Leipzig gegen Dortmund

Die Generalprobe des Finales ging an die Dortmunder. Mit 3:2 (1:0) siegte der BVB am vergangenen Wochenende gegen die Leipziger, und das ohne ihren verletzten Top-Stürmer Erling Haaland. Am Donnerstag soll der Norweger, der inzwischen bereits wieder im Mannschaftstraining ist, in der Startelf stehen. Und auch wenn seine Mannschaft ohne ihn zuletzt auf einen Schnitt von vier Toren pro Spiel kam, wird der aktuell führende in der Torschützenliste der Champions League (10 Treffer) die Offensive der Schwarz-Gelben sicherlich stärken.

Insgesamt spricht die Statistik für den viermaligen Pokalsieger aus Dortmund. Aus den zehn bisherigen Duellen gegen Leipzig ging die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet sechs Mal als Sieger hervor. Zwei Partien gewann Leipzig, zwei endeten Unentschieden.

Und auch die Gunst der deutschen Fußballfans liegt auf Seiten des BVB. In einer repräsentativen FanQ-Umfrage im Auftrag des Sportinformationsdienstes gönnen 69 Prozent der Befragten den Borussen den Titel. Nur 30 Prozent hoffen auf einen Sieg der Leipziger. Das Image des von Red Bull gesponserten Klubs wird von 65 Prozent der insgesamt über 1200 Teilnehmer als schlecht bewertet. Von den 37 Prozent der Befragten, die Energy Drinks konsumieren, gaben gar 42 Prozent an, dass sie aufgrund des Sponsorings weniger Red Bull trinken. Fast zwei Drittel (65 Prozent) lobten hingegen die sportliche Arbeit der Sachsen, während die Strukturen und die Ausrichtung der Roten Bullen von 64 Prozent kritisiert werden.

4. Europapokalplatz

Wenn beide Finalteilnehmer schon versorgt sind, freut sich ein dritter Verein. RB Leipzig hat sich bereits über die Bundesliga für die Champions League qualifiziert. Dortmund wird die Saison mindestens als Fünftplatzierter abschließen. Daher geht der Startplatz im Europapokal an die Liga. Die Vereine auf dem 5. und 6. Rang werden in der neu gestalteten Europa League spielen. Für den Siebtplatzierten geht es in diesem Jahr erstmalig in die Europa Conference League. Aktuell wäre das Borussia Mönchengladbach, doch der 1. FC Union ist momentan punktgleich auf dem Tabellenplatz dahinter.

5. Die Trainer

Sowohl für Dortmund Edin Terzic als auch für Leipzigs Julian Nagelsmann wäre der DFB-Pokal der erste Titel im Herren-Fußball. Während Nagelsmann 2014 mit der A-Jugend der TSG Hoffenheim Deutscher Meister wurde und Leipzig in der vergangenen Saison bis in das Halbfinale der Champions League führte, ist es für Terzic überhaupt erst die erste Station als Chef-Trainer. Zuvor war der gebürtige Mendener als Co-Trainer unterwegs. Dabei unter anderem an der Seite von Kroatiens Ex-Nationaltrainer Slaven Bilic bei Besiktas Istanbul (Türkei) und West Ham United (England).

Sollte Nagelsmann das Finale für sich entscheiden können, wäre er mit 33 Jahren und 294 Tagen der zweitjüngste Trainer in der Geschichte des DFB-Pokals. Jünger war nur Nürnbergs Trainer Alwin Riemke, der 1940 mit gerade einmal 30 Jahren und 86 Tagen über Waldhof Mannheim siegte. Mit seinen dann 38 Jahren und 195 Tagen läge Edin Terzic in dieser Liste "nur" auf Rang zwölf.

Sendung: rbb UM6, 12.05.2021, 18 Uhr

2 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 2.

    Mir ist mehr oder weniger egal, wer von den Beiden den Pott holt. Ich freue mich nur ein wenig für BMG, die nun doch noch international spielen können; auch wenns nur in dieser ECL ist.

  2. 1.

    Daumendrücken für einen Sieg der Borussen. Der Sieg wird dann im Bus mit ein paar Kisten Red Bull gefeiert.

Nächster Artikel